Denkmal Viktor von Lang

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Viktor von Lang Denkmal im Arkadenhof
Lage des Denkmals, Nr. 60, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.
Denkmal Viktor von Lang von Hans Bitterlich für den Arkadenhof der Universität Wien.
Denkmal Viktor von Lang von Hans Bitterlich für den Arkadenhof der Universität Wien.

Das Denkmal für den Physiker Viktor von Lang (1838-1921) wurde von dem Bildhauer Hans Bitterlich (1860-1949) geschaffen, die Büste wurde von den Nachkommen Langs der Fakultät gespendet. Am 15. Juni 1929 wurde das Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Beschreibung

Das Denkmal für den Physiker Viktor von Lang besteht aus einer Konsole und der darauf befindlichen Büste. Die Porträtbüste wurde von Bitterlich aus hellem Marmor modelliert und hat als Basis eine ovale Grundform, deren Randfläche von einem Lorbeerblätterzweig und einem Eichenblätterzweig, sowie einer Inschrift in goldenen Lettern akzentuiert ist. Zwischen den beiden Zweigen befindet sich erhaben eine weitere Inschrift mit dem Namen des Dargestellten. Anschließend an die ovale Basis erhebt sich die Büste des Physikers. Viktor von Lang ist in zeitgenössischer Kleidung mit Mantel, Hemd und gebundener Halsbinde dargestellt. Er trägt Vollbart und nach oben gestrichenes Haar. Der Kopf des Dargestellten ist leicht nach links geneigt, der Blick führt ebenfalls nach links. Im Unterschied zur Konsole, die aus Granit gefertigt zu sein scheint, ist die Büste aus hellem, gelbstichigen Marmor gearbeitet. Den oberen Abschluss der Konsole bilden zwei als Voluten ausgeformte Dekorelemente mit mehreren Akanthusblättern in ihrer Mitte. Sowohl die Inschrift frontal an der Büste, als auch eine weitere auf der Konsole mit in gold gefassten Lettern eingravierte Inschrift, bezeichnen den Namen des Dargestellten. Zusätzlich werden an der Frontfläche der Konsole noch seine Lebensdaten und seine Profession, sowie die Jahre seiner Tätigkeit an der Universität angegeben: VIKTOR VON LANG / 1838 - 1921 / PROFESSOR DER PHYSIK / 1865 - 1900. An der Unterkante der Konsole bildet ein Palmettenfries den Abschluss. Dem Denkmal gegenüber befindet sich die Porträtbüste von Adolf Lieben, Chemiker und ordentlicher Professor der Universität Wien. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Denkmalensemble rund um Leo Graf Thun Hohenstein.

Notizen zur dargestellten Person

Viktor von Lang starb am 3. Juli 1921. Nach einem Senatsbeschluss kann erst 5 Jahre nach dem Tod eines Professors der Antrag auf Aufstellung eines Denksmals gestellt werden. In diesem Fall waren es noch vier Wochen bis zu Langs fünfjährigen Todestag. Die Kommission war daher der Ansicht, nicht gegen den Brauch zu verstoßen, wenn sie schon vorzeitig ihren Vorschlag macht.[1]

Entstehungsgeschichte

Aufgrund der Bedeutung Langs für das Fachgebiet der Physik gelangte die Kommission zu dem Beschluss, einen Antrag zu stellen. Es wurde der Vorschlag gemacht, im Falle der Annahme dieses Antrags die – im Besitze der Fakultät befindliche, von den Nachkommen Langs gespendete – Büste dem genannten Zweck zuzuführen. Voraussetzung für die Aufstellung dieser wäre die Genehmigung der artistischen Kommission, der das Urteil darüber zusteht.[2]

Die philosophische Fakultät hat in ihrer Sitzung vom 26. Juni 1926 einstimmig beschlossen, die Aufstellung einer Büste zu beantragen.[3]

Der akademische Senat hat in der Sitzung vom 15. Juli 1926 auf Antrag des Professorenkollegium der philosphischen Fakultät den Beschluss gefasst, die Aufstellung einer Büste von Prof. Dr. Viktor von Lang in den Universitätsarkaden grundsätzlich zu bewilligen.[4]

Prof. Bitterlich hat bei der Besichtigung des Aufstellungsplatzes festgestellt, dass die Konsole der Lieben-Büste – sich gegenüber dem Aufstellungsplatz der Lang-Büste befindend – eine Nachahmung einer von ihm früher geschaffenen Konsole darstelle. Prof. Bitterlich wünsche nun, dass die Konsole der Lieben-Büste für die Lang-Büste verwendet, und statt dessen für die Lieben-Büste eine andere Konsole neu hergestellt werde. Der Vorsitzende hat Se. Magnifizenz Prof. Müllner ersucht, die Angelegenheit mit Prof. Bitterlich ins Reine zu bringen. Magnifizenz Prof. Müllner teilt mit, dass Prof. Bitterlich tatsächlich zunächst eine Auswechslung der Konsolen gewünscht habe, aber auch einen anderen Auftrag der artistischen Kommission entgegennehmen werde.[5]

Aus Anlass der Enthüllung des im Arkadenhof errichteten Denkmals zu Ehren des Univ. Prof. Dr. Viktor von Lang wurde am Samstag, dem 15. Juni 1929, um 12:00 Uhr mittags, im kleinen Festsaal der Wiener Universität die Aufstellung gefeiert.

Kunsthistorischer Vergleich

Als Beispiel für einen kunsthistorischen Vergleich ziehe ich, aufgrund der beiden parallel zueinander angebrachten Konsolen im Arkadenhof, die bereits vorhin erwähnte Büste Adolf von Lieben heran. Trotz der auf den ersten Blick nahezu gleich erscheinenden Konsolen unterscheiden sich die Büsten an sich relativ stark voneinander. Das Aussehen von Gesichtszügen und Haaren der beiden sind noch zueinander in Verbindung zu setzen, doch die Ausführung des Teiles, der unterhalb des Kinns beginnt, gestaltet sich als bereits als sehr unterschiedlich. Das Gewand ist bei Adolf Liebens Büste nicht annähernd so detailreich ausgeführt wie jenes von der Viktor von Langs.

Rezeption in der Presse

  • Neue Freie Presse, 15.6.1929, Morgenblatt, Nr. 23258, S. 5. [1]
  • Neue Freie Presse, 16.6.1929, Morgenblatt, Nr. 23259, S. 10. [2]
  • Wiener Zeitung, 15.6.1929, Nr. 137, S. 5. [3]

Quellen

Archiv der Universität Wien, UAW Senat S 95.1

Literatur

Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität, Wien 2007, S. 161.

Einzelnachweise

  1. UAW Senat S 95.1, Bericht am 7. Juni 1926
  2. UAW Senat S 95.1, Bericht am 7. Juni 1926
  3. UAW Senat S 95.1, Mitteilung an den akademischen Senat am 8. Juli 1926
  4. UAW Senat S 95.1, Z.974 aus 1925/26
  5. UAW Senat S 95.1, Z.974 aus 1925/26 - Aufstellung d. Denkmales f. Prof. Lang

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Simone Eilmsteiner, Barbara Wessely