Denkmal Thomas Garrigue Masaryk

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb.1: Denkmal Thomas Garrigue Masaryk
Abb.2: Lage des Denkmals, Nr. 43, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.
Abb.3: Büste Seitenansicht.
Abb.4: Büste Detail.
Abb.5: Denkmal Thomas Garrigue Masaryk

Das Denkmal für den Philosoph und Soziologen Thomas Garrigue Masaryk (1850-1937) wurde von dem Bildhauer Vincenc Makovsky (1900-1966) geschaffen und 1996 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Beschreibung

Das Denkmal von Thomas Garrigue Masaryk (Abb.1) ist, eine Büste aus Bronze deren schmaler, hinten ausgehöhlter Halsansatz, in einer quadratischen, drei Zentimeter dicken Bronzeplatte endet, die im Durchmesser mit der der Breite des Kopfes abschließt. Diese Platte ist mit einem runden, bronzenen Sockel verbunden, welcher nach unten hin breiter wird. Dieser ist auf einem marmornem platziert, welcher im oberen Drittel durch scharfkantige Aussparungen gestaltet ist. Eine weitere Aussparung gestaltet die Fußzone des Sockels der auf einer weiteren quadratischen Marmorplatte platziert ist und die Basis des Denkmals bildet. Es befindet sich im Arkadenhof an der Westwand zwischen dem Denkmal Carl Claus und dem Denkmal Adolf Mussafia (Abb.3). Bei der Portraitbüste von Masaryk sind nur der schmale Kopf, mit einem dünnen Hals und ein schmaler Teil des Brustbereich in dunkler Bronze ausgeführt; die Schultern negiert der Künstler Vincenc Makovsky zur Gänze. Masaryk wird als alter, mit Falten gezeichneter Politiker dargestellt. Vor allem die Stirnfalten sitzen tief über den Augenbrauen, wodurch sehr ernste Gesichtszüge (Abb.4) entstehen. Auch die tiefen Schatten unter seinen scheinbar geschlossenen Augen lassen seine Gesicht streng und düster wirken. Ein markantes Merkmal dieses Portraits ist vor allem aber der buschige Ober- und Unterlippenbart, der die Lippen vollkommen verdeckt. Im Gegensatz zu diesem dichten Bart steht der kahle Kopf. Ein weiterer Kontrast besteht in der Farbigkeit des Denkmals. Die dunkle Bronze der Figur steht dem hellen Marmor des Sockels gegenüber. Auf diesem ist im oberen Drittel die Inschrift in großen Lettern graviert: T. G. MASARYK 7.3.1850 - 14.9.1937

Notizen zur dargestellten Person

Thomas Garrigue Masaryk war ein tschechischer Philosoph und Soziologe. Von 1878 bis 1882 war er Privatdozent an der Universität Wien. 1918 wurde er der erste Präsident der Tschechoslowakei.

Entstehungsgeschichte

Da weder zu dem Künstler Vincenc Makovskynoch zu der Entstehung dieses Denkmal von Masaryk im Archiv der Universität Wie Unterlagen zu finden sind, ist es sehr schwierig etwas über die Geschichte des Denkmals zu erfahren. Man weiß jedoch, dass diese Büste aus Bronze von Makovsky angefertigt wurde und, dass sie ein Geschenk der Masaryk-Universität in Brünn an die Universität Wien war.[1] Deshalb tauchen im Wiener Universitätsarchiv auch keine Rechnungen zur Herstellung des Masaryk-Denkmals auf. Den letzten Punkt den Maisel sicherstellt, ist die Tatsache, dass die Enthüllung im Jahr 1996 erfolgte.[2] Heute befindet sich das Denkmal an der Westwand des Arkadenhofs.

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Abb.6: Fotografie Thomas G. Masaryk
Abb.7: Masaryk Bueste in der Masaryk Universitaet Bruenn
Abb.8: Masaryk Denkmal in Kosice

Thomas G. Masaryk wird im Arkadenhof der Universität Wien als ein in die Jahre gekommener Politiker dargestellt. Die tiefen Falten und die schon etwas eingefallenen Wangen sind sehr realistisch wiedergegeben. Vergleicht man das Denkmal mit einer Fotografie von Masaryk (Abb.6), erkennt man sofort den dichten Bart und das schmale Gesicht wieder. Masaryk hat zwar hier fülligere Wangen und die Brille verdeckt die Falten um die Augen aber die Fotografie zeigt, wie das Denkmal, den beinahe kahlen Kopf. Im Gegensatz zu der Darstellung in Bronze wirkt der betagte Gelehrte in der Fotografie lebendiger und freundlich; er hat scheinbar ein leichtes Lächeln aufgesetzt, dass man zwar durch den Bart nicht direkt sehen kann, aber welches kleine Grübchen in die Wangen zeichnet. Trotz dieser Unterschiede zum Foto hat Makovsky das Wesen von dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei glaubhaft eingefangen. Der ernste Blick, lässt Masaryk gelehrt und streng wirken. Die Darstellung des vorangeschrittenen Alters verdeutlicht, seine ereignisreiche und erfolgreiche Biographie. Ein Denkmal zur Ehrung Masaryks in Form einer Büste auf einem Hochrechteckigem Steinsockel befindet sich in einem Park in Košice in der Slowakei. Es ist gleich neben einem in gleicher Form ausgeführtem Denkmal für Milan Rastislav Štefánik positioniert der ebenfalls als einer der drei Gründerväter der Ersten Tschechoslowakischen Republik gilt, neben Masaryk und Edvard Beneš. Zu diesem Denkmal Masaryks sind bisher keine Informationen zu finden, jedoch eignet es sich aufgrund formaler Ähnlichkeiten zum Vergleich mit dem Denkmal im Arkadenhof der Uni Wien. Es scheint ebenso aus Bronze gefertigt zu sein. Die Gesichtszüge sind überlängt und es ist eine recht grobe plastische Ausführung die das Alter und die Falten im Gesicht deutlich zur Geltung bringt. Bei dem Denkmal in Košice sind Masaryks Augen allerdings stärker geöffnet und so wirkt er strenger und auch präsenter. Der lange Hals und das vorstehende spitze Kinn sowie der große Schnauzer, das kahle Haupt mit der leicht vorgewölbten Stirn und die großen Ohren sind unverkennbar gleich ausgeführt. Auch findet sich die eigenartige Einkerbung auf der Rückseite des Halses, wenn auch in verminderter Form, wieder. Auch die Gestaltung der Inschrift des Sockels weist Ähnlichkeiten mit der des Sockels im Arkadenhof auf. Eine weitere Büste Masaryks befindet sich in der Masaryk Universität in Brünn im Rektors Büro. Sie wurde 1936 von Vincent Makovský geschaffen. Es handelt sich um eine bronzene Plastik mit einer Größe von 61 cm die dem Denkmal im Arkadenhof mehr als nur ähnlich sieht. Es ist fraglich welche dieser Büsten das Original ist, oder beide von dem Künstler angefertigt wurden.

Einzelnachweise

  1. Maisel 2007, S. 51.
  2. Maisel 2007, S. 51.

Literatur

Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007, S.10, S.51.


Michaela Pilat, Carina Schaffer