Denkmal Robert von Zimmermann

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Denkmal Robert von Zimmermann.
Lage des Denkmals, Nr. 22, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.

Das Denkmal des böhmischen Philosophen Robert von Zimmermann (1824-1898) wurde von dem Bildhauer Edmund Klotz (1855-1929) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und im Jahr 1916 enthüllt.

Beschreibung

Der schmucklose Sockel bildet die Basis für die Bronzebüste Zimmermanns. Auf ungefähr halber Höhe befinden sich Name, Professurbezeichnung und Lebensdaten des Professors in goldenen Lettern eingraviert. Zwei unterschiedlich profilierte Platten, deren Umfang nach oben hin kleiner werden, stellen optisch den Übergang zwischen Sockel und Kunstwerk dar. Bei dem Kunstobjekt handelt es sich um ein plastisches Brustporträt in Bronze. Zimmermann ist als älterer Herr mit seinem charakteristischen langem Bart dargestellt; er trägt ein schlichtes Jacket. Der Mund ist leicht geöffnet und die Stirn scheint über den Brauen etwas zusammengezogen. Die Mimik verrät auf diese Weise die Hauptaufgabe des Philosophen: die geistig fordernde Auseinandersetzung mit grundlegenden naturwissenschaftlichen Phänomenen und Problematiken.Die Oberflächenbehandlung fällt schlicht und klassisch aus. Form und Material ergänzen sich in der strengen Formgebung der Büste. Gesicht und Bart des Dargestellten fallen sehr naturalistisch aus, die Brustpartie hingegen ist auf ihre wesentliche Form reduziert und tritt so in den Hintergrund.

Notizen zur dargestellten Person

Robert von Zimmermann(+1. September 1898) wurde am 2. Novermber 1824 in Prag als Sohn eines Beamten geboren. Er besuchte das Gymnasium in Prag und studierte anschließend Philosophie an der städtischen Universität. Zimmermann war ein Ästhetiker und Philosoph und lehrte als solcher auch seit dem Jahr 1861 an der Universität Wien. Seine Schriften sind stark von Hebart und Kant geprägt.[1]

Entstehungsgeschichte

Am 14.Juni 1914, sechzehn Jahre nach dem Tod Zimmermanns, sprach sich das Professorenkollegium der philosophischen Fakultät Wien erstmals für die Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Professoren aus. Der üblichen Verjährungsfrist von zehn Jahren war also somit zur Genüge Folge geleistet worden.[2] Ein Monat später verfügte der Rektor der Universität Wien, Georg Reinhold daraufhin, dass ein Denkmal angefertigt werden solle, zu dessen Zweck die Witwe des verstorbenen Kollegen, Henriette von Zimmermann, eine Summe von 10.000 Schilling bereitgestellt hatte. Henriette von Zimmermann hatte im Vorfeld auch schon den Künstler für diesen Auftrag bestimmt, nämlich " den akademischen Maler Edmund Klotz", der die Büste " samt schöner Inschrift" ausführen sollte. [3] Am 4.Dezember desselben Jahres ersuchte anschließend der akademische Senat den Künstler, Eduard Klotz, sich mit dem Vorsitzenden der artistischen Kommission, Hofrat Wieser, bezüglich des Aufstellungsplatzes der Büste zu bereden. Im März 2015 legte Klotz der Komission sodann den Entwurf und die Skizze für den Aufstellungsort des Denkmals vor, der erst vier Monate später, am 15.Juli 1915, von der Komission bewilligt wurde. Änderungswünsche wurden bezogen sich lediglich auf den Sockel des Denkmals: er solle " leichter gehalten" und " etwas mehr in Einklang mit der Architektur" gebracht werden.[4] Die Enthüllung fand im Zuge einer Feier im Arkadenhof erst ein Jahr später statt.

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

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Büste des Bischofs Vincenz Gasser, Copyright by tyrol-guide.com

Die Formensprache des Künstler Edmund Klotz, fällt seiner klassischen bildhauerischen Ausbildun entsprechend sehr schlicht und elegant aus. Klotz arbeitete ausschließlich mit den Materialien Marmor und Bronze. Bei einem Vergleich der Zimmermann - Büste und einem etwas früher entstandenen Marmorwerk Klotzes, der Porträtbüste des Fürstbischofs von Brixen Vincenz Gasser, springen diese Formmerkmale sofort ins Auge: Obwohl Zimmermann in kostbarer Bronze und Gasser in dunklem changierendem Marmor gefertigt ist, gleichen sie sich in ihrer Formgebung markant. Die Gesichtszüge sind dem jeweiligen Charakter entsprechend plastisch herausgearbeitet, was einen stark naturalistischen Eindruck erzeugt. In beiden Fällen handelt es sich um halbfigurige Darstellungen, das Ordensgewand Gasssers dient hierbei zum einen als bloßer Standesverweis und zum besseren Erkennen der Person, zum anderen als Stilmerkmal: Der klassischen Tradition verpflichtet, hat Klotz hier den Faltenwurf durch eine weiche Modellierung der Marmoroberfläche eindrucksvoll zur Geltung gebracht. Denselben Faltenwurf erkennen wir auch bei der Zimmermann - Büste, wenn auch in reduzierter Form. Eine schlichte und kompakte Formensprache ist beiden Büsten zu eigen - ungeachtet ihres Materials.

Ereignisse nach der Aufstellung im Arkadenhof

Quellen

  • Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007
  • UAW, Senat S 96.16

Rezeption in der Presse

Literatur

  • Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007, SEITEN
  • ADB, Allgemeine Deutsche Bibliographie, Bd. 45, Leipzig 1900,S. 294 - 299.

Einzelnachweise

  1. Bernhard Münz Robert von Zimmermann In: ADB 1900, Bd.45
  2. Brief an das Rektorat Wien14.Juni 1914 In: UAW Senat S 96.16
  3. Legat der Witwe Zimmermanns, In: UAW Senat S 96.16
  4. Bescheid der künstlerischen Komission am 15.Juli 1915, In: UAW Senat S 96.16

Ana-Teresa Czernin