Denkmal Robert Ultzmann

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
Wechseln zu: Navigation, Suche
Robert Ultzmann
Lage des Denkmals, Nr. 69, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.
Denkmal Robert Ultzmann
Denkmal Inschrift
Robert Ultzmann Grabmal von Viktor Tilgner

Das Denkmal für den Mediziner Robert Ultzmann (1842-1889) wurde von dem Bildhauer K. Selinger für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und 1929 enthüllt. Es handelt sich um eine Kopie der Büste, die sich am Grabmal Ultzmanns befindet und ursprünglich von Viktor Tilgner (1844-1896) stammt.

Beschreibung

Die Büste Robert Ultzmanns ist auf einem hohen Sockel gelagert, der durch einige Abstufungen in einem Quader mit größerem Umfang endet. Ultzmann blickt den Betrachter mit einem ernsten Ausdruck an und zieht dabei seine Augenbrauen etwas Richtung Stirn, wobei eine Falte sichtbar wird. Bei genauerem Analysieren lassen sich die Augenlider, sowie Abzeichnungen von Tränensäcken und die Pupillen ausmachen. Viktor Tilgner, der das Original ausgearbeitet hat, scheint hier eine authentische Darstellung des Chirurgen umgesetzt zu haben. Die Haare sind schwungvoll nach hinten gekämmt und auch sein Bart, der die spitze Oberlippe teilweise verdeckt, sowie sein kurz geratener Unterlippenbart, sehen ordentlich aus. Von den Seiten aus betrachtet, sieht man die schön ausgearbeiteten Ohren und an seiner linken abgeschnittenen Schulter, lässt sich die Künstlersignatur erkennen. Die unordentlichen Ritzungen des K. Selinger geben zusätzlich an, dass es sich bei dieser Büste um eine Kopie nach Victor Tilgner handelt. Der Sockel des Denkmals gibt in goldenen Lettern „Robert Ultzmann 1842 – 1889 Professor der Chirurgie“ preis.

Notizen zur dargestellten Person

Bei der dargestellten Person handelt es sich um den Chirurgen Robert Ultzmann, der durch zahlreiche Arbeiten über die Erkrankung der Harnorgane profilierte. Sein internationaler Bekanntheitsgrad ließ Studenten aus der ganzen Welt seine Vorlesungen besuchen. Ultzmann gilt als Mitbegründer der Urologie.

Entstehungsgeschichte

Die Planung bezüglich eines Denkmals für Robert Ultzmann begannen schon im Jahr 1914, doch diese wurden wegen des Ersten Weltkrieges unterbrochen. Am 14. Juni 1928 bittet die Witwe Marie Ultzmann den akademischen Senat, um die Durchführung des geplanten und stattgegebenen Projekts. Sie schlägt ein zu Lebzeiten entstandenes Gipsmodell vor, welches von dem Bildhauer Alexander Mailler angefertigt wurde. Bezüglich der Ausführung macht sie den Vorschlag, durch die Kunsterzgießerei Frömmels Söhne ein Bronzemodell der Gipsfigur anfertigen zu lassen und dieses auf einem entsprechend gestalteten Marmorsockel zu platzieren. Das Urteil der Kunstbeiräte fiel negativ aus, das Gipsmodell sei nicht geeignet für akademischen Boden. Stattdessen bediente man sich der Marmorbüste des Verstorbenen am Matzleinsdorfer Friedhof, welche von Viktor Tilgner angefertigt wurde. Die Familie des Verstorbenen erklärte sich dafür bereit, die Kosten für eine Bronzebüste, nach dem Vorbild am Grabmal Ultzmanns, zu übernehmen.

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Bei der kunsthistorischen Analyse des Ultzmann Denkmals, bietet sich der Vergleich mit dem Grabmal, angefertigt von Viktor Tilgner, am Matzleinsdorfer Friedhof an. K. Selinger fertigte, wie oben erwähnt, eine Kopie von der original Büste an. Die Basis bildet eine rechteckige Sockelzone, die nach oben hin abgesetzt zu sein scheint. Der weitere Verlauf des Grabmals sind Steine, die aufgetürmt sind und den eigentlichen Sockel der Büste sichtbar machen. Es fällt ein kleines Kind ins Auge, das sich zur Büste hin streckt. Sein rechter Fuß lagert angewinkelt auf einem der Steine und mit seinem Linken steht er auf Zehenspitzen da, um nah genug an die Büste zu kommen. Es ist in ein Tunika artiges Gewand gehüllt, das leicht über seinen Körper fällt. In seiner linken, welcher er Richtung Ultzmann streckt, hält es eine schwarze Blume. Es könnte sich hier um eine Lilie handeln, die sich farblich vom Stein abhebt. Diese wird nämlich nicht nur als Symbol der Reinheit, in Kombination mit Maria gesehen, sondern sie wurde mit der Zeit neben der Blume der Geburt, auch in Verbindung mit Beisetzungen, also dem Tod, gebracht. Auf dem gleichen Stein, auf dem das Kind kniet, ist ein Palmzweig zu sehen. Dieser ist angelehnt an den Sockel der Büste und verläuft unter dem Körper des Kindes hindurch, wobei der Zweig unter seiner Linken wieder zum Vorschein kommt. Der Palmzweig am Grabe eins Chirurgen, könnte so wie in der römischen Kultur, unter anderem ein Zeichen des Triumphs sein und somit seine medizinische Errungenschaften ansprechen. Der obere Abschluss des Denkmals bildet eine Art Häuschen für die Büste, die jedoch nicht gänzlich überdacht ist. Bei der Analyse der Funktion dieses Werks wird die Wahl der Attribute klar. Doch erhält hier die Büste Robert Ultzmanns eine neue Funktion. Die Kopie der Grabmalsbüste wird aus seinem ursprünglichen Kontext gerissen, verliert aus diesem Grund die Attribute und reiht sich durch die neue Funktion eines Ehrendenkmals, in den Darstellungstypus eines solchen ein.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Es sind Keine Ereignisse seit der Aufstellung des Denkmals bekannt.

Rezeption in der Presse

Über eine Rezeption in der Presse ist nichts bekannt.


Gabriele Böhm-Nevole, Angelina Illes