Denkmal Olga Taussky-Todd: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Das aus Aluminium gegossene Denkmal befindet sich im rechten Arkadengang. Der Porträtkopf tritt fast vollplastisch aus dem pentagonalen Reliefgrund hervor, wobei der Halsansatz mit dem Kragen in den Reliefgrund verläuft und die Plastizität zunimmt, wodurch die "Denkerstirn" beinahe vollplastisch augeprägt ist. Basierend auf einer Fotografie ist das Porträt sehr realistisch gestaltet. An der Oberfläche sind die Spuren der Bearbeitung bewusst sichtbar belassen, wodurch der Effekt der Unmittelbarkeit der nicht mehr ganz jungen Epidermis eines freundlich lächelnden Antzlitzes erzielt wird. Auf die Profession der Wissenschaftlerin verweisen die pentagonale Form der Reliefplatte sowie die Inschrift, die plastisch aus dem Grund hervortritt und ohne Abgrenzung die Hälfte der Platte unterhalb des Porträts einnimmt.
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Das aus Aluminium gegossene Denkmal für Olga Taussky-Todd befindet sich im hinteren Bereich des rechten Arkadengangs an der Wandseite und trägt die Maiselnummer 160. Es wurde oberhalb der bereits vorhandenen Denkmäler von [[Johann Radon]] (1887-1956) und [[Karl Langer von Edenberg]] (1819-1887) in circa zwei Metern Höhe angebracht.
 
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Der Porträtkopf Taussky-Todds tritt fast vollplastisch aus dem pentagonalen Reliefgrund hervor, wobei der Halsansatz mit dem Kragen in den Reliefgrund verläuft und die Plastizität zunimmt, wodurch die "Denkerstirn" beinahe vollplastisch ausgeprägt ist. Basierend auf einer Fotografie ist das Porträt sehr realistisch gestaltet. An der Oberfläche sind die Spuren der Bearbeitung bewusst sichtbar belassen, wodurch der Effekt der Unmittelbarkeit der nicht mehr ganz jungen Epidermis eines freundlich lächelnden Antlitzes erzielt wird. Ebenso ist der Reliefgrund kein ebener und zeigt Spuren des künstlerischen Prozesses.
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Auf die Profession der Wissenschaftlerin verweisen die pentagonale Form der Reliefplatte sowie die Inschrift, die plastisch aus dem Grund hervortritt und ohne Abgrenzung die Hälfte der Platte unterhalb des Porträts einnimmt.  
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== Notizen zur dargestellten Person ==
 
== Notizen zur dargestellten Person ==
[[Olga Taussky-Todd]] promovierte 1930 in Mathematik an der Universität Wien bevor sie 1934 nach England übersiedelte. 1947 emigrierte sie in die USA, wo sie am California Insitute of Technology eine Stelle erhält, die erst im Jahr 1971 auch formal in eine Professur umgewandelt wird. Nach Wien kam sie 1956 als Visiting Professor. Besondere Bekanntheit erlangte sie durch ihre Forschungen zur Matrizentheorie.
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[[Olga Taussky-Todd]] (* 30. August 1906 in Olmütz, Mähren; † 7. Oktober 1995 in Pasadena, Kalifornien) war Mathematikerin. Besondere Bekanntheit erlangte sie durch ihre Forschungen zur Matrizentheorie.
  
 
== Entstehungsgeschichte ==
 
== Entstehungsgeschichte ==
Das Denkmal für Olga Taussky wurde als eines von insgesamt 7 Denkmälern für Wissenschafterinnenim Jahre 2015/16 im Arkadenhof der Universität Wien anläßlich des 650 Jahrjubiläums der Universität angebracht. Die Künstlerin [[Karin Frank]] erhielt den Auftrag für das Denkmal im Rahmen eines ausgeschriebenen Wettbewerbes.
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Das Denkmal für Olga Taussky-Todd entstand anlässlich der 650-Jahrfeier der Universität Wien und wurde am 30. Juni 2016 feierlich enthüllt. Neben Taussky-Todd wurden sechs weitere Wissenschaftlerinnen mit Denkmälern geehrt: [[Charlotte Bühler]] (1893-1974), [[Marie Jahoda]] (1907-2001), [[Berta Karlik]] (1904-1990), [[Lise Meitner]] (1878-1968), [[Grete Mostny-Glaser]] (1914-1991) und [[Elise Richter]] (1865-1943).  
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Die detaillierte Entstehungsgeschichte wird in einem gesonderten Artikel behandelt:
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[[Entstehungsgeschichte der sieben Denkmäler für Wissenschaftlerinnen 2016]]
  
 
== Kunsthistorischer Vergleich und Analyse ==
 
== Kunsthistorischer Vergleich und Analyse ==
Das Denkmal schließt an die im Aradenhof verwendete traditionelle Form des Porträtreliefs an. Der Porträtkopf hält sich allerdings nicht an die Begrenzung des Reliefgrundes sondern überschneidet eine Seite des Pentagons.  
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Das Denkmal schließt an die im Arkadenhof verwendete traditionelle Form des Porträtreliefs an. Der Porträtkopf hält sich allerdings nicht an die Begrenzung des Reliefgrundes sondern überschneidet eine Seite des Pentagons. Auch die Anbringung hebt sich von den bisherigen Denkmälern dadurch ab, dass das Denkmal für Olga Taussky-Todd über zwei anderen – [[Johann Radon]] (1887-1956) und [[Karl Langer von Edenberg]] (1819-1887) – an der Wand montiert ist. Diese Art der Präsentation hebt es zum einen hervor, schafft zum anderen aber auch von eine Distanz gegenüber dem_der Bertrachter_in. Gleichzeitig wird mit der räumlichen Nähe zu Johann Radon, der selbst unter anderem auch Mathematiker war, ein übergreifender Bezug hergestellt. Neben Olga Taussky-Todds Denkmal gibt es im Arkadenhof drei weitere Denkmäler, die Mathematiker ehren: das [[Denkmal Johann Radon]]s, das [[Denkmal Joseph Maximilian Petzval]]s, sowie das [[Denkmal Josef Maria Pernter]]s. Letzterem ähnelt Taussky-Todds Denkmal insofern, als dass es sich bei dem von [[Michael Drobil]] (1877-1958) geschaffenen Werk auch um einen Porträtkopf handelt, der aus einem steinernen Reliefgrund hervorgeht. Die Oberfläche ist bei Pernters Denkmal jedoch wesentlich glatter gehalten und hebt nicht wie bei Taussky-Todds Denkmal die Materialität und Prozesshaftigkeit der Bearbeitung hervor.
 
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Der Bezug Taussky-Todds zur Mathematik durch die Wahl des Pentagons als Reliefgrund verweist zwar allgemein auf die Profession der Geehrten, mit ihrem bedeutendsten Forschungsbereich – der Matrizentheorie – steht es jedoch nicht in Verbindung. Für Karin Frank, die in ihrer Arbeit zu den Denkmälern auch durch die Form an die Tätigkeit erinnern wollte, ist das Porträt als Sujet in ihrem Schaffen eine wichtige Konstante und war auch mit Grund, dass sie sich für die Teilnahme an dem Wettbewerb entschloss.<ref>https://medienportal.univie.ac.at/uniview/wissenschaft-gesellschaft/detailansicht/artikel/wissenschafterinnen-ein-denkmal-setzen/, aufgerufen am 27.12.2018.</ref>
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Version vom 4. Februar 2019, 20:01 Uhr

Abb. 1: Karin Frank, Denkmal Olga Taussky-Todd, Arkadenhof der Universität Wien, Nr. 160, 2016 enthüllt.

Das Denkmal für die Mathematikerin Olga Taussky-Todd (1906-1995) wurde von der Künstlerin Karin Frank (*1972) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und am 30. Juni 2016 enthüllt.

Beschreibung

Das aus Aluminium gegossene Denkmal für Olga Taussky-Todd befindet sich im hinteren Bereich des rechten Arkadengangs an der Wandseite und trägt die Maiselnummer 160. Es wurde oberhalb der bereits vorhandenen Denkmäler von Johann Radon (1887-1956) und Karl Langer von Edenberg (1819-1887) in circa zwei Metern Höhe angebracht. Der Porträtkopf Taussky-Todds tritt fast vollplastisch aus dem pentagonalen Reliefgrund hervor, wobei der Halsansatz mit dem Kragen in den Reliefgrund verläuft und die Plastizität zunimmt, wodurch die "Denkerstirn" beinahe vollplastisch ausgeprägt ist. Basierend auf einer Fotografie ist das Porträt sehr realistisch gestaltet. An der Oberfläche sind die Spuren der Bearbeitung bewusst sichtbar belassen, wodurch der Effekt der Unmittelbarkeit der nicht mehr ganz jungen Epidermis eines freundlich lächelnden Antlitzes erzielt wird. Ebenso ist der Reliefgrund kein ebener und zeigt Spuren des künstlerischen Prozesses. Auf die Profession der Wissenschaftlerin verweisen die pentagonale Form der Reliefplatte sowie die Inschrift, die plastisch aus dem Grund hervortritt und ohne Abgrenzung die Hälfte der Platte unterhalb des Porträts einnimmt.

Notizen zur dargestellten Person

Olga Taussky-Todd (* 30. August 1906 in Olmütz, Mähren; † 7. Oktober 1995 in Pasadena, Kalifornien) war Mathematikerin. Besondere Bekanntheit erlangte sie durch ihre Forschungen zur Matrizentheorie.

Entstehungsgeschichte

Das Denkmal für Olga Taussky-Todd entstand anlässlich der 650-Jahrfeier der Universität Wien und wurde am 30. Juni 2016 feierlich enthüllt. Neben Taussky-Todd wurden sechs weitere Wissenschaftlerinnen mit Denkmälern geehrt: Charlotte Bühler (1893-1974), Marie Jahoda (1907-2001), Berta Karlik (1904-1990), Lise Meitner (1878-1968), Grete Mostny-Glaser (1914-1991) und Elise Richter (1865-1943). Die detaillierte Entstehungsgeschichte wird in einem gesonderten Artikel behandelt: Entstehungsgeschichte der sieben Denkmäler für Wissenschaftlerinnen 2016

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Das Denkmal schließt an die im Arkadenhof verwendete traditionelle Form des Porträtreliefs an. Der Porträtkopf hält sich allerdings nicht an die Begrenzung des Reliefgrundes sondern überschneidet eine Seite des Pentagons. Auch die Anbringung hebt sich von den bisherigen Denkmälern dadurch ab, dass das Denkmal für Olga Taussky-Todd über zwei anderen – Johann Radon (1887-1956) und Karl Langer von Edenberg (1819-1887) – an der Wand montiert ist. Diese Art der Präsentation hebt es zum einen hervor, schafft zum anderen aber auch von eine Distanz gegenüber dem_der Bertrachter_in. Gleichzeitig wird mit der räumlichen Nähe zu Johann Radon, der selbst unter anderem auch Mathematiker war, ein übergreifender Bezug hergestellt. Neben Olga Taussky-Todds Denkmal gibt es im Arkadenhof drei weitere Denkmäler, die Mathematiker ehren: das Denkmal Johann Radons, das Denkmal Joseph Maximilian Petzvals, sowie das Denkmal Josef Maria Pernters. Letzterem ähnelt Taussky-Todds Denkmal insofern, als dass es sich bei dem von Michael Drobil (1877-1958) geschaffenen Werk auch um einen Porträtkopf handelt, der aus einem steinernen Reliefgrund hervorgeht. Die Oberfläche ist bei Pernters Denkmal jedoch wesentlich glatter gehalten und hebt nicht wie bei Taussky-Todds Denkmal die Materialität und Prozesshaftigkeit der Bearbeitung hervor. Der Bezug Taussky-Todds zur Mathematik durch die Wahl des Pentagons als Reliefgrund verweist zwar allgemein auf die Profession der Geehrten, mit ihrem bedeutendsten Forschungsbereich – der Matrizentheorie – steht es jedoch nicht in Verbindung. Für Karin Frank, die in ihrer Arbeit zu den Denkmälern auch durch die Form an die Tätigkeit erinnern wollte, ist das Porträt als Sujet in ihrem Schaffen eine wichtige Konstante und war auch mit Grund, dass sie sich für die Teilnahme an dem Wettbewerb entschloss.[1]

Quellen

Rezeption in der Presse

Einzelnachweise

  1. https://medienportal.univie.ac.at/uniview/wissenschaft-gesellschaft/detailansicht/artikel/wissenschafterinnen-ein-denkmal-setzen/, aufgerufen am 27.12.2018.

Charlotte Reuß