Denkmal Marie Jahoda: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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== Beschreibung ==
 
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Das Denkmal für Marie Jahoda besteht aus einem Wandbild in in Hell-Dunkel, das aus der Patina der Wandfläche auf der Innenseite des Pfeilers herausgearbeitet ist. Die Künstlerin arbeitet dabei mit den unterschiedlichen Verwitterungsschichten der Fläche und schafft dabei diese Abstufung.  
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Das von Catrin Bolt geschaffene Denkmal für Marie Jahoda befindet sich in der Mitte des linken Arkadenganges an der Innenseite eines Pfeilers und trägt die Maiselnummer 156.  
 
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Es ist als Relief, das durch die graduelle Reinigung der sich mit der Zeit auf den Stein gelegten Patina, direkt in die Architektur eingearbeitet.<ref>https://www.univie.ac.at/ueber-uns/auf-einen-blick/wissenschafterinnen-im-arkadenhof/#c5551, aufgerufen am 02.12.2018.</ref> Die drei Helligkeitsstufen, die durch dieses Verfahren entstehen, bilden die Grundlage des Denkmals. Für das Porträt zog Bolt eine Schwarzweißfotografie von Marie Jahoda hinzu und transferierte die unterschiedlichen Tonwerte in die drei möglichen der Patina, sodass am Ende die Fotografie in Lebensgröße in die Oberfläche des Arkadenpfeilers überging.
"Durch teilweise Reinigung können drei Helligkeitsstufen sichtbar gemacht werden: die ursprüngliche Farbe der Wand, eine mittlere und die derzeitige, dunkle, die belassen wird. Durch diese Variationen kann man fotografische Porträts zu einem Wandbild übersetzen, die in Lebensgröße auf den Seitenwänden der Säulen des Arkadenhofs auf Augenhöhe angebracht werden. Die Idee hinter dieser Technik ist, die Ehrenmäler direkt in die Architektur und über Zeit entstandenen Schichten einzuschreiben und aus ihnen das Abbild herauszuarbeiten, als wäre es schon immer da gewesen."<ref>https://www.univie.ac.at/ueber-uns/auf-einen-blick/wissenschafterinnen-im-arkadenhof/#c5551</ref>
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Jahoda wird auf der privaten Aufnahme beim Wandern auf dem Schneeberg in Niederösterreich im März/April 1934 gezeigt und steht in leicht seitlich gedrehter Körperhaltung inmitten von Gestein.<ref>http://agso.uni-graz.at/jahoda/00_04/fotos_gesamt.htm, aufgerufen am 02.12.2018.</ref> Sie lächelt mit nach links geneigtem Kopf in die Kamera. Im Hintergrund sind Gebüsch und Bäume, sowie eine vereinzelte Person zu erkennen. Gekleidet ist Jahoda in eine helle kurzärmelige Bluse, darüber in einen dunklen Pullunder und einer ebenso dunklen Hose. Auf ihrem Rücken trägt sie einen Rucksack. Die Hände verschwinden in den Hosentaschen.
 
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Durch die Übersetzung der Tonwerte von der Fotografie in die Patinaschichten erscheint das Porträt kontrastreicher als auf der Aufnahme. Dies und das veränderte Format im Vergleich zu der viel kleineren Vorlage lassen die Porträtierte wirklichkeitsnaher und unmittelbarer wirken.
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Um die bearbeitete Wandoberfläche zu schützen, ist vor diese in geringem Abstand eine Glasplatte geblendet.<ref>Obgleich diese Glasplatte das dahinter liegende Kunstwerk vor groben Umwelteinflüssen abschirmen soll, verhält es sich mittlerweile auch so, dass sich auf der Innenseite des Glases eine feine Schmutzschicht abgelagert hat und die Sichtbarkeit des eigentlichen Denkmals einschränkt.</ref> Darauf sind im unteren rechten Bereich der Name, die Tätigkeit und Geburts- und Sterbejahr Jahodas vermerkt.
 
== Notizen zur dargestellten Person ==
 
== Notizen zur dargestellten Person ==
 
[[Marie Jahoda]] (* 26. Januar 1907 in Wien; † 28. April 2001 in Keymer, Sussex, Großbritannien) war eine österreichisch-britische Sozialpsychologin.
 
[[Marie Jahoda]] (* 26. Januar 1907 in Wien; † 28. April 2001 in Keymer, Sussex, Großbritannien) war eine österreichisch-britische Sozialpsychologin.
 
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== Entstehungsgeschichte ==                                                                                              
== Entstehungsgeschichte ==
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Das Denkmal für Marie Jahoda entstand anlässlich der 650-Jahrfeier der Universität Wien und wurde am 30. Juni 2016 feierlich enthüllt. Neben Jahoda wurden sechs weitere Wissenschaftlerinnen mit Denkmälern geehrt: [[Charlotte Bühler]] (1893-1974), [[Berta Karlik]] (1904-1990), [[Lise Meitner]] (1878-1968), [[Grete Mostny-Glaser]] (1914-1991), [[Elise Richter]] (1865-1943) und [[Olga Taussky-Todd]] (1906-1995).
Die Universität Wien nahm das 650-Jahr-Jubiläum 2015 zum Anlass, das Denkmalensemble im [[Arkadenhof der Universität Wien]] um Ehrungen für Wissenschaftlerinnen zu ergänzen.
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Die detaillierte Entstehungsgeschichte wird in einem gesonderten Artikel behandelt:
 
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[[Entstehungsgeschichte der sieben Denkmäler für Wissenschaftlerinnen 2016]]
Im Herbst 2015 fand daher eine Ausschreibung zu einem zweistufigen Kunstwettbewerb statt, an dem sich zahlreiche KünstlerInnen beteiligten. Insgesamt gingen 33 vollständige Bewerbungsunterlagen bei der Jury ein. Diese bestand aus dem Rektor Heinz W. Engl, der damaligen Senatsvorsitzenden Gabriele Kucsko-Stadlmayer, der Professorin für Gendergeschichte Gabriella Hauch, dem Kunsthistoriker Prof. Michael Viktor Schwarz, der Landeskonservatorin für Wien Mag. Elisabeth Hudritsch, der Künstlerin und Professorin an der Akademie der bildenden Künste in Wien Mona Hahn, der Künstlerin Sofie Thorsen und dem Intendanten Peter Pakesch.
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Aus den 33 Einreichungen wurden sieben KünstlerInnen eingeladen, Konzepte zur künstlerischen Gestaltung für die Ehrung von Wissenschaftlerinnen vorzulegen. Daraus wurden in einer zweiten Phase drei GewinnerInnen gewählt: Thomas Baumann, Catrin Bolt und Karin Frank.<ref>https://www.univie.ac.at/ueber-uns/auf-einen-blick/wissenschafterinnen-im-arkadenhof/#c5551</ref>
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== Kunsthistorischer Vergleich und Analyse ==
 
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Catrin Bolts Denkmal von Marie Jahoda im Arkadenhof der Universität verbindet unterschiedliche Bedeutungsebenen und -horizonte miteinander. Zum einen bildet die Grundlage des Bildnisses eine Privatfotografie, die Jahoda beim Wandern zeigt. Zum anderen wird diese Vorlage im öffentlichen Raum der Universität zum Denkmal transferiert. Hinzu kommt die Fixierung der Tonwerte als unterschiedliche Schichten der Patina, sodass sich Bild und Architektur buchstäblich miteinander verbinden. Es findet somit auch eine Verschiebung in der Kontextualität statt. Im Vergleich zu den meisten anderen Denkmälern des Arkadenhofes, die eine repräsentative förmliche Funktion und am ehesten den Bezug zum Tätigkeitsfeld des_der Geehrten herstellen wollen, verläuft die “Richtung“ in dem Denkmal für Marie Jahoda konträr. Dem_der Betrachter_in wird die Geehrte hier als private Person vorgestellt, deren Profession zunächst in den Hintergrund rückt.  
 
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Die Technik, die Bolt für das Denkmal anwendete, hat ihren Ursprung in der Street Art und wird dort als “Reverse Graffiti“ bezeichnet. Durch die partielle Reinigung verschmutzter Oberflächen werden Schriftzüge oder Bilder generiert. Oft dienen Schablonen (“Stencils“) dabei als Hilfsmittel um verschiedene Abstufungen oder vorher angefertigte Motive zügig anzubringen.
== Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof ==
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Ähnlich wie es im Falle der von Bolt verwendeten Fotografie zu einer neuen Kontextualisierung durch das Kunstwerk kam, spielt die Frage nach der Verortung bei der Technik des “Reverse Graffiti“ eine Rolle. Aufgrund ihres Nutzens ist sie im öffentlichen Raum angesiedelt. Von Street Artists angewandt, jedoch auch im Bereich der Werbung, sei es auf kommerzieller oder anderer Ebene gedacht, ist die Technik des “Reverse Graffiti“ für den öffentlichen Raum prädestiniert. Bolt selbst arbeitete bereits mehrfach im öffentlichen Raum, so dass dieser Bezug sicher naheliegt, zumal sie selbst “situationsspezifisch“ vorgeht.<ref>https://medienportal.univie.ac.at/uniview/wissenschaft-gesellschaft/detailansicht/artikel/gescheite-und-spannende-frauen/</ref> Obgleich für das Denkmal vorgesehen, führte der unerlaubte Einsatz des “Reverse Graffiti“ – also schlicht das Reinigen verschmutzter Flächen mit einem bildnerischen oder schriftlichen Endergebnis – in anderen Fällen bereits zu Kontroversen.<ref>https://www.youtube.com/watch?v=gAxxRQXkcjg, aufgerufen am 26.01.2019.</ref> Gleichsam wohnt der Technik auch eine kritische Komponente inne, die die Umweltverschmutzung auf- und angreift.
Seit der Aufstellung des Denkmals im Arkadenhof der Universität Wien gab es keine Ereignisse.
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== Literatur ==
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== Quellen ==
 
== Quellen ==
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* https://www.univie.ac.at/ueber-uns/auf-einen-blick/wissenschafterinnen-im-arkadenhof/#c5551
 
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* http://agso.uni-graz.at/jahoda/00_04/fotos_gesamt.htm
 
== Rezeption in der Presse ==
 
== Rezeption in der Presse ==
 
* http://wien.orf.at/news/stories/2739179/, 26.07.2016
 
* http://wien.orf.at/news/stories/2739179/, 26.07.2016
 
* http://derstandard.at/2000040160497/Arkadenhof-der-Uni-Wien-beherbergt-nun-auch-Frauen-Denkmaeler, 26.07.2016
 
* http://derstandard.at/2000040160497/Arkadenhof-der-Uni-Wien-beherbergt-nun-auch-Frauen-Denkmaeler, 26.07.2016
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* https://www.youtube.com/watch?v=gAxxRQXkcjg
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* https://geschichte.univie.ac.at/de/artikel/entlassungen-politischer-gegnerinnen-der-universitat-wien-im-austrofaschismus
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* https://geschichte.univie.ac.at/de/artikel/tore-der-erinnerung-am-campus-der-universitaet-wien
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* https://geschichte.univie.ac.at/de/artikel/arbeitslose-und-opinion-leader
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* https://geschichte.univie.ac.at/de/personen/marie-jahoda
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* https://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/frauen-erobern-den-arkadenhof-1/
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* https://thegap.at/die-frauen-im-arkadenhof/
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* https://medienportal.univie.ac.at/uniview/wissenschaft-gesellschaft/detailansicht/artikel/gescheite-und-spannende-frauen/
  
 
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==
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''Charlotte Reuß''
  
 
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Version vom 4. Februar 2019, 19:58 Uhr

Abb. 1: Catrin Bolt, Denkmal Marie Jahoda, Arkadenhof der Universität Wien, Nr. 156, 2016 enthüllt.

Das Denkmal für die Sozialwissenschaftlerin Marie Jahoda (1907-2001) wurde von der Künstlerin Catrin Bolt (*1979) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und am 30. Juni 2016 enthüllt.

Beschreibung

Das von Catrin Bolt geschaffene Denkmal für Marie Jahoda befindet sich in der Mitte des linken Arkadenganges an der Innenseite eines Pfeilers und trägt die Maiselnummer 156. Es ist als Relief, das durch die graduelle Reinigung der sich mit der Zeit auf den Stein gelegten Patina, direkt in die Architektur eingearbeitet.[1] Die drei Helligkeitsstufen, die durch dieses Verfahren entstehen, bilden die Grundlage des Denkmals. Für das Porträt zog Bolt eine Schwarzweißfotografie von Marie Jahoda hinzu und transferierte die unterschiedlichen Tonwerte in die drei möglichen der Patina, sodass am Ende die Fotografie in Lebensgröße in die Oberfläche des Arkadenpfeilers überging. Jahoda wird auf der privaten Aufnahme beim Wandern auf dem Schneeberg in Niederösterreich im März/April 1934 gezeigt und steht in leicht seitlich gedrehter Körperhaltung inmitten von Gestein.[2] Sie lächelt mit nach links geneigtem Kopf in die Kamera. Im Hintergrund sind Gebüsch und Bäume, sowie eine vereinzelte Person zu erkennen. Gekleidet ist Jahoda in eine helle kurzärmelige Bluse, darüber in einen dunklen Pullunder und einer ebenso dunklen Hose. Auf ihrem Rücken trägt sie einen Rucksack. Die Hände verschwinden in den Hosentaschen. Durch die Übersetzung der Tonwerte von der Fotografie in die Patinaschichten erscheint das Porträt kontrastreicher als auf der Aufnahme. Dies und das veränderte Format im Vergleich zu der viel kleineren Vorlage lassen die Porträtierte wirklichkeitsnaher und unmittelbarer wirken. Um die bearbeitete Wandoberfläche zu schützen, ist vor diese in geringem Abstand eine Glasplatte geblendet.[3] Darauf sind im unteren rechten Bereich der Name, die Tätigkeit und Geburts- und Sterbejahr Jahodas vermerkt.

Notizen zur dargestellten Person

Marie Jahoda (* 26. Januar 1907 in Wien; † 28. April 2001 in Keymer, Sussex, Großbritannien) war eine österreichisch-britische Sozialpsychologin.

Entstehungsgeschichte

Das Denkmal für Marie Jahoda entstand anlässlich der 650-Jahrfeier der Universität Wien und wurde am 30. Juni 2016 feierlich enthüllt. Neben Jahoda wurden sechs weitere Wissenschaftlerinnen mit Denkmälern geehrt: Charlotte Bühler (1893-1974), Berta Karlik (1904-1990), Lise Meitner (1878-1968), Grete Mostny-Glaser (1914-1991), Elise Richter (1865-1943) und Olga Taussky-Todd (1906-1995). Die detaillierte Entstehungsgeschichte wird in einem gesonderten Artikel behandelt: Entstehungsgeschichte der sieben Denkmäler für Wissenschaftlerinnen 2016

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Catrin Bolts Denkmal von Marie Jahoda im Arkadenhof der Universität verbindet unterschiedliche Bedeutungsebenen und -horizonte miteinander. Zum einen bildet die Grundlage des Bildnisses eine Privatfotografie, die Jahoda beim Wandern zeigt. Zum anderen wird diese Vorlage im öffentlichen Raum der Universität zum Denkmal transferiert. Hinzu kommt die Fixierung der Tonwerte als unterschiedliche Schichten der Patina, sodass sich Bild und Architektur buchstäblich miteinander verbinden. Es findet somit auch eine Verschiebung in der Kontextualität statt. Im Vergleich zu den meisten anderen Denkmälern des Arkadenhofes, die eine repräsentative förmliche Funktion und am ehesten den Bezug zum Tätigkeitsfeld des_der Geehrten herstellen wollen, verläuft die “Richtung“ in dem Denkmal für Marie Jahoda konträr. Dem_der Betrachter_in wird die Geehrte hier als private Person vorgestellt, deren Profession zunächst in den Hintergrund rückt. Die Technik, die Bolt für das Denkmal anwendete, hat ihren Ursprung in der Street Art und wird dort als “Reverse Graffiti“ bezeichnet. Durch die partielle Reinigung verschmutzter Oberflächen werden Schriftzüge oder Bilder generiert. Oft dienen Schablonen (“Stencils“) dabei als Hilfsmittel um verschiedene Abstufungen oder vorher angefertigte Motive zügig anzubringen. Ähnlich wie es im Falle der von Bolt verwendeten Fotografie zu einer neuen Kontextualisierung durch das Kunstwerk kam, spielt die Frage nach der Verortung bei der Technik des “Reverse Graffiti“ eine Rolle. Aufgrund ihres Nutzens ist sie im öffentlichen Raum angesiedelt. Von Street Artists angewandt, jedoch auch im Bereich der Werbung, sei es auf kommerzieller oder anderer Ebene gedacht, ist die Technik des “Reverse Graffiti“ für den öffentlichen Raum prädestiniert. Bolt selbst arbeitete bereits mehrfach im öffentlichen Raum, so dass dieser Bezug sicher naheliegt, zumal sie selbst “situationsspezifisch“ vorgeht.[4] Obgleich für das Denkmal vorgesehen, führte der unerlaubte Einsatz des “Reverse Graffiti“ – also schlicht das Reinigen verschmutzter Flächen mit einem bildnerischen oder schriftlichen Endergebnis – in anderen Fällen bereits zu Kontroversen.[5] Gleichsam wohnt der Technik auch eine kritische Komponente inne, die die Umweltverschmutzung auf- und angreift.

Quellen

Rezeption in der Presse

Einzelnachweise

  1. https://www.univie.ac.at/ueber-uns/auf-einen-blick/wissenschafterinnen-im-arkadenhof/#c5551, aufgerufen am 02.12.2018.
  2. http://agso.uni-graz.at/jahoda/00_04/fotos_gesamt.htm, aufgerufen am 02.12.2018.
  3. Obgleich diese Glasplatte das dahinter liegende Kunstwerk vor groben Umwelteinflüssen abschirmen soll, verhält es sich mittlerweile auch so, dass sich auf der Innenseite des Glases eine feine Schmutzschicht abgelagert hat und die Sichtbarkeit des eigentlichen Denkmals einschränkt.
  4. https://medienportal.univie.ac.at/uniview/wissenschaft-gesellschaft/detailansicht/artikel/gescheite-und-spannende-frauen/
  5. https://www.youtube.com/watch?v=gAxxRQXkcjg, aufgerufen am 26.01.2019.

Charlotte Reuß