Denkmal Leopold Schrötter von Kristelli: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Das Denkmal [[Leopold Schrötter von Kristelli]] wurde von [[Kaspar Clemens Eduard Zumbusch]] angefertigt und 1937 im [[Arkadenhof der Universität Wien]] enthüllt. Das Reliefmedaillon wurde von der Familie Schrötter und des Denkmalkomitee gewidmet. Es ist Schrötter aufgrund seiner herausragenden Leistungen im Bereich der Laryngologie (Spezialgebiet zur Behandlung von Kehlkopferkrankungen) gewidmet. Das Denkmal befindet sich an der rechten Seite des Arkadenhofes der Univerität Wien und nach Thomas Maisel an der Stelle Nr. 101 (Abb.2). Links von dem Kristelli Denkmal befindet sich die Plakette des Anglist [[Jakob Schipper]] nach Maisel, 2007 mit der Nummer 100.
Das Denkmal des Laryngologen [[Leopold Schrötter von Kristelli]] wurde von dem Bildhauer [[Kaspar Clemens Eduard Zumbusch]] angefertigt und 1937 im [[Arkadenhof der Universität Wien]] enthüllt.  




== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Die Gedenktafel für [[Leopold Schrötter von Kristelli]]  (Abb.1) ist ein rundes Relief aus Bronze. Hierbei handelt es sich um die Darstellung des besagten Laryngologe Schrötter im Seitenprofil. Sein Profil wird von einer rechteckigen, steinernen Platte umrahmt, welche in der Breite ca. 77cm und in der Höhe ca. 110 cm misst. Das Bronzerelief hat einen Durchmesser von 49 cm. Folglich nimmt das Relief die obere Hälfte der Tafel ein.
Die Gedenktafel für [[Leopold Schrötter von Kristelli]]  (Abb.1) ist ein rundes Relief aus Bronze. Hierbei handelt es sich um die Darstellung des Laryngologen Schrötter im Seitenprofil. Sein Profil wird von einer rechteckigen, steinernen Platte umrahmt, welche in der Breite ca. 77cm und in der Höhe ca. 110 cm misst. Das Bronzerelief hat einen Durchmesser von 49 cm. Folglich nimmt das Relief die obere Hälfte der Tafel ein.
 
XX Das Reliefmedaillon wurde von der Familie Schrötter und des Denkmalkomitee gewidmet. Es ist Schrötter aufgrund seiner herausragenden Leistungen im Bereich der Laryngologie (Spezialgebiet zur Behandlung von Kehlkopferkrankungen) gewidmet. Das Denkmal befindet sich an der rechten Seite des Arkadenhofes der Univerität Wien und nach Thomas Maisel an der Stelle Nr. 101 (Abb.2). Links von dem Kristelli Denkmal befindet sich die Plakette des Anglist [[Jakob Schipper]] nach Maisel, 2007 mit der Nummer 100.


[[Bild:Aufstellung maisel 2007.jpg|thumb|Abb.2: Plan der Aufstellung der Denkmälder im Arkadenhof der Universität Wien, Maisel 2007, Nr. 101.]]
[[Bild:Aufstellung maisel 2007.jpg|thumb|Abb.2: Plan der Aufstellung der Denkmälder im Arkadenhof der Universität Wien, Maisel 2007, Nr. 101.]]

Version vom 7. August 2014, 10:58 Uhr

Abb. 1: Denkmal Leopold Schrötter von Kristelli

Das Denkmal des Laryngologen Leopold Schrötter von Kristelli wurde von dem Bildhauer Kaspar Clemens Eduard Zumbusch angefertigt und 1937 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.


Beschreibung

Die Gedenktafel für Leopold Schrötter von Kristelli (Abb.1) ist ein rundes Relief aus Bronze. Hierbei handelt es sich um die Darstellung des Laryngologen Schrötter im Seitenprofil. Sein Profil wird von einer rechteckigen, steinernen Platte umrahmt, welche in der Breite ca. 77cm und in der Höhe ca. 110 cm misst. Das Bronzerelief hat einen Durchmesser von 49 cm. Folglich nimmt das Relief die obere Hälfte der Tafel ein.

XX Das Reliefmedaillon wurde von der Familie Schrötter und des Denkmalkomitee gewidmet. Es ist Schrötter aufgrund seiner herausragenden Leistungen im Bereich der Laryngologie (Spezialgebiet zur Behandlung von Kehlkopferkrankungen) gewidmet. Das Denkmal befindet sich an der rechten Seite des Arkadenhofes der Univerität Wien und nach Thomas Maisel an der Stelle Nr. 101 (Abb.2). Links von dem Kristelli Denkmal befindet sich die Plakette des Anglist Jakob Schipper nach Maisel, 2007 mit der Nummer 100.

Abb.2: Plan der Aufstellung der Denkmälder im Arkadenhof der Universität Wien, Maisel 2007, Nr. 101.
Abb.3: Denkmal Leopold Schrötter von Kristelli; Inschrift, Arkadenhof der Universität Wien


Um das runde und schlicht gehaltene Bronzerelief zieht sich in identischer Form eine Vertiefung in der Steinplatte. Diese Vertiefung wirkt wie ein Rahmen, wodurch das Relief, welches sich in der oberen Hälfte der Gedenktafel befindet, hervorgehoben wird. Unter dem Relief befindet sich eine Inschrift in goldenen Lettern (Abb.3): Dr. LEOPOLD RITTER SCHRÖTTER VON KRISTELLI; PROFESSOR FÜR LARYNGOLOGIE UND INNERE MEDIZIN; 1837 - 1906. Sie nennt den Wissenschaftler, seinen Tätigkeitsbereich, sowie seine Lebensdaten. Kristelli ist im linken Seitenprofil dargestellt und nimmt fast den ganzen Platz des Reliefs ein. Die Abbildung des Kopfes ist mittig platziert und schließt mit dem Hals am unteren Ende ab. Kristellis Gesichtszüge sind streng zu Seite gerichtet; der Blick zur linken Seite gerichtet. Der Bart verläuft schräg und spitz zur Seite und schließt fast mit der Mündung der Platte ab. Seine Haare sind zur einer Seite gescheitelt. Es hat einen starken Grabmalcharakter und nimmt starken Bezug auf Grabdenkmäler. Das Reliefmedaillon ist in einer hellen, rechteckigen Umrahmung eingelassen, die total ornamentlos gegliedert ist. Die Rahmung stammt jedoch nicht von Kaspar Clemens Eduard Zumbusch. Im Allgemeinen ist das Denkmal schlicht gehalten. Bis auf die goldene Inschrift und die Vertiefung um das Relief, ist es völlig ornamentlos. Nach außen wird die Steinplatte von einer Leiste abgeschlossen, die ebenfalls an einen Rahmen erinnert.

Betrachtet man die Gedenktafel, sticht das Porträt in Bronze nicht nur aufgrund des dunkleren Materials sofort ins Auge, sondern auch wegen den Vertiefungen. Von außen bis hin zur Mitte der Platte wird der Blick des Betrachters zum Relief hingeführt.

Notizen zur dargestellten Person

Leopold Schrötter von Kristelli genoss den Ruf eines der ersten Laryngologen Europas und hat sich auch um die Bekämpfung der Tuberkulose große Verdienste erworben. Er war der Begründer der ersten laryngologischen Klinik Europas in Wien und war der Erste, der einen Tumor der Trachea mittels eines von ihm ersonnenen Instrumentes mit Erfolg entfernte. Den größten Ruhm erwarb er sich durch die Erfindung der Methode der Erweiterung von Larynx- und Trachealstenosen mittels Zinnbolzen und starren Röhren aus Hartgummi.


Entstehungsgeschichte

Abb.4: Josef Müllner, Denkmal Jakob Schipper, Bronze, Arkadenhof der Universität Wien, Gegenüber des Denkmals Schrötter von Kristelli 1928.

Der Kunstausschuss beschließt in der Sitzung am 19.März 1936 einstimmig, das von Prof. Zumbusch geschaffene Reliefbildnis, im Arkadenhof der Universität Wien anzubringen.[1] Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Relief noch eine geeignete Umrahmung erhält, welche in Material, Größe und Beschriftungsweise ident mit jenem Denkmal Ernst Ludwig sein solle.[2]Als Aufstellungsort wird die dem Denkmal Jakob Schipper (Abb.4) gegenüberstehende Säule vorgeschlagen.[3] Am 24. Juni 1936 stimmt das Professorenkollegium der Medizinischen Fakultät der Anbringung des Denkmals zu.[4] Schrötters Tochter befindet sich zu diesem Zeitpunkt in engen finanziellen Verhältnissen, deshalb veranlasst Dr. Meneghin, der damalige Rektor der Universität Wien, eine Sammlung bei den ehemaligen Schülern Kristellis, welche sich mit der Finanzierung der Umrahmung einverstanden zeigen.[5] Um die Transportkosten für das verwendete Material möglichst niedrig zu halten, wurde als Material der Osliper-Stein vorgeschlagen, welcher im Burgenland gewonnen wird. Er ist wetterfest und hat den großen Vorteil, dass er in kürzester Zeit eine Farbe annimmt, welche künstlerisch zu den Steinpfeilern der Universität gut passt. Er erwähnt ebenfalls die Tafel der Ebner-Eschenbach, die aus demselben Stein gefertigt wurde, bei welchem das Zusammenpassen von Stein und Farbe bisher alle Künstler zufrieden gestellt habe.[6] Die Umrahmung wird bei der Firma von Eduard Hauser für 255 Schilling bestellt. Zunächst war der Oktober 1936 als Monat für die Vollendung des Denkmals vorgesehen, aber es kam zu kleinen Problemen bei der Erstellung. Die Inschrift, zu Beginn als Dr. Leopold Schrötter Ritter von Kristelli geplant, wurde dann auf Vorschlag der Professoren Reitter und Marschik auf Dr. Leopold Ritter Schrötter von Kristelli. Professor für Laryngologie und innere Medizin,1837-1908, korrigiert.[7] Später wurde von Prof. Marschik die zusätzliche Inschrift: Professor für Kehlkopf-und Brustkrankheiten, vorgeschlagen, jedoch wurde er darauf hingewiesen, dass das Denkmal ehrenamtlich von Leopold Bauer organisiert wird und es wieder zu Zeitverzögerungen komme, daraufhin erklärte sich Prof. Marschik mit der vorherigen Inschrift einverstanden.[8] Im Dezember 1936 wurde eine letzte Abänderung in der Gestaltung des Schriftzugs beschlossen. Der Beginn des Schriftzugs, Dr. Leopold Ritter, soll wesentlich kleiner gehalten werden als Schrötter von Kristelli, da es für Verwirrung beim Betrachter sorge und dieser annehmen könnte, dass das Denkmal für einen Herrn Leopold Ritter bestimmt ist. Letztendlich betrugen die Kosten für die Umrahmung 345, 80 Schilling. Als Enthüllungsdatum wurde der 30. Januar 1937, Schrötters 100.Geburtstag festgelegt.[9] Auf der Einladungsliste befanden sich auch Mitglieder des ehemaligen kaiserlichen Hauses, worauf der Rektor der Universität schriftlich mitteilte, dass der vorgesehene Saal in der Universität Wien für so eine hohe Anzahl an Gästen nicht geeignet sei und dass der Raum keine passenden Sitzplätze bieten würde. Daraufhin wurde die Anzahl der Einzuladenden reduziert.[10]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Abb.5 Denkmal Julius Glaser, 1888.
Abb.6 Vergleich mit Schrötter von Kristelli und Denkmal Julius Glaser, 1888.
Abb. 7: Kaspar von Zumbusch (Porträtrelief), Denkmal Ernst Ludwig, Arkadenhof der Universität Wien, 1932 enthüllt; Abbildungsnachweis: Julia Horner 2013.

Das Denkmal Julius Glaser (Abb.5) ist ein 1888 im Arkadenhof der Universität Wien aufgestelltes Porträt zu Ehren des Juristen Julius Glaser. Es handelt handelt sich um das erste im Arkadenhof aufgestellte Ehrendenkmal[11] und befindet sich neben dem Denkmal Ignaz Seipel mit der laufenden Nummer 52. Das Marmor-Relief ist in Form einer antikisierenden Grabstele mit einem Postament, auf dem sich ein Porträtmedaillon Glasers sowie eine Inschrift befindet, gearbeitet worden. Das Denkmal Julius Glaser wurde wie das "Denkmal Leopold Schrötter von Kristelli" von Kaspar Clemens Eduard Zumbusch angefertigt und ebenfalls im Arkadenhof der Universität Wien aufgestellt (Abb. 5; Vergleich). Das monumentale Denkmal Glasers wurde 1888 gefertigt und das des Kristellis im Jahre 1937. Es liegen also zwischen der Entstehungszeit der beiden Denkmäler 49 Jahre. Trotz der Zeitspanne lassen sich einige Gemeinsamkeiten bei den Werken von Kaspar Clemens Eduard Zumbusch finden. Vorerst unterscheiden sich die beiden Denkmäler in der Aufmachung sehr stark voneinander. Das Denkmal Glasers besteht aus Stein, jenes Schrötters hingegen besteht in der Mitte aus einem Bronzerelief. Das Denkmal für Julius Glaser besteht aus einem zweistufigen Marmoraufbau mit einem Porträt-Relief in der Mitte, das den Verstorbenen im Profil zeigt. Das Porträt zeigt - auch wie im Vergleich zu Kristelli - ein naturgetreues Abbild Glasers. Der Kopf ist bis zum Brustansatz dargestellt, die Augen sind offen und die Haare sowie der Bart des Abgebildeten sind in Locken dargestellt. Der Kopf ist genau bis zur Mitte des Gesichtes dargestellt. Das Monumentalrelief gibt den Kopf nicht im realen Volumen wieder, sondern ist wie auch bei Kristelli sehr stark abgeflacht.

Bezieht man sich ausschließlich auf den Teil der Gedenktafel des Denkmal Julius Glaser und des Denkmal Leopold Schrötter von Kristelli, die von Zumbusch angefertigt wurden, nämlich den des Reliefs, findet man einige Parallelen in der Gestaltung. Man muss die Außenumrahmung außer Betracht lassen. Das auffallendste Merkmal der Gemeinsamkeiten ist, dass beide Mediziner im Seitenprofil dargestellt wurden. Die Merkmale des Kopfes-und Barthaar wurde bei Beiden fein ausgearbeitet. Zumbuschs Denkmäler sind schlicht gehalten und er verwendet bei beiden wenig Ornamente und verzichtet auf besondere Verschnörkelungen.

Ein weiterer Vergleich mit dem Denkmal Ernst Ludwig lässt sich kaum Ausschließen. Gegenübergestellt zeigen sich deutlich Parallelen bis zur vollkommenen Charakterisierung. Es präsentiert sich in der Art von Medaillen oder antiken Münzporträts - wie auch bei dem Kristellis -, dieser Typus ist im Arkadenhof häufiger vorzufinden. Die Steinplatte eingelassene Bronzerelief Ludwigs wird wieder von breiten kreisrunden muldenartigen Vertiefung gerahmt. Ludwigs Kopf ist im Profil nach links wiedergegeben (Abb. 7). Er präsentiert sich mit bereits schwindendem Kopfhaar und langem spitz zulaufenden Bart als älteren weisen Gelehrten.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Es sind keine Ereignisse nach der Aufstellung im Arkadenhof bekannt.


Quellen

UAW, Senat 91.3.


Einzelnachweise

  1. UAW Senat S91.3, S Z.637 ex 1935/36, S.4.
  2. UAW Senat S91.3, S Z.637 ex 1935/36, S.5.
  3. UAW Senat S91.3, S Z.637 ex 1935/36, S.4.
  4. UAW Senat S91.3, Z.1428 ex 1935/36, S.4.
  5. UAW Senat S91.3, S Z.637 ex 1935/36, S.11.
  6. UAW Senat S91.3, S Z.637 ex 1935/36, S.10.
  7. UAW Senat S91.3, S Z.637 ex 1935/36, S.17.
  8. UAW Senat S91.3, S Z.637 ex 1935/36, S.26.
  9. UAW Senat S91.3, S Z.690 ex 1935/36, S.34.
  10. UAW Senat S91.3, S Z.637 ex 1935/36, S.37.
  11. Maisel 2007, S.57.

Literatur

  • Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007, S. 81.


Weblinks

Es sind keine Weblinks bekannt, die sich dezidiert auf das Denkmal Leopold Schrötter von Kristelli beziehen.


Marlene Schweinschwaller