Denkmal Karl von Czyhlarz

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Denkmal für Karl von Czyhlarz im Arkadenhof
Abb. 2: Lage des Denkmals, Nr. 1, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.

Das Porträtrelief des Juristen Karl von Czyhlarz (1833-1914) wurde von dem Bildhauer Alfred Hofmann (1879-1958) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und 1927 enthüllt.

Beschreibung

Bei dem Denkmal für Karl von Czyhlarz handelt es sich um eine hochrechteckige Platte aus Bronzekunstguss, auf der sich das auf den Kopf reduzierte Porträt des Geehrten mittels Relief abhebt. Unterhalb des Porträts befinden sich in Großbuchstaben der Name inkl. Ritterstand, die Lebensdaten und die Profession des Dargestellten. Drei nach hinten abgetreppte proportional größer werdende helle Marmorplatten bilden das Fundament, sowie zugleich eine Rahmung für das Relief. Der Künstler stellt den Juristen vom Betrachter aus seitlich im Profil nach links dar. Karl von Czyhlarz wird als älterer Herr mit schütterem Haar und Vollbart gezeigt, tiefe Falten an den Augen und an der Stirn verweisen auf ein höheres Alter. Im Gegensatz zu diesen reifen Gesichtszügen steht der jugendlich wirkende Hals, der besonders weich modelliert erscheint.

Notizen zur dargestellten Person

Karl Ritter von Czyhlarz wurde am 17.8.1833 in Lobositz (Tschechien) geboren und verstarb am 21.7.1914 in Wien. Er studierte in Prag und Berlin und war ab 1869 Professor für römisches Recht an der Universität Prag und an der Universität Wien. Im Jahr 1876 war er Rektor der Universität Wien und 1894/95 Dekan. Seit 1895 war er Mitglied des Herrenhauses in Wien und als Nachfolger Franz Ungers Obmann der Kommission für Justizgegenstände. Er war ebenso Mitglied der Kommission für die Wahlreform 1906 und ab 1898 Mitglied des k.k. Reichsgerichtes.[1] Bekannt wurde Czyhlarz unter anderem durch seine zahlreichen Schriften auf dem Gebiet des römischen Rechts, welche bis heute zur Standardliteratur in diesem Rechtsgebiet zählen. [2]

Entstehungsgeschichte

Zur Entstehungsgeschichte dieses Denkmals sind bisher keine Archiv-Informationen bekannt.

Kunsthistorische Analyse und Vergleich

Abb. 1: Denkmal für Carl Menger im Arkadenhof

Alfred Hofmann schuf neben dem Denkmal für Karl von Czyhlarz auch das Denkmal für Carl Menger für den Arkadenhof, das zwei Jahre später (1929) hier enthüllt wurde. Parallelen und Unterschiede in der Darstellung zeigen sich im Vergleich: So zeigt das Denkmal für Carl Menger den Geehrten ebenfalls in Form einer hochrechteckigen Bronzetafel mit darauf sichtbarem Porträtrelief und der Inschrift mit Name, Verdienst und Lebensdaten, sein Porträt wird im Unterschied zu jenem für Karl von Czyhlarz jedoch im Typus der Imago Clipeata von einer konkaven Schale umfangen und erscheint daher vertieft. Ein weiterer Unterschied ist in der jeweiligen Ausrichtung des Porträts zu sehen: Karl von Czyhlarz wird nach links im Profil gezeigt, während Carl Menger nach rechts blickt. Beide weisen einen klaren und diagonal verlaufenden glatten Schnitt an der Halskante auf und zeigen keinerlei Anzeichen von Kleidung. Während bei Karl von Czyhlarz insgesamt ein etwas größerer Halsausschnitt zu sehen ist, zeigt sich an Carl Menger ein relativ knapper Halsausschnitt unterhalb des Gesichtes. Beide Porträts wurden von Alfred Hofmann auf das Gesicht im Profil reduziert und wirken durch ihre weiche detailreiche Modellierung. Die grobe und strähnige Herausarbeitung der Haare bei Carl Menger hinterlassen einen momenthaften Eindruck, während bei Karl von Czyhlarz eine eher statische Wirkung feststellbar ist. Insgesamt erscheint das Porträt von Carl Menger unruhiger in der Oberflächenbehandlung, einzelne Details am Bart in Bewegung. Das Porträt Karl von Czyhlarz wirkt im direkten Vergleich wesentlich beruhigter und reduzierter in der Bewegung. Beide Denkmäler erscheinen durch die Lichtführung und der daraus enstehenden Beleuchtung und Verschattung der Reliefmedaillons besonders eindrücklich.

Ereignisse seit Aufstellung im Arkadenhof

Seit der Aufstellung im Arkadenhof sind keine Ereignisse zum Denkmal bekannt.

Einzelnachweise

  1. ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 2, 1954), S. 165
  2. Maisel 2007, S. 29

Literatur

Quellen

Archiv der Universität Wien (UAW)

  • UAW Senat S 87.2.40: Karl Ritter von Czyhlarz, Rücktritt aus der artistischen Kommission (28.04.1904 - 07.05.1904)


Zur Aufstellung des Denkmals konnten bisher noch keine archivalischen Quellen eruiert werden.




David Berger, Theresa Rosner