Denkmal Karl Werner: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Die Porträtbüste [[Karl Werner]]s ist ein Werk von [[Franz Koch]], welches 1897 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt wurde.
Die Porträtbüste des katholischen Theologen [[Karl Werner]]s wurde von [[Franz Koch]] geschaffen. Sie wurde 1897 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.


[[Bild:Bilder-471940-336984-1600.jpg|thumb|[[Franz Koch]], Porträtbüste [[Karl Werner]], [[Arkadenhof der Universität Wien]], 1897 enthüllt.]]
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== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Das Denkmal befindet sich im rechten Arkadengang. Es steht dort wandseitig als eines der ersten Denkmäler. Es präsentiert [[Karl Werner]]s Büste auf einer Stele. Die Skulptur ist nicht nahtlos mit der Stele verbunden, sondern bildet an der Unterseite einen Sockel aus. Dieser setzt sich aus Kehle, Wulst und Plinthe zusammen. Skulptur und Sockel sind aus weichem, weissem Stein gehauen, und stehen so in deutlichem Kontrast zur Stele aus hartem, rötlichem Stein.
Das Denkmal befindet sich im rechten Arkadengang (Maisel 2007, Nr. 152). Es steht dort wandseitig als eines der ersten Denkmäler. Es präsentiert die Büste [[Karl Werner]]s auf einer Stele. Die Skulptur ist nicht nahtlos mit der Stele verbunden, sondern bildet an der Unterseite einen Sockel aus. Dieser setzt sich aus Kehle, Wulst und Plinthe zusammen. Skulptur und Sockel sind aus weichem, weissem Stein gehauen, und stehen so in deutlichem Kontrast zur Stele aus hartem, rötlichem Stein.


Der Dargestellte wird vollplastisch in lebensgroßer Frontalansicht als geistlicher Würdenträger im mittleren Alter gezeigt. Das liturgisch anmutende Gewand weist auf Werners Profession hin. Sein Faltenwurf ist realistisch ausgearbeitet. Die Medaille zeichnet ihn mutmaßlich seines Rektorenamtes aus. Anstatt in der Mitte ihren Schwerpunkt zu finden, hängt sie schief nach rechts und folgt so der Blickrichtung. Dies intensiviert den Blick, der ganz nach rechts ausgerichtet ist, wie überhaupt der ganze Kopf leicht nach rechts geneigt ist. Die Augenbrauen sind hoch abgewinkelt. Die vertikale Gesamterscheinung in Kombination mit der Mimik verleihen dem Porträtierten ein erhabenes, würdevolles Antlitz. Die Gesichtsfalten des Dargestellten lassen weniger auf sein Alter, als auf seine Physiognomie schließen. Die wallenden Haare am Haupt scheinen auf die antike ''anastole'' Bezug zu nehmen. Stele und Büstensockel weisen klassisches Formenrepertoire auf. Auf der Vorderseite der Stele befindet sich folgende goldene Inschrift in lateinischer Sprache:
Der Dargestellte wird vollplastisch in lebensgroßer Frontalansicht als geistlicher Würdenträger im mittleren Alter gezeigt. Die hochgeschlossene Soutane und der kurze Umhang weisen auf Werners Stand eines Klerikers hin. Die Gestaltung wirkt sehr realistisch. Der Faltenwurf erweckt den Eindruck von Stofflichkeit. Werner präsentiert sich in seiner Funktion als Rektor,wie an der leicht schräg fallenden Rektorenkette zu erkennen ist. Der Kopf mit dem intensiv durchgestalteten Blick wendet sich zu seiner rechten Seite. Die Augenbrauen sind hoch abgewinkelt. Die vertikale Gesamterscheinung in Kombination mit der Mimik verleihen dem Porträtierten ein erhabenes, würdevolles Antlitz. Die Gesichtsfalten des Dargestellten lassen weniger auf sein Alter, als auf seine Physiognomie schließen. Die wallenden Haare am Haupt scheinen auf die antike ''anastole'' Bezug zu nehmen. Stele und Büstensockel weisen klassisches Formenrepertoire auf. Auf der Vorderseite der Stele befindet sich folgende goldene Inschrift in lateinischer Sprache:




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[[Bild:105.P 315.jpg|thumb|[[Karl Werner]] auf einem Gemälde von [[Christian Griepenkerl]], 1881.]]
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Als Vergleich wird [[Christian Griepenkerl]]s Porträtmalerei herangezogen. Beide Künstler zeigen Werner in Frontalansicht mit Arbeitsgewand und Medaille. Bei Koch wirkt Werner geschönt und verjüngt. Die wallenden Locken und die reiche Mimik vermitteln einen aufrührerischen, heroischen Ausdruck. Es steckt viel Kraft und Bewegtheit in Kochs Büste. Demgegenüber thront Griepenkerls Werner als angepasster, unaufgeregter Amtsinhaber, das Buch in der linken, die Finger zwischen die Seiten geklemmt. Koch vermag es so, ein expressiveres Porträt umzusetzen.
Als Vergleich wird [[Christian Griepenkerl]]s gemaltes Porträt herangezogen. Beide Künstler zeigen Werner in Frontalansicht mit Arbeitsgewand und Kette. Bei Koch wirkt Werner geschönt und verjüngt. Die wallenden Locken und die reiche Mimik vermitteln einen aufrührerischen, heroischen Ausdruck. Es steckt viel Kraft und Bewegtheit in Kochs Büste. Demgegenüber thront Griepenkerls Werner als angepasster, unaufgeregter Amtsinhaber, das Buch in der linken, die Finger zwischen die Seiten geklemmt. Koch vermag es so, ein expressiveres Porträt umzusetzen.


== Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof ==
== Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof ==

Version vom 22. September 2014, 19:56 Uhr

Die Porträtbüste des katholischen Theologen Karl Werners wurde von Franz Koch geschaffen. Sie wurde 1897 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Franz Koch, Porträtbüste Karl Werner, Arkadenhof der Universität Wien, 1897 enthüllt.
Lage des Denkmals, Nr. 152, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.

Beschreibung

Das Denkmal befindet sich im rechten Arkadengang (Maisel 2007, Nr. 152). Es steht dort wandseitig als eines der ersten Denkmäler. Es präsentiert die Büste Karl Werners auf einer Stele. Die Skulptur ist nicht nahtlos mit der Stele verbunden, sondern bildet an der Unterseite einen Sockel aus. Dieser setzt sich aus Kehle, Wulst und Plinthe zusammen. Skulptur und Sockel sind aus weichem, weissem Stein gehauen, und stehen so in deutlichem Kontrast zur Stele aus hartem, rötlichem Stein.

Der Dargestellte wird vollplastisch in lebensgroßer Frontalansicht als geistlicher Würdenträger im mittleren Alter gezeigt. Die hochgeschlossene Soutane und der kurze Umhang weisen auf Werners Stand eines Klerikers hin. Die Gestaltung wirkt sehr realistisch. Der Faltenwurf erweckt den Eindruck von Stofflichkeit. Werner präsentiert sich in seiner Funktion als Rektor,wie an der leicht schräg fallenden Rektorenkette zu erkennen ist. Der Kopf mit dem intensiv durchgestalteten Blick wendet sich zu seiner rechten Seite. Die Augenbrauen sind hoch abgewinkelt. Die vertikale Gesamterscheinung in Kombination mit der Mimik verleihen dem Porträtierten ein erhabenes, würdevolles Antlitz. Die Gesichtsfalten des Dargestellten lassen weniger auf sein Alter, als auf seine Physiognomie schließen. Die wallenden Haare am Haupt scheinen auf die antike anastole Bezug zu nehmen. Stele und Büstensockel weisen klassisches Formenrepertoire auf. Auf der Vorderseite der Stele befindet sich folgende goldene Inschrift in lateinischer Sprache:


"CAROLUS WERNER THEOLOGIAE PROFESSOR

NATUS A. MDCCCXXI IN PAGO HAFNERBACH AUSTRIA INFERIORIS

OBIIT VINDOBONAE A. MDCCCLXXXVIII

DE THEOLOGIA ET PHILOSOPHIA MEDIAE AETATIS EXPLANANDIS EGREGIE MERITUS."

Übersetzung: "Karl Werner, Professor der Theologie,

geboren 1821 im Dorf Hafnerbach in Niederösterreich

gestorben 1888 in Wien

Es muss deutlich gemacht werden, dass er der Theologie und Philosophie des Mittelalters in würdiger Weise verdient gemacht hat."


Notizen zur dargestellten Person

Karl Werner (* 8. März 1821 in Hafnerbach, Niederösterreich; † 4. April 1888 in Wien) war Professor des neutestamentlichen Bibelstudiums und Rektor an der Universität Wien sowie Propst am Stift Zwettl.

Entstehungsgeschichte

Die Niederösterreichische Statthalterei ermächtigte das Rektorat der Universität Wien für den Sockel 230 Gulden zu veranschlagen und die Firma Andrea Francini Wien mit den Arbeiten zu betrauen, wobei Einvernehmen mit der k.k. Universitätgebäudeinspection hergestellt werden sollte.[1]

Die Enthüllungsfeier fand am Sonntag, den 4. Juli 1897 statt.[2]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Karl Werner auf einem Gemälde von Christian Griepenkerl, 1881.

Als Vergleich wird Christian Griepenkerls gemaltes Porträt herangezogen. Beide Künstler zeigen Werner in Frontalansicht mit Arbeitsgewand und Kette. Bei Koch wirkt Werner geschönt und verjüngt. Die wallenden Locken und die reiche Mimik vermitteln einen aufrührerischen, heroischen Ausdruck. Es steckt viel Kraft und Bewegtheit in Kochs Büste. Demgegenüber thront Griepenkerls Werner als angepasster, unaufgeregter Amtsinhaber, das Buch in der linken, die Finger zwischen die Seiten geklemmt. Koch vermag es so, ein expressiveres Porträt umzusetzen.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Es sind keine Ereignisse seit der Aufstellung des Denkmals im Arkadenhof bekannt.

Weitere Denkmäler

Gedenktafel Karl Werner Gedenktafel von Karl Werner, Hafnerbach 1933.

Einzelnachweise

  1. UAW S 96.13 Z. 48657 Schreiben der N.Ö. Statthalterei an das Rektorat der k.k. Universität Wien vom 19. Juni 1896.
  2. UAW S 96.13 Einladung zur Enthüllungsfeier.

Quellen

Rezeption in der Presse

In diesem Abschnitt werden die Zeitschriften- und Zeitungs-Reaktionen auf die Errichtung des Denkmal aufgelistet.

Literatur

  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität, Wien u.a. 2007.
  • Meister 1934: Richard Meister, Ruhmeshalle der Wiener Universität. Wien u.a. 1934.


redigiert von Theresa Rosner, Sommersemester 2014