Denkmal Karl Werner

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Franz Koch, Porträtbüste Karl Werner, Arkadenhof der Universität Wien, 1897 enthüllt.
Lage des Denkmals, Nr. 152, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.

Die Porträtbüste des katholischen Theologen Karl Werner (1821-1888) wurde von dem Bildhauer Franz Koch (1832-1922) geschaffen. Sie wurde am 4. Juli 1897 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Beschreibung

Das Denkmal befindet sich im rechten Arkadengang (Maisel 2007, Nr. 152). Es steht dort wandseitig als eines der ersten Denkmäler. Es präsentiert die Büste Karl Werners auf einer Stele. Die Skulptur ist nicht nahtlos mit der Stele verbunden, sondern bildet an der Unterseite einen Sockel aus. Dieser setzt sich aus Kehle, Wulst und Plinthe zusammen. Skulptur und Sockel sind aus weichem, weissem Stein gehauen, und stehen so in deutlichem Kontrast zur Stele aus hartem, rötlichem Stein.

Der Dargestellte wird vollplastisch in lebensgroßer Frontalansicht als geistlicher Würdenträger im mittleren Alter gezeigt. Die hochgeschlossene Soutane und der kurze Umhang weisen auf Werners Stand eines Klerikers hin. Die Gestaltung wirkt sehr realistisch. Der Faltenwurf erweckt den Eindruck von Stofflichkeit. Werner präsentiert sich als Rektor der Universität,ein Amt,das er 1877/78 innehatte. Erkennbar ist diese Stellung an der leicht schräg fallenden Rektorenkette. Der Kopf mit dem intensiv durchgestalteten Blick wendet sich zu seiner rechten Seite. Die Augenbrauen sind hoch abgewinkelt. Die vertikale Gesamterscheinung in Kombination mit der Mimik verleihen dem Porträtierten ein erhabenes, würdevolles Antlitz. Die Gesichtsfalten des Dargestellten lassen weniger auf sein Alter, als auf seine Physiognomie schließen. Die wallenden Haare am Haupt scheinen auf die antike anastole Bezug zu nehmen. Stele und Büstensockel weisen klassisches Formenrepertoire auf. Auf der Vorderseite der Stele befindet sich folgende goldene Inschrift in lateinischer Sprache:

"CAROLUS WERNER THEOLOGIAE PROFESSOR

NATUS A. MDCCCXXI IN PAGO HAFNERBACH AUSTRIA INFERIORIS

OBIIT VINDOBONAE A. MDCCCLXXXVIII

DE THEOLOGIA ET PHILOSOPHIA MEDIAE AETATIS EXPLANANDIS EGREGIE MERITUS."

Übersetzung: "Karl Werner, Professor der Theologie,

geboren 1821 im Dorf Hafnerbach in Niederösterreich

gestorben 1888 in Wien

Es muss deutlich gemacht werden, dass er der Theologie und Philosophie des Mittelalters in würdiger Weise verdient gemacht hat."

Notizen zur dargestellten Person

Karl Werner (* 8. März 1821 in Hafnerbach, Niederösterreich; † 4. April 1888 in Wien) war Professor des neutestamentlichen Bibelstudiums und Rektor an der Universität Wien sowie Propst am Stift Zwettl.

Entstehungsgeschichte

Die Niederösterreichische Statthalterei ermächtigte das Rektorat der Universität Wien für den Sockel 230 Gulden zu veranschlagen und die Firma Andrea Francini Wien mit den Arbeiten zu betrauen, wobei Einvernehmen mit der k.k. Universitätgebäudeinspection hergestellt werden sollte.[1]

Die Enthüllungsfeier fand am Sonntag, den 4. Juli 1897 statt.[2]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Karl Werner auf einem Gemälde von Christian Griepenkerl, 1881.

Als Vergleich wird Christian Griepenkerls gemaltes Porträt herangezogen. Beide Künstler zeigen Werner in Frontalansicht mit Arbeitsgewand und Kette. Bei Koch wirkt Werner geschönt und verjüngt. Die wallenden Locken und die reiche Mimik vermitteln einen aufrührerischen, heroischen Ausdruck. Es steckt viel Kraft und Bewegtheit in Kochs Büste. Demgegenüber thront Griepenkerls Werner als angepasster, unaufgeregter Amtsinhaber, das Buch in der linken, die Finger zwischen die Seiten geklemmt. Koch vermag es so, ein expressiveres Porträt umzusetzen.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Es sind keine Ereignisse seit der Aufstellung des Denkmals im Arkadenhof bekannt.

Weitere Denkmäler

Gedenktafel Karl Werner Gedenktafel von Karl Werner, Hafnerbach 1933.

Einzelnachweise

  1. UAW S 96.13 Z. 48657 Schreiben der N.Ö. Statthalterei an das Rektorat der k.k. Universität Wien vom 19. Juni 1896.
  2. UAW S 96.13 Einladung zur Enthüllungsfeier.

Quellen

Rezeption in der Presse

Es sind keine Pressemeldungen bekannt.

Literatur

  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität, Wien u.a. 2007.
  • Meister 1934: Richard Meister, Ruhmeshalle der Wiener Universität. Wien u.a. 1934.

redigiert von Theresa Rosner, Sommersemester 2014