Denkmal Josef von Skoda

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Carl Kundmann, Büste Josef Skoda.
Lage des Denkmals, Nr. 102, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.
Carl Kundmann, Büste Josef Skoda, Arkadenhof der Universität Wien.

Die Büste für den Mediziner Josef von Skoda (1805-1881) wurde von dem Bildhauer Carl Kundmann (1838-1919) geschaffen und am 5. Juni 1898 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Beschreibung

Das Denkmal befindet sich auf der rechten Seite im Arkadenhof der Universität Wien(Maisel, Nr.102). Das Büste entstand in den Jahren 1897/98 und wurde am 05. Juni 1898 zusammen mit dem Denkmal Carl von Rokitanskys feierlich enthüllt.Die aus Bronze geschaffene Büste steht auf einem 1,50 Meter hohem Sockel aus rotem, schwarz gesprenkeltem Granit. Es handelt sich hierbei um ein Schulterstück, bei dem die Armansätze ausmachbar sind. In der Mitte des trapezförmigen Pfeilers steht in goldenen Lettern IOSEPHVS SKODA ARTIS MEDICAE REFORMATOR MDCCCCCCCVI – MDCCCLXXI.

Kundmann bildet Skoda als Mann in mittleren Jahren ab. Er trägt elegante Kleidung, die mit üppigem Faltenwurf dargestellt ist. Um seinen Anzug trägt er einen Mantel, der allerdings den Blick auf Hemd und Fliege freigibt. Sein Hals wird von einem engen Kragen umfasst. Er trägt den Kopf erhaben nach oben gerichtet und sein ruhiger, strenger Blick liegt in der Ferne. Seine Augenbrauen sind leicht zusammen gezogen. Er erscheint dem Betrachter im Halbprofil. Seinen Kopf bedeckt leicht schütteres Haar, das an den Seiten über seine Ohren ordentlich gekämmt ist. Wangen und Kinn Skodas sind wohlgenährt, aber sein Gesicht weist Spuren des Alters auf.Um Mund, Nase und Augen haben sich bereits einige Falten gebildet. Seine Gesamterscheinung strahlt Würde und Wissen aus. Kundmann schuf ein Denkmal, das in seiner Darstellung einen Professor und Wissenschaftler würdig ehrt.

Notizen zur dargestellten Person

Josef von Skoda(*05. Dezember 1905 in Pilsen, † 13. Juni 1881 in Wien) war Mediziner, Anatom und Internist. Er war für die Entwicklung der Untersuchungsmethoden von großer Bedeutung. Er machte die Techniken der Percussion und Auskultation anderen Medizinern verständlich und somit anwendbar.

Entstehungsgeschichte

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Inschrift des Denkmals: IOSEPHVS SKODA ARTIS MEDICAE REFORMATOR MDCCCCCCCVI – MDCCCLXXI.

Bereits 1896 ordert Professor Albert eine, wie er schreibt, Rokitansky-Büste. Einige Zeit darauf bemerkte er seinen Irrtum und korrigierte sein Ansuchen, er hätte eine Skoda-Büste gewollt. Am 24. Mai 1897 wurde dann mit Erlass des k.k. Ministeriums für Kunst und Unterricht (Zahl 10.830) die Bewilligung des Sockels für eine Büste zu Ehren Professor Skodas bewilligt. Der ursprüngliche Betrag von 240 Gulden wurde auf 500 verbessert, da ein Verwandter Skodas, Emil Skoda, diesen Betrag zum Zwecke eines Denkmals gespendet hatte. Nur eine Woche später hatte dieser die Summe bezahlt und die Einladung zur Enthüllungsfeier erhalten. Mitte Juli wurde der Universitätsgebühreninspektion der Kostenvoranschlag und das Marmormuster vorgelegt. Der Gebäudeinspektor, wie auch der Senat erklärten ihr Einverständnis. Im gleichen Monat wurde der artistischen Kommission die Entwürfe der Büste und der Inschrift vorgelegt, sodass die Genehmigung noch in der letzten Semestersitzung 1897 erfolgte. Am 28. Oktober des gleichen Jahres vermerkt der Rektor der k.k. Universität Wien in einem Schreiben an die artistische Kommission, dass der Sockel für die Skoda-Büste aus rotem Marmor mit Rosetten gearbeitet sein und eine goldene Inschrift tragen sollte. Für die Anfertigung wurde die Tiroler Marmor und Porphyr Unionsbaugesellschaft beauftragt und mit ihr die Ablieferung bis Mitte Januar 1898 vereinbart. Im Juni 1898 stellte die Unionsbaugesellschaft Ihre Rechnung über den Sockel der Skoda-Büste inklusive Lieferung und Aufstellung über 500 Gulden. Das Postament bestand aus rotem Granit und war 1,50 m hoch. Anfangs sollte die Inschrift der Skoda-Büste lauten:

IOSEPHVS SKODA
ARTIS MEDICAE
NATVRA MORBORVM EXQVISITA
NOVAQVE INVESTIGANDI VIA INSTITVTA
REFORMATOR
MDCCCXXXXVI – MDCCCLXXI

Doch beim Ausgeführten Modell, wurde sie verkürzt, sodass sie schließlich lautete:

IOSEPHVS SKODA
ARTIS MEDICAE
REFORMATOR
MDCCCXXXXVI – MDCCCLXXI

Kurz vor der Enthüllung des Denkmals schrieb Johann Skoda in einem Telegramm (Eingangsnummer 2531) an den Rektor der Universität: „Hat Skoda Spott verdient dass bei Enthüllung seiner Büste Nothnagel spricht Johann Skoda“ Trotz dieser Nachricht hielt Nothnagel am 05. Juni 1898 die Festrede zu Ehren Skodas, als das Denkmal im Arkadenhof enthüllt wurde.[1]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Ausschnitt des Reliefs über dem Eingang der Poliklinik in Wien, Josef Skoda.

Die Wiener Städtische Allgemeine Poliklinik ziert über dem Eingang ein Relief, auf dem von links nach rechts Johann Oppolzer, Carl von Rokitansky und Josef von Skoda abgebildet sind. Alle drei Mediziner sind bis zu ihrer oberen Brust auf einem runden, nach innen gewölbten, beigefarbenen Hintergrund, zu sehen. An ihrer linken Seite sind ihre Lebensdaten, zu ihrer Rechten ihr Nachname eingraviert. Sie sind von Lorbeerzweigen umrankt, die teilweise in das Muster des Reliefs übergehen. Skoda trägt elegante Kleidung, eine Art Gehrock, darunter Hemd und Fliege. Sein Hals ist von einem hohen Kragen bedeckt und auf ihm ruht der Kopf des Mediziners, den längere, wellige Haare zieren. Sein Haupt ist vom Betrachter leicht nach links geneigt, sein Gesicht ist im Dreiviertelprofil dargestellt. Skoda ist in späteren Jahren dargestellt, was man an den leicht stilisierten Falten um die Mund- und Nasenpartie erkennen kann. Der Blick des Internisten ist streng und starr in die Ferne gerichtet. Seine Mundwinkel sind leicht nach unten gezogen. Seine Haltung verrät Würde und Weisheit, wie auch Nachdenklichkeit. Im Gegensatz zum Denkmal im Arkadenhof, wirkt sein Kopf flächiger, breiter und weicher, da die Haut weniger gespannt aussieht. Die Haare liegen bei der Skulptur mehr am Kopf an und sind glatter und lichter dargestellt. Bei beiden Kunstwerken ist die Stirn des Dargestellten in Falten gelegt und der Blick ernst und streng in eine nicht bestimmbare Richtung gelenkt. Die Nase ist in beiden Fällen sehr ähnlich ausgeführt und auch in der Mundpartie kann man Gemeinsamkeiten erkennen. So sind bei beiden Figuren die Mundwinkel nach unten gerichtet, wobei sie bei der Büste nur leichter herabgezogen sind und auch die Lippen voller gestaltet sind. Ähnlichkeiten kann man wiederum in der Kinn- und Wangenpartie erkennen. Ebenso ist die Kleidung der Skoda-Denkmäler sehr ähnlich, denn bei beiden sind Überröcke sowie Fliegen herausgearbeitet. Allerdings bei der Skulptur im Arkadenhof wirkt der Mantel ein wenig zu groß.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Es ist nichts darüber bekannt, ob das Denkmal je verschoben oder versetzt wurde.

Einzelnachweise

  1. UAW, Senat, S 96.3 Skoda, Josef; Rokitansky, Karl v., Denkmal im Arkadenhof, 1893-1898 (Akt).

Quellen

  • UAW, Senat, S 96.3 Skoda, Josef; Rokitansky, Karl v., Denkmal im Arkadenhof, 1893-1898 (Akt).


Überarbeitet von Sophie Scheffner