Denkmal Josef Stefan

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Anton Schmidgruber, Denkmal für Josef Stefan, Arkadenhof der Universität Wien.
Abb. 2: Lage des Denkmals, Nr. 93, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.
Abb. 3: Denkmal für Josef Stefan im Arkadenhof der Universität Wien, 1896, ©ÖNB.
Abb. 4: Josef Stefan, ©ÖNB.

Das Denkmal für den Physiker Josef Stefan (Jožef Štefan) wurde von dem Bildhauer Anton Schmidgruber geschaffen und von einem Komitee der chemisch-physikalischen Gesellschaft finanziert (Oberst Albert v.Obermayer). Das Denkmal wurde 1896 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Beschreibung

Das Denkmal für den Physiker Josef Stefan befindet sich im Eckbereich des rechten Arkadengangs, am Durchgang zum rechten Eckpavillon. Es besteht aus einer Halbfigur in architektonischer Umrahmung. Die Figur Stefans wird von einer Giebelarchitektur eingerahmt und ist aus hellem Marmor bis etwa zur Körpermitte ausgeführt. Die überlebensgroße Figur des Physikers ist zentral innerhalb dieser Architektur positioniert und erscheint monumental.

Notizen zur dargestellten Person

Josef Stefan (slowenisch Jožef Štefan, * 24. März 1835 zu St. Peter bei Ebenthal (heute zu Klagenfurt); † 7. Jänner 1893 in Wien) war ein österreichischer Mathematiker und Physiker. Er gilt als Begründer der österreichischen Physikerschule. Sein Forschungsgebiet umfasste die Optik, Elektrodynamik, kinetische Gastheorie, der Schall und die Akustik.

Entstehungsgeschichte

Das Denkmal für Josef Stefan wurde durch ein Denkmalkomitee unter dem Vorsitz von dem Schüler Josef Stefans, Oberst Albert von Obermayer, im Jahr 1894 bei der Universität beantragt. Dem Denkmalkomitee gehörten zudem Erzherzog Rainer und Fürst Johann Liechtenstein an. Als Bildhauer wurde Anton Schmidgruber beauftragt.[1] Der Künstler entwarf für das Denkmal eine Skizze, die an das Rektorat übermittelt wurde.[2] Das Denkmal wird als Halbfigur in architektonischer Rahmung ausgeführt und am 8. Dezember 1895 feierlich im Arkadenhof enthüllt. Die Festrede wurde von Ludwig Boltzmann gehalten.[3]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Josef Stefan ist in Mantel und Anzug gekleidet, in seiner rechten Hand hält er ein Buch, seine linke Hand liegt auf dem Podest. Der Kopf ist leicht nach rechts gedreht, der Blick führt in den Arkadeninnenhof hinein. Die architektonische Rahmung erscheint in einem dunkleren Grauton und lässt auf ein anderes Material schließen. Die Figur Stefans wird von einem Rundbogen zwischen zwei flachen Pilastern umschlossen, dessen Zwickelfelder mit Lorbeerzweigen geschmückt sind. Die Bogenform erinnert an die Arkaden selbst und spiegelt den Ort des Denkmals wider. Über dem Gesims schließt ein profilierter Dreiecksgiebel das Denkmal an der Oberseite ab. Unterhalb der Figur Stefans befindet sich ein auf Konsolen ruhender Vorsprung, der die in Bronze ausgeführte Inschriftentafel mit der in Gold ausgeführten Namensbezeichnung, der Professur, seiner Tätigkeit an der Universität Wien und den Lebensdaten, einfasst. Unterhalb befindet sich zwischen zwei Voluten der ebenfalls in Gold gefasste Verweis auf die Widmung des Denkmals. Den Abschluss nach unten bildet ein Engelskopf mit geschlossenen Augen und mit ausgebreiteten Flügeln.

Die Figur Stefans ist nah am Porträt gearbeitet, wie der Vergleich mit einem Porträt in s/w zeigt (Abb. 4). Der Vollbart und die hohe Stirn mit dem etwas schütteren Haar sind deutlich zu erkennen.

Als Attribut, das auf seine wissenschaftliche Tätigkeit hinweist, kann das Buch in seiner Hand gelten. Er ist Verfasser zahlreicher physikalischer Aufsätze und publizierte mehrmals seine Forschungen. Jedoch gibt es keinerlei fachspezifischer Gerätschaften, die auf seine Tätigkeit als Professor der Physik hinweisen würden. Durch die Inschriftentafel wird jedoch klar und deutlich, um wen es sich in diesem Denkmal handelt.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Über Ereignisse seit der Aufstellung des Denkmals im Arkadenhof ist nichts bekannt.

Quellen

UAW Senat S 96.6, Akt zur Denkmalerrichtung für Josef Stefan

Rezeption in der Presse

Einzelnachweise

  1. UAW Senat S 96.6, Schreiben des Rektors der Universität Wien an den Vorsitzenden der artist. Kommission, Gustav Tschermak, vom 19. Juni 1895
  2. UAW Senat S 96.6, Schreiben des Rektors an die artistische Kommission, vom 1. Dezember 1894.
  3. UAW Senat S 96.6, Einladungskarte zur Enthüllung des Denkmals für Josef Stefan.

Literatur

  • Karl Josef Westritschnig: 180. Geburtstag von Josef Stefan: Physiker, Lehrer, Mensch: der bedeutendste Physikpionier Kärntens in einer übernationalen Habsburgermonarchie der Universität Wien, München 2014, 519 S.
  • Karl Westritschnig: Josef Stefan eine biografische Spurensuche. 120. Todestag - zur Erinnerung an den Kärntner pyhsikalischen Forscher und Menschen, München 2012, 203 S.
  • Niko Ottowitz [Hrsg.]: Jožef Stefan, fizik, 1835 - 1893 = Jožef Stefan, Physiker, 1835 - 1893, Klagenfurt 2010.
  • Helga Adamcik-Preusser zu Niederberg: Die wissenschaftliche Bedeutung der physikalischen Arbeiten von Josef Stefan, phil. Diss. Univ. Wien, Wien 2004.
  • Janez Strnad: Jožef Stefan - the centenary of his death, Ljubljana 1993.

Andrea Mayr