Denkmal Jakob Schipper

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Josef Müllner, Denkmal Jakob Schipper, Bronze, Arkadenhof der Universität Wien, 1928.
Abb.2: Lage des Denkmals, Nr. 100, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.

Das Denkmal für den deutsch-österreichischen Philologen und Anglisten Jakob Schipper (1842-1915) wurde von dem Bildhauer Josef Müllner (1879-1969) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und 1928 enthüllt.

Beschreibung der Plakette

Das Denkmal befindet sich im rechten (nördlichen) Gang des Arkadenhofs der Universität Wien (Abb. 2: Maisel 2007, Nr. 100). Gegenüber befindet sich das Denkmal für den Laryngologen Leopold Schrötter von Kristelli.

Die rechteckige Plakette besteht aus einem ganzförmigen Guss mit einem steinernen Rahmen. Im oberen Bereich erblickt der Betrachter das seitliche Portrait des Jakob Schipper. Darunter findet man eine Inschrift. Sie beinhaltet Name, Forschungsbereich und die Zeitspanne, die er an der Universität Wien lehrte: „JAKOB SCHIPPER Professor der englischen Philologie 1877 – 1913“.

Aus einem konvexen Kreis tritt das seitliche Profil des Professors aus der Plakette. Es ist davon auszugehen, das der Künstler Josef Müllner Porträtaufnahmen als Vorbild für das Profil genommen hat. Die dargestellte Person ist am Hals hin schräg abgeschnitten. Sie zeigt Schipper im fortgeschrittenen Alter. Den Blick starr nach vorne gerichtet ist seine Augenpartie und Stirn von Falten gezeichnet. Gerade die Tatsache, dass die Stirn in Falten liegt, kann darauf hindeuten, das der Professor seines Amtes waltet. Das restliche Gesicht ist von einem starken Bart geprägt. Sein Haar besteht nur noch aus einem Haarkranz. Die Signatur des Künstlers befindet sich nicht direkt unter dem Relief, sondern unter der Inschrift: „J: MÜLLNER 1928“.

Bei Maisel 2007 wird das Denkmal für Jakob Schipper mit der Nummer 100 angeführt. (Abb. 2)

Notizen zur dargestellten Person

Jakob Schipper von Ludwig Michalek

Jakob Schipper studierte zunächst Medizin und evangelische Theologie, unter anderem in Bonn, bevor er sich den Sprachen zuwandte. Er lehrte als Professor der englischen Philologie im ostpreußischen Königsberg (Russland), und wurde 1876 an die Universität Wien gerufen. Dort war er in den Jahren 1901/02 Rektor. Seine Forschungsgebiete waren die englische Metrik und Arbeiten über englische Architektur. Weiterhin machte er sich stark für die Lehre von Fremdsprachen an den damaligen Schulen.

Entstehungsgeschichte

Die Plakette wurde vom Bildhauer Josef Müllner ausgeführt. Im Jahre 1928 wurde das Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt. Es befinden sich leider keine Unterlagen zu der Feier bzw. Geschichte im Archiv.

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Wenn man das künstlerische Werk von Josef Müllner betrachtet fällt es schwer, einen direkten künstlerischen Vergleich mit der Plakette vorzunehmen. Müllner ist vor allem durch seine monumentalen Denkmäler berühmt geworden. Er verwendete gerne den Medaillon-Typus.

Hier zu nennen wäre von Belang - das Heldendenkmal in der Universität Wien oder das Lueger-Denkmal ebenfalls in Wien. Gerade letzteres zeichnet sich durch ein klassisches- historisches Denkmal aus, welches klar und nüchtern gegliedert ist. Diese nüchterne, realistische Darstellung finden wir auch bei Schipper wieder.

Hinsichtlich der Ähnlichkeit des Reliefs mit dem Portrait von Jakob Schipper ist es angebracht hier einen stilistischen Vergleich vorzunehmen. In Porträtaufnahmen wird Schipper meist von vorne gezeigt, wie etwa das Gemälde von Ludwig Michalek. Hier wird der Professor vor einer Bücherwand dargestellt. Die rechte Hand ruht auf einem Buch; die Linke hält ein Manuskript. Das Alter entspricht der Plastik. Ein typisches Gelehrtenportrait: der Dargestellte wird in seinem Arbeitsraum aufgenommen. Bei beiden Darstellungen fällt sofort der imposante Bart ins Auge. Doch auch die Augenpartie, sowie die gekrauste Stirn stimmen überein. Ebenfalls wirkt die Nasenpartie relativ gleich. Beide haben sehr ausgeprägte Nasenflügel.

Vergleicht man es mit dem Denkmal Leopold Schrötter von Kristelli wird die unterschiedliche Wirkung in der Farbabhebung sehr deutlich. Einmal, das zurückhaltende Schwarz bei Schipper und einmal die deutliche Konzentration auf das Porträtmedaillon Kristellis, mit der schwarz-weiß Abhebung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Müllner wenig künstlerische Darstellungsfreiheit genommen hat und hier ein sehr naturalistisches Bild wiedergegeben hat.

Ereignisse im Zusammenhang mit der Aufstellung im Arkadenhof

Es sind keine Ortswechsel des Denkmals innerhalb des Arkadenhofes bekannt.

Literatur

  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität, Wien u.a. 2007

Galerie


Isabelle Stappers, Elena Koren