Denkmal Guido Goldschmiedt

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Franz Seifert, Denkmal Guido Goldschmiedt, 1922/3, Tondo mit Relief (Carrara Marmor) auf Platte (Adneter Marmor), Arkadenhof der Universität Wien.
Abb. 2: Lage des Denkmals, Nr. 62, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.

Das Denkmal für den Chemiker Guido Goldschmiedt (1850-1915) wurde von dem Bildhauer Franz Seifert (1866-1951) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und am 29. April 1923 enthüllt. Ein Gipsabdruck des Denkmals befindet sich im Chemischen Institut in der Währingerstraße 38 (9. Wiener Gemeindebezirk).[1]

Beschreibung

Abb. 3: Einblick in den Arkadenhof der Universität Wien.
Abb. 4: Franz Seifert, Denkmal Guido Goldschmiedt. Detail Porträt Arkadenhof der Universität Wien, 1923 enthüllt.
Abb. 5: Franz Seifert, Denkmal Guido Goldschmiedt. Detail Porträt und Künstlersignatur Arkadenhof der Universität Wien, 1923 enthüllt.
Abb. 6: Franz Seifert, Denkmal Guido Goldschmiedt. Detail Porträt von der Seite Arkadenhof der Universität Wien, 1923 enthüllt.
Abb. 7: Franz Seifert, Denkmal Guido Goldschmiedt. Detail Porträt, Arkadenhof der Universität Wien, 1923 enthüllt.
Abb. 8: Franz Seifert, Denkmal Guido Goldschmiedt. Detail gekittete Schadstellen, Arkadenhof der Universität Wien, 1923 enthüllt.

Das Denkmal Guido Goldschmiedts ist an der rechten Innenseite des linken Eckpfeilers des dem Haupteingang der Universität Wien gegenüberliegenden Arkadengangs angebracht (Abb. 3). Nach der Zählung Thomas Maisels entspricht es der Nr. 62 (Abb. 2). Zu seiner Rechten befindet sich das Denkmal Adolf Liebens, der ebenfalls Chemiker war und dessen Nachfolger Goldschmiedt wurde.[2]

Über einer hochrechteckigen Platte aus Adneter Marmor erhebt sich in der oberen Hälfte eine genauso breite oktogonale Tafel desselben Materials.[3] Diese achteckige Erhebung, welche im unteren Bereich eine eingezogene - ein Zentimeter breite - Abstufung erfährt, beherbergt in ihrem Zentrum ein Tondo aus Carrara Marmor mit annähernd vollplastischem Relief des Gelehrten (Abb. 4). Die Rahmung des Tondo beinhaltet die geritzte Inschrift des Künstlers: "F. SEIFERT" (Abb. 5). Der untere Teil der Tafel informiert in goldener Inschrift über den Porträtierten: "GUIDO GOLDSCHMIEDT ( / ) 1850 - 1915 ( / ) PROFESSOR DER CHEMIE ( / ) 1911 - 1915".

Goldschmiedt zeigt sich dem Betrachter in strenger Frontalität im Typus der Immago Clipeata. Die Seitenansicht des Denkmals zeigt, dass Goldschmiedts Kopf circa 8 Zentimeter über den Rand des Tondo hinweg in den Raum hervortritt (Abb. 6). [4] Der Eindruck von Strenge und Ordnung wird durch das zurückgekämmte Haar, die heruntergezogenen Mundwinkel, die zusammengezogenen Augenbrauen, welche in ihrer Mitte eine leichte Falte ausbilden und durch den steif gebügelten Kragen, welcher plastisch über den Rahmen des Tondo heraus ragt, verstärkt. Lediglich die zart eingeritzten Pupillen die von einem leichten Blick nach rechts zeugen weichen die strenge Symmetrie ein wenig auf. Inwieweit jedoch die Gestaltung des Bildhauers mit Charakterzügen der dargestellten Person korreliert ist schwer zu sagen. Das Relief ist in seiner Annäherung an eine vollplastische Büste spannend, zumal es sich beinahe vollkommen vom Reliefgrund löst. Seifert hat den Kopf des Chemikers knapp hinter dem Ohr abgeschnitten, nur ein kleiner Teil des Hinterkopfes und Halses fehlen (Abb. 7).

Durch seine Befestigung an der Innenseite eines Eckpfeilers ist das Denkmal hinsichtlich der Beleuchtung leicht benachteiligt. Das Licht fällt von schräg links vorne vom Arkadenhof auf das Denkmal und führt dazu, dass sich das Reliefporträt stark von dem abgedunkelten Innenraum des Tondo, welcher leicht schraffiert ist, abhebt. Schraffuren sind eine Eigenart Seiferts, die er auch in anderen seiner Werke im Arkadenhof gezielt einsetzt, etwa beim Relief Albrecht Schraufs oder bei den verschatteten Gewand-Partien im Denkmal Julius von Wiesners oder in jenem von Jan Ingen-Housz.

Die zahlreichen gekitteten Stellen offenbaren die Geschichte des Denkmals, welches laut Thomas Maisel am 5. November 1938 im Zuge einer Arisierung beschädigt wurde (Abb. 8).[5] Dokumente des Universitätsarchivs Wien können zur Erklärung des heutigen Erscheinungsbildes herangezogen werden. Das Denkmal zeigt zahlreiche Risse und durch Steinkitt geklebte Stellen, die matt geschliffen wurden und heute deutlich sichtbar das gesamte Objekt überziehen. Außerdem musste der zertrümmerte Epitaph auf einer rund drei Zentimeter dicken Verstärkungsplatte angebracht werden.[6] Diese konnte vor Ort jedoch nicht ausgemacht werden.

Notizen zur dargestellten Person

Guido Goldschmiedt (* 29. Mai 1850 Triest – † 6. August 1915 Gainfarn bei Wien) war als Chemiker unter anderem im Straßburg, Wien und Prag tätig. Die Errichtung eines Denkmals zu seiner Ehren resultierte aus seiner glanzvollen wissenschaftlichen Laufbahn. Er lieferte wichtige Beiträge zur Kenntnis des Stuppfettes und zum Aufbau verschiedener organischer Verbindungen. Des Weiteren gelang ihm als erster die Umwandlung ungesättigter in gesättigte Fettsäuren, was von großer technischer Bedeutung für die Fetthärtung im Allgemeinen werden sollte. Bekannt wurde Goldschmiedt durch seine Beiträge zur Zusammensetzung von organischen Verbindungen wie Pyren, Ellagsäure, Flavon und Scutellarin.[7] Zusätzlich hatte seine Erforschung der Strukturermittlung von Papaverin, einem Alkaloid, nachhaltige Auswirkung auf die gesamte Alkaloidforschung. Im Jahre 1892 erhielt Goldschmiedt den Lieben-Preis der Akademie der Wissenschaften in Wien.[8]

Entstehungsgeschichte

Die Errichtung eines Denkmals für Guido Goldschmiedt im Arkadenhof der Universität Wien wurde am 4. März 1922 durch das Professorenkollegium der philosophischen Fakultät beschlossen.[9] Das Komitee bestand aus Hofrat Wegscheider als Obmann und den Professoren Molisch, Herzig, Pollak, Franke, Philippi und Zerner. Die finanziellen Mittel für die Herstellung der Platte mit Reliefbild waren durch eine Sammlung gesichert.[10]

Am 14. Juli 1922 beschloss der akademische Senat die Herstellung des Goldschmiedt-Denkmals. Zur Veranschaulichung diente ein von Franz Seifert entworfenes Tonmodell,[11] welches der Bildhauer in seinem Atelier in der Grohgasse 5 im 5. Bezirk in Wien hergestellt hatte. Als Material für das auszuführende Denkmal war Marmor vorgesehen: Carrara-Marmor für das Porträt und Untersberger-Marmor für den architektonischen Teil. Bezüglich des Aufstellungsortes beantragte das Komitee den Steinpfeiler neben dem Denkmal von Adolf Lieben.[12] Diese Anbringung ist nach wie vor aktuell.[13].

Die Feier anlässlich der Enthüllung des Denkmals von Guido Goldschmiedt fand am 29. April 1923 um 11 Uhr vormittags statt.[14]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Ein Vergleich des Reliefs mit einer Darstellung Goldschmiedts verdeutlicht, dass das Relief Seiferts Porträtqualitäten aufweist (Abb. 9). Auffällig sind das übereinstimmende zurückgekämmte Haar, Bart und Kinnpartie sowie die dominanten Augenbrauen. Interessanterweise liegt auch eine Ähnlichkeit hinsichtlich des steifen Hemdkragens vor.

Der Vergleich des Goldschmiedt-Denkmals mit anderen Denkmälern im Arkadenhof gestaltet sich auf den ersten Blick problematisch. Die Gedenktafel des Chemikers nimmt meines Erachtens eine besondere Stellung unter den Arkadenhofdenkmälern ein. Pauschal betrachtet sind viele der Objekte entweder sehr stark dem Reliefgrund verbunden - beispielsweise die Porträtreliefs, welche wie antike Münzbildnisse gestaltet sind oder auch halbfigurig ausgeführte Reliefs wie die Bronzeplatte Hugo Weidels - oder aber die plastischen Bildnisse sind gänzlich von ihrem Untergrund gelöst. Letztere Möglichkeit sehen wir bei den zahlreichen Gelehrtenbüsten im Arkadenhof. Goldschmiedts Denkmal setzt sich zusammen aus Marmorplatte und Bildnis und wäre somit theoretisch der ersten Gruppe zuzusprechen, eine Besonderheit seines Denkmals liegt jedoch in dem als Hochrelief ausgeführten Porträt des Gelehrten, welches zwar dem Untergrund verhaftet ist, sich aber plastisch aus dem nach innen gewölbten Rund erhebt und seine Rahmung nach außen überschreitet und in den Betrachterraum eintritt. Als Vergleich eignet sich beispielsweise das Denkmal Anton Kerners von Marilaun, welches 1908 enthüllt wurde - also einige Jahre vor Goldschmiedts Denkmal entstand (Abb. 10). Das Denkmal des Botanikers zeigt über der Inschrift ein zentral platziertes Oval, welches im oberen Abschnitt durch eine Art plastisch ausgeführten Feston akzentuiert wird. Dieser verweist durch die Gestaltung mit Pflanzen einerseits auf den Beruf des Geehrten und wirkt andererseits wie eine Bekrönung des Bildnisses. Parallelen dieses in seiner Gestaltung und Dekoration verspielten und überschwänglichen Denkmals sind vorrangig im Porträtbildnis Kerners zu sehen. Zwar wurde bei Kerner ein größerer Ausschnitt gewählt, aber auch er blickt frontal zum Betrachter und ist plastisch aus dem Rund hervortretend gearbeitet. Dieser Vergleich offenbart in der direkten Gegenüberstellung sogleich Schwächen des Goldschmiedt-Denkmals. Denn während Kerner mit Emotion, man könnte sagen lebendig, wie in einem Moment eingefangen mit leicht geöffnetem Mund und bewegtem Haar und überaus ansprechendem Blick dem Betrachter begegnet, erweckt das Goldschmiedt Denkmal einen starren und unerschütterlichen Eindruck. Das Bildnis des Chemikers wirkt in seiner strengen Gestaltung emotionslos und kalt; kein Haar entkommt der akribisch ausgeführten Gestaltung. Goldschmiedt wirkt durch das Bildnis gleichgültig und gleichzeitig durch seinen starren Blick wie hypnotisierend auf den Betrachter. Hier ist kein Platz für schmückende Elemente wie eine Girlande; Symmetrie und Klarheit sind vorherrschend. Das Denkmal drückt - unterstützt durch den knappen Ausschnitt des Porträts - in seiner Gesamtheit Disziplin, Entschlossenheit und Strenge aus. Diese Eigenschaften können jedoch auch als Ausdruck von Goldschmiedts Persönlichkeit gewertet werden. Josef Herzig beschreibt ihn in seinem Nekrolog um 1916 folgendermaßen: "[...] [Goldschmiedt war ein] tadelloser, aufrechter, gewissenhafter, pflichttreuer, wohlwollender Mensch [...]. In seiner Arbeitsmethode war [er] streng folgerichtig, systematisch und seine Schlußweise [war] außerordentlich logisch [...]."[15]

Als weitere Vergleiche könnten das Denkmal Melchior Neumayrs (Büste von Carl Kundmann, 1892 enthüllt), das Doppeldenkmal für Johann und Theodor von Oppolzer (Denkmalgruppe von Viktor Tilgner, 1890 enthüllt) sowie jenes für Johann Heinrich Dumreicher von Österreicher (Relief von Adalbert Eduard Saff, 1901 enthüllt) dienen. Die genannten Objekte sind was Aufbau und Form angeht sehr unterschiedlich: Neumayrs Denkmal erinnert in seiner Gestaltung an das Denkmal Kerners, ist aber als Büste und nicht als Porträtrelief geformt (Abb. 11). Das von Oppolzer-Denkmal zeigt bedingt durch seine Funktion als Doppeldenkmal einen völlig anderen Aufbau (Abb. 12). Die Bildnisse besitzen analog zum Goldschmiedt Porträt zwar einen kleineren Ausschnitt, aber auch sie schauen interressiert, durch eine leichte Neigung ihrer Köpfe neugierig aus ihrem Rund herunter Richtung Betrachter. Eine stärkere Ähnlichkeit, was den Ausschnitt sowie auch die strenge Gestaltung betrifft, sehe ich im Denkmal für Johann Heinrich Dumreicher von Österreicher (Abb. 13-14). Wie Goldschmiedt blickt der Chirurg - zwar nicht frontal sondern leicht seitlich - starr gerade aus, er zeigt keine Emotionen und auch die Dekoration kann als zurückgenommen - wenn auch nicht so schlicht wie bei Goldschmiedts Platte - beschrieben werden. Die schüsselartige Eintiefung aus dem das Porträt herausschaut ist ebenfalls als Gemeinsamkeit der beiden Denkmäler festzuhalten.

Ein weiteres Denkmal, das Ähnlichkeiten zur Gedenktafel Goldschmiedts aufweist, ist das 1907 enthüllte - ebenfalls von Franz Seifert geschaffene - Denkmal für Albrecht Schrauf (Abb. 15). Das Denkmal Schraufs weist eine ähnlich schlichte, auf das Wesentliche konzentrierte Gestaltung auf, wobei der Kopf des Mineralogen weiter vom Untergrund gelöst ist als bei Goldschmiedts Gedenktafel. Auch dieses von Seifert ausgeführte Werk präsentiert sich uns im Typus der Immago Clipeata. Jedoch ist der runde vertiefte Grund hinten abgeflacht und nicht wie bei Goldschmiedt Segment einer Kugel. Das Relief ragt etwa gleich weit aus der Vertiefung heraus. Unterschiede sind vor allem in der Ausführung als Brustbild, wie auch in der unterschiedlichen Gestaltungsweise der Plakette und der Einbinung des Tondo in die Plakette erkennbar. Weiters löst sich das Relief stärker vom Grund als jenes Goldschmiedts'. Als weitere den Typus der Immago Clipeata vertretende Platte mit Relief kann das Denkmal des Juristen Franz Hofmanns von Theodor Khuen (1903 enthüllt) genannt werden (Abb. 16). Hier ragt der Porträtkopf etwa ebenso weit aus dem Tondo hervor, wie in Seiferts Denkmälern für Goldschmiedt und Schrauf. Das Tondo ist wie bei Goldschmiedt ein Kugelsegment.

In punkto strenger Frontalität nimmt die Plakette mit dem Reliefbildnis Goldschmiedts unter den aus einer runden Vertiefung (hier ist jedoch lediglich von kreisrunden oder ovalen Vertiefungen die Rede) - im oder nach Art des Immago Clipeata-Typus - herauswachsenden Reliefs eine Sonderstellung ein, da sie unter jenen die einzige ist. Nur das Relief Eduard Jäger von Jaxtthals ist, wenn man die millimeterhafte ellipsoide Rückneigung des Reliefgrunds als Vertiefung bezeichnen möchte, ebenso ein streng frontalen Reliefporträt. Jaxtthals Bildnis ist nicht annähernd so plastisch, wie jenes Goldschmiedts. Von Jaxtthal ist nur der Kopf ohne Hals porträtiert und dieser schwebt inmitten der Rundung. Sein Blick ist entgegen den zart ausgearbeiteten Pupillen Goldschmiedts vollkommen leer. Goldschmiedts Bildnis ist zwar von strenger Frontalität gekennzeichnet, doch wirkt sein Antlitz mit dem aus dem Tondo herausragenden Kragen überaus realistisch und präsent, während die Darstellung Jaxtthals durch fehlende Bezüge zum Körper, welche ein Schweben des Kopfes evozieren und durch den leeren Blick geisterhaft anmutet.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme sollte im November 1938 die „Langemarck“-Feier durch NS-Studenten im Arkadenhof stattfinden. Im Zuge der Vorbereitungen wurden willkürlich Denkmäler für Professoren, die nach NS-Kriterien als „jüdisch“ eingestuft wurden, beschädigt, mit Farbe beschmiert oder umgestürzt – darunter auch das Denkmal Guido Goldschmiedts.[16]

Im Jahre 1946 wurde die Reparatur des Denkmals in Angriff genommen. Die Wiederherstellung als Ehrenpflicht der Universität Wien bezeichnend bat der Obmann des Kunstausschusses den Universitätsrektor um den Betrag von 1.950 Schilling aus dem Kanzleifond.[17] Der Steinbildhauer Otto Ronca erhielt 1.500 Schilling für die „Neuherstellung eines Relief in Carraramarmor darstellend Professor Guido Goldschmiedt für die Arkaden der Wr. Universität […]“.[18] Weitere 450 Schilling gingen an den Bau- und Steinmetzmeister August Jecny,[19] der auf seiner Rechnung vom 14. August 1946 die durchgeführten Leistungen auflistet: „Betrifft: Epitaph Goldschmiedt [ / ] Rekonstruktion des zertrümmerten Epitaphs aus Rot-Adneter-Marmor u. zw. [ / ] 1. Eine 3 cm starke Verstärkungsplatte aus Carrara-Marmor 104 x 63 cm gross beigestellt. [ / ] 2. Die Bruchstücke des Epitaphs aus Rot-Adneter-Marmor zusammengesetzt, mit Steinkitt auf die in Post 1 beschriebene Verstärkungs=platte aufgekittet und mit dieser durch Zapfen und Klammern verbunden, die kleinen Schäden beim Epitaph mit Steinkitt ausge=bessert, fehlende Stücke durch einsetzen von Vierungen aus Rot-Adneter-Marmor er=gänzt, ferner nach Erhärtung des Steinkittes alle Sichtflächen des Epitaphs überschlif=fen und fein matt ausgeschliffen. [ / ] 3. Die bestehende Inschrift nachgraviert und versilbert.“[20] Die Informationen, die wir durch diesen Rechnungsbeleg erhalten, zeigen das Ausmaß der Beschädigungen des Denkmals und stehen im Widerspruch zu Maisels Aussage, dass bei dieser Aktion "keine irreparablen Schäden"[21] entstanden. Jecnys Schilderung zufolge wurde das Denkmal zertrümmert und musste auf einer neuen Platte angebracht beziehungsweise ergänzt werden. Schäden, die - auch wenn die Verstärkungsplatte heute nicht vom Epitaph unterschieden werden kann - eine aufwendige Reparatur in Anspruch nahmen und auch heute noch auf dem Denkmal sichtbar sind: Gekittete Stellen und Risse überziehen die gesamte Gedenktafel und verweisen somit auf ihre bewegte Geschichte.

Rezeption in der Presse

Über eine Rezeption in der Presse ist nichts bekannt.

Quellen

UAW Senat S 93.29 (1921/22) (Schachtelnummer 59) UAW Senat S 222.2 (1946/47) (Schachtelnummer 562) UAW = Universitätsarchiv Wien

Literatur

Die Denkmäler im Arkadenhofe der Universität Wien. Ein Führer, hg. vom akademischen Senate der Universität Wien, Wien 1932.

Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 62/3.

Meister 1934: Richard Meister, Ruhmeshalle der Wiener Universität. Geschichte der Wiener Universität, Wien u.a. 1934 (Anm.: Goldschmiedt-Denkmal hier Nummer 45 (S. 97)).

Einzelnachweise

  1. Meister 1934, S. 97. - Soukup 2004, S. 76.
  2. Maisel 2007, S. 62-63.
  3. Zu den Maßen des Denkmals: Das Denkmal ist 63 Zentimeter breit, die Höhe beträgt bis zur linken Außenkante 85 Zentimeter und bis zur obersten Kante des viereckigen Abschluss circa 101 Zentimeter. Der Durchmesser des Porträtrunds inklusive seinem 3 Zentimeter breiten Rahmen beträgt circa 42,5 Zentimeter und ist 10 Zentimeter vom äußeren Rand der Platte entfernt. Die Tiefe des Denkmals beträgt im unteren Abschnitt 4 Zentimeter, im oberen Abschnitt erhebt sich das Denkmal durch den 3 Zentimeter tiefen achteckigen Aufsatz rund 7 Zentimeter von dem Pfeiler. Wie weit der Porträtkopf von der Mauer hervorragt kann nur ungefähr gemessen bzw. geschätzt werden: Demnach reicht der Kopf rund 16 Zentimeter - von der Wand weg gemessen - in den Raum.
  4. Laut der Rechnung des Bau- und Steinmetzmeisters August Jecny vom 14. August 1946 soll im Zuge der Wiederherstellung des Denkmals die Inschrift nachgraviert und versilbert (!) worden sein. UAW Senat S 222.2. Rechnung von August Jecny (Bau- und Steinmetzmeister) für Herrn Otto Ronca (Steinbildhauer), Wien am 14. August 1946.
  5. Maisel 2007, S. 14-15.
  6. UAW Senat S 222.2. Rechnung von August Jecny (Bau- und Steinmetzmeister) für Herrn Otto Ronca (Steinbildhauer), Wien am 14. August 1946.
  7. Soukup 2004, S. 72.
  8. Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Leo Santifaller/Eva Obermayer-Marnach), 2. Band (Glae-Hüb), Graz-Köln 1959, S. 26, Sp. 2.
  9. UAW Senat S 93.29, D.Z. 614. Brief des Dekans der Philosophischen Fakultät an das Rektorat der Universität Wien, Wien am 8. März 1922.
  10. UAW Senat S 93.29, Z.628 ex 1921/22. Brief des Rektors an die artistische Kommission des akademischen Senates, Wien am 31. März 1922.
  11. UAW Senat S 93.29, Z.628 ex 1921/22. Brief des Rektors an das Denkmalkomitee zu Handen Prof. Dr. Josef Herzig, Wien am 18. Juli 1922.
  12. UAW Senat S 93.29, Z.628 ex 1921/22. Brief des Rektors an die artistische Kommission des akademischen Senates zu Handen des Vorsitzenden Hofr. Prof. Dr. Ernst Schwind, Wien am 27. Juni 1922.
  13. Maisel 2007, S. 63.
  14. UAW Senat S 93.29, Z.628 ex 1921/22. Brief des Rektors an die akademische Sängerschaft „Ghibellinen“, Wien am 13. April 1923.
  15. Zit. Herzig 1916, S. 893.
  16. Maisel 2007, S. 14-15.
  17. UAW Senat S 222.2. Brief des Obmanns des Kunstausschusses an den Rektor der Universität Wien, Wien am 8. Oktober 1946.
  18. Zit. UAW Senat S 222.2. Rechnung von Otto Ronca an die Gebäudeverwaltung der Wr. Universität, Wien am 26. September 1946.
  19. UAW Senat S 222.2. Mitteilung von Hofrat Prof. Dr. Richard Meister an die Universitäts-Quästur, Wien am 8. Oktober 1946.
  20. Zit. UAW Senat S 222.2. Rechnung von August Jecny (Bau- und Steinmetzmeister) für Herrn Otto Ronca (Steinbildhauer), Wien am 14. August 1946. - Die Inschrift des Denkmals ist heute (Stand 2014) vergoldet.
  21. Zit. Maisel 2007, S. 15

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Julia Horner, Katharina Schmidt