Denkmal Franz Serafin Exner: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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== Beschreibung ==
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Beim Denkmal für [[Franz Serafin Exner]] handelt es sich um ein in Metall ausgeführtes Reliefporträt. Es besteht aus einer hochrechteckigen, in drei Stufen aufgebauten, in einem Guß gegossene Bronzetafel mit den Maßen ca. 99 cm x ca. 65,5 cm. Die mittlere Stufe hat die Maße ca. 91 cm x ca. 57,5 cm. Die kleinste Platte mit dem Format 81 cm x 48 cm hat im untersten Drittel eine plastisch herausgearbeitete Inschrift, die den Namen, die Tätigkeit und die Lebensdaten des Professors verrät:<br>
Beim Denkmal für [[Franz Serafin Exner]] handelt es sich um ein in Metall ausgeführtes Reliefporträt. Es besteht aus einer hochrechteckigen, in drei Stufen aufgebauten, in einem Guß gegossene Bronzetafel mit den Maßen ca. 99 cm x ca. 65,5 cm. Die mittlere Stufe hat die Maße ca. 91 cm x ca. 57,5 cm. Die kleinste Platte mit dem Format 81 cm x 48 cm hat im untersten Drittel eine plastisch herausgearbeitete Inschrift, die den Namen, die Tätigkeit und die Lebensdaten des Professors verrät:<br>
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<div align="center">Professor </div>
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<div align="center">1849-1926</div>
<div align="center">1849-1926</div>


Die oberen zwei Drittel der Platte zeigen, ein wenig vertieft, die Profilansicht des Professors. Exner ist bis zur Brust mit einem Anzug bekleidet dargestellt. Durch die Ausführung des Reliefs im Profil, kann man eine leicht vorgelehnte Haltung erkennen. Der Professor sieht nach links, also in den Universitätshof hinein. Das Porträt entspricht ziemlich exakt dem Relief, das [[Michael Powolny]] für Exners 70.Geburtstag angefertigt hatte. Exner ist demnach in seinem 71. Lebensjahr abgebildet. Die Signatur des Künstlers ist in der rechten, unteren Ecke zu finden.  
Die oberen zwei Drittel der Platte zeigen die Profilansicht des Professors. Exner ist mit einem Anzug bekleidet bis zur Brust dargestellt. Durch die Ausführung des Reliefs im Profil kann man eine leicht vorgelehnte Haltung erkennen. Der Professor blickt nach links, also in den Universitätshof hinein. Das Porträt entspricht ziemlich exakt dem Relief, das [[Michael Powolny]] für Exners 70.Geburtstag angefertigt hatte. Exner ist demnach in seinem 71. Lebensjahr abgebildet. Die Signatur des Künstlers ist in der rechten, unteren Ecke zu finden.  


== Notizen zur dargestellten Person ==
== Notizen zur dargestellten Person ==

Version vom 20. September 2014, 19:54 Uhr

Das Denkmal Franz Serafin Exners im Arkardenhof der Universität Wien.
Lage des Denkmals, Nr. 33, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.
Signatur Powolnys unten rechts
Porträtplakette von Michael Powolny anlässlich Exners 70.Geburtstags 1919.
Einladung zur Festversammlung und Enthüllung des Exner-Denkmals am 23.1.1937.
Artikel in der Neuen Freien Presse vom 24.1.1937, Seite 6.
Artikel in der Wiener Zeitung vom 24.1.1937, Seite 5.

Das Denkmal für den Physiker Franz Serafin Exner (1849-1926) wurde von Michael Powolny (1871-1954) in den Jahren 1935/36 für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und am 23. Jänner 1937 feierlich enthüllt.

Beschreibung

Beim Denkmal für Franz Serafin Exner handelt es sich um ein in Metall ausgeführtes Reliefporträt. Es besteht aus einer hochrechteckigen, in drei Stufen aufgebauten, in einem Guß gegossene Bronzetafel mit den Maßen ca. 99 cm x ca. 65,5 cm. Die mittlere Stufe hat die Maße ca. 91 cm x ca. 57,5 cm. Die kleinste Platte mit dem Format 81 cm x 48 cm hat im untersten Drittel eine plastisch herausgearbeitete Inschrift, die den Namen, die Tätigkeit und die Lebensdaten des Professors verrät:

FRANZ EXNER
PROFESSOR
DER PHYSIK
1849-1926

Die oberen zwei Drittel der Platte zeigen die Profilansicht des Professors. Exner ist mit einem Anzug bekleidet bis zur Brust dargestellt. Durch die Ausführung des Reliefs im Profil kann man eine leicht vorgelehnte Haltung erkennen. Der Professor blickt nach links, also in den Universitätshof hinein. Das Porträt entspricht ziemlich exakt dem Relief, das Michael Powolny für Exners 70.Geburtstag angefertigt hatte. Exner ist demnach in seinem 71. Lebensjahr abgebildet. Die Signatur des Künstlers ist in der rechten, unteren Ecke zu finden.

Notizen zur dargestellten Person

Franz Serafin Exner (1849- 1926) war ein österreichischer Physiker. Er wird von seinen Schülern als ein vielseitiger, hochgebildeter und kultivierter Physiker mit starken Visionen beschrieben. Er war Pionier in zahlreichen Gebieten der modernen Physik. Das Werk Exners lässt sich vier Fachgebieten zuordnen: Elektrizitätserzeugung durch galvanische Elemente, Luftelektrizität, Spektralanalyse und Farbentheorie.

Entstehungsgeschichte

Am 7. März 1936 stellt der Dekan Schweidler den Antrag zur Errichtung eines Denkmal für Franz Serafin Exner im Arkadenhof der Universität Wien in dem er erwähnt, dass dessen Vater der Philosoph Franz Exner sowie dessen Bruder der Jurist Adolf Exner bereits ein Denkmal im Arkadenhof hätten, und dass die für Exners 70.Geburtstag von Michael Powolny angefertigte Plakette sich als Modell eignen würde und Powolny auch bereit wäre den Auftrag anzunehmen. [1]

Am 12. März 1936 wird von fünfundzwanzig Professoren der philosophischen Fakultät der Antrag zur Errichtung eines Denkmals für Franz Serafin Exner unterzeichnet. Dieser Antrag ist Gegenstand der Senatssitzung vom 16. Mai 1936. [2] Der akademische Senat beschließt am 16. Mai 1936 die Errichtung eines Denkmales für Franz Serafin Exner im Arkadenhof, weiters wird die Causa dem Kunstausschuss übergeben dem man baldigst die von Powolny geschaffene Plakette zeigen soll. [3] Die Sitzung des Kunstausschusses findet am 13.Juni.1936 um 12 Uhr statt, besprochen werden die Denkmäler für Franz Klein (Jurist) und Exner sowie das Grabmal für Karl Luick. Der Kunstausschuss betrachtet den Gipsentwurf Powolnys für Exners Denkmal und nimmt ihn an, mit dem Vorbehalt, dass das Bronzerelief ohne Abstufungen direkt in die Säule eingelassen wird. [4] Als Aufstellungsort des Denkmals sucht der Kunstausschuss den Pfeiler gegenüber dem Denkmal für Josef Maria Pernter aus; das Denkmal Exners soll dem Pernters zugewandt sein. Der Oberbaurat Professor Leopold Bauer wird damit beauftragt mit Powolny über die Maße und die Ausführung einig zu werden. [5] Am 27.Juni.1936 nimmt der Senat das Besprochene zur Kenntnis und erteilt die Erlaubnis für das weitere Geschehen. Im Juli besichtigt Bauer mit Powolny den Aufstellungsort und bestimmt die Maße.

Für die Enthüllung des Denkmals kommt der 16. und der 23.Jänner 1937 in Frage, Schweidler und Meyer stellen einen Antrag für den 23. Jänner, da dies für den Festredner Benndorf und die Familie Exners günstiger wäre. Das Rektorat genehmigt den 23. Jänner 1937, es werden Einladungslisten erstellt und Einladungen gedruckt, es wird mit über 400 Gästen gerechnet. Die Kosten des Denkmals und dessen Enthüllung werden vom Institut für Physik und vor allem von seinem Schüler Haschek getragen. Das Bronzerelief wird Anfang Jänner auf dem Pfeiler angebracht. Die Festversammlung am 23. Jänner 1937 findet um halb eins im kleinen Festsaal der Universität Wien statt, der Dekan Hirsch leitet ein, anschließend folgt die Festrede Hans Benndorfs und danach eine Rede des Rektors Arzt. Im Anschluss wird das Denkmal im Arkadenhof feierlich enthüllt und in die Obhut der Universität übergeben. Die Festrede Benndorfs findet großen Anklang, sodass zahlreiche Exemplare an die Teilnehmer und Bibliotheken versandt werden müssen. [6]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Gedenktafeln in Reliefform sind im Vergleich zu monumentalen Denkmälern und Büsten kostengünstiger und schneller hergestellt, da der Schaffensprozess deutlich kürzer ist, sind aber gleichwertig, um der Nachwelt in gebührender Weise die Verdienste eines Gelehrten vor Augen zu führen. Der Keramiker Michael Powolny hatte schon einige Jahre vor der Ausführung des Denkmals im Arkadenhof eine Porträtplakette anlässlich Exners 70. Geburtstags angefertigt, was nun stilistisch als Vorbild galt. Beide Reliefs haben Ähnlichkeiten. Sie sind im linken Profil, bis zur Brust und im Anzug dargestellt. Einige wenige Unterschiede lassen sich dennoch feststellen. Das Relief anlässlich Exners 70. Geburtstag hat keine Vertiefungen, sondern ist flach, wodurch es einiges an Plastizität einbüßt. In der linken unteren Ecke ist beim früheren Werk ein Lorbeerzweig zu sehen, der in der Ausführung für den Arkadenhof weggelassen wurde. Das Schriftbild wurde dem prestigeträchtigeren Aufstellungsort angepasst, die Schrift ist größer, mit Serifen und näher zusammengerückt wodurch ein einheitliches Bild entsteht.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Es ist nichts darüber bekannt, ob das Denkmal je verschoben oder versetzt wurde.

Quellen

UAW= Universitätsarchiv Wien

  • UAW, Senat S.91.4
  • UAW, Senat S.91.4, Antrag vom 7.3.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Antrag vom 12.3.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Amtsvermerk vom 12.3.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Brief an Schweidler vom 19.5.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Amtsvermerk vom 5.6.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Einladung zur Sitzung des Kunstausschusses vom 4.6.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Transskript der Sitzung vom 13.6.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Zusammenfassung für den Antragsteller vom 14.6.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Zusammenfassung der Entscheidungen Bauers und Powolnys vom 12.7.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Terminfindung vom 2.12.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Terminbestätigung vom 6.12.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Einladungsliste vom 15.12.1936
  • UAW, Senat S.91.4, Zusagen div. Professoren/ Familie vom 13.-19.1.1937
  • UAW, Senat S.91.4, Absagen div. Professoren vom 16.-20.1.1937
  • UAW, Senat S.91.4, Rechnung für den Blumenschmuck vom 25.1.1937 und Antrag an die Quästur zur Begleichung
  • UAW, Senat S.91.4, Dankesschreiben an Benndorf vom 25.1.1937
  • UAW, Senat S.91.4, Versandbitten der Festrede vom 24.1.-11.6.1937

Rezeption in der Presse

  • Neue Freie Presse: Gedenktafelenthüllung für Professor Franz Exner, in: NFP, 24.Jänner 1937, Seite 6 Spalte 3.
  • Wiener Zeitung: Die Gedenktafel für Professor Franz Exner, in: WZ, 24.Jänner 1937, Seite 5 Spalte 1-2.

Einzelnachweise

  1. UAW, Senat S.91.4, 7.3.1936
  2. UAW, Senat S.91.4, 12.3.1936
  3. UAW, Senat S.91.4, 19.5.1936
  4. UAW, Senat S.91.4, 13.6.1936
  5. UAW, Senat S.91.4, 14.6.1936
  6. UAW, Senat S.91.4, 11.6.37

Literatur

  • Thomas Maisel: Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien. Wien / Köln / Weimar 2007.
  • Thomas Maisel: Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien. Biographische Skizzen. Wien 1990.
  • Hans Benndorf: Gedenkrede auf Franz Serafin Exner, aus Anlass der Enthüllung seines Denkmals in der Wiener Universität. Wien 1937.