Denkmal Ernst Fuchs

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1 Denkmal Ernst Fuchs, Josef Müllner, Marmor, 1921,Arkadenhof der Universität Wien
Abb. 2 Lage des Denkmals, Nr. 128, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.[1]
Abb. 3 Signatur Müllners, Denkmal Ernst Fuchs, Josef Müllner, Marmor, 1921,Arkadenhof der Universität Wien.
Abb. 4 Seitliche Ansicht, Denkmal Ernst Fuchs,Josef Müllner, Marmor, 1921,Arkadenhof der Universität Wien.

Das Denkmal für den Mediziner Ernst Fuchs (1851-1930) wurde von dem Bildhauer Josef Müllner (1879-1969) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und am 21. Juni 1951 enthüllt.

Beschreibung

Das Relief von Ernst Fuchs befindet sich an dem fünften Pfeiler im rechten Akadengang der Universität Wien. Es ist das zweitletzte bevor dem Eingang zur Stiege 8 und trägt laut der Katalogisierung Thomas Maisels die Nummerierung 128 (Abb. 2).

Das Denkmal besteht aus einer dicken rechteckigen, im Hochformat gefertigte Marmortafel auf dem im Profil Ernst Fuchs dargestellt ist (Abb. 4). Das Relief besticht durch die Konzentration auf den Kopf des Porträtierten, der nur bis zum Hals gezeigt wird. Ernst Fuchs wird in der Tradition des Gelehrtenporträts abgebildet, indem das Haupt sehr plastisch heraus gearbeitet wurde. Der Augenarzt ist mit klarem Blick, Falten unterhalb der Augen und auf der Stirn abgebildet. Sein Haar lässt eine Glatze erkennen während das restliche Haupthaar hinter sein Ohr gestrichen zu sein scheint, während der Vollbart mit der Marmorplatte verbindet.

Die restliche Marmortafel ist glatt ausgearbeitet, auf der im unteren Teil die Inschrift: "Ernst Fuchs, Professor der Augenheilkunde" in goldenen Lettern ausgearbeitet wurde.

Notizen zur dargestellten Person

Ernst Fuchs ist als Schöpfer der pathologischen Anatomie des Auges zu sehen. Seine Lehrbücher fanden weite Verbreitung und wurden in mehreren Sprachen übersetzt. Dass Fuchs internationalen Ruhm in seinem Fachgebiet genoss, wird durch die Entschuldigungsschreiben für die Abwesenheit von Eingeladenen aus Deutschland und aus Frankreich deutlich. Er brachte auch die Augenheilkunde in Wien zu internationalem Ruhm, wofür ihm von seinen Kollegen das Denkmal gestiftet wurde. Für weitere Informationen, siehe Ernst Fuchs.

Entstehungsgeschichte

Die Entstehungsgeschichte zum Denkmal von Ernst Fuchs ist vor allem im Vergleich zu den Denkmälern seiner Vorgänger Eduard Jäger von Jaxtthal, Ludwig Mauthner und Ferdinand von Arlt eine kurze. Die Professoren Karl David Lindner, zu dieser Zeit Vorstand der II. Augenklinik der Universität Wien, und Arnold Pillat, zu dieser Zeit Vorstand der I. Augenklinik der Universität Wien, stellten 1950 einen Antrag für ein Marmor-Relief anlässlich des 100. Geburtstages von Fuchs an den Dekan Professor Karl Fellinger. Diesem Antrag stimmte zuerst das Professoren-Kollegium am 11. Oktober 1950 einstimmig zu, woraufhin Fellinger den Antrag an den akademischen Senat übermittelte und hierbei betonte, dass Fuchs ein über Österreich berühmter Arzt und Wissenschaftler sei und zum Ruhm der Medizin in Wien beigetragen habe.[2] Zehn Tage später erfolgte die einstimmige Zustimmung des akademischen Senats.[3] Während die Kostenfrage bis Februar 1951 noch nicht geklärt zu sein schien,[4] wurde der Aufstellungsplatz des Denkmals bereits im Dezember 1950 für den vierten Pfeiler, gegenüber dem Denkmal für Eduard von Hofmann entschieden,[5] was dem heutigen Standort entspricht.

Das Denkmal wurde schließlich am 21. Juni 1951 um 11 Uhr zuerst im großen Festsaal, dann im Arkadenhof feierlich enthüllt.

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Abb. 5 Josef Müllner, Medaille für Ernst Fuchs, 1921.

Das Marmorrelief für Ernst Fuchs stützt sich auf die von Josef Müllner geschaffene Plakette (Abb. 5). Aufgrund des Größenunterschieds ist das Marmorrelief natürlich feiner modelliert: die einzelnen Haar- und Bartsträhnen sind genauer herausgearbeitet, sowie die Falten zum Beispiel unter den Augen.

Vergleicht man dieses Denkmal mit dem der Vorgänger von Ernst Fuchs, so ist eine Reduzierung auf das Nötigste festzustellen: kein Lorbeerzweig wie bei Ferdinand von Arlt, keine ovale Einrahmung und keine Lebensdaten wie bei Eduard Jäger von Jaxtthal.

Interessant ist jedoch das es sehr gut formal vergleichbar ist mit dem Denkmal von Eduard Hofmann (Abb. 6). Beide Reliefs sind im Hochformat gestaltet und geben einen sehr kleinen Ausschnitt von dem Dargestellten, nur der Kopf ist, wie bei Porträtmedaillons, im strengen Profil abgebildet. Die Häupter der Porträtierten werden nicht durch eine runde Vertiefung erhöht und der Blick des Betrachters wird so nicht gelenkt. Allein die ausgearbeiteten Physiognomien stehen im Vordergrund während der Rest der Marmorplatten schlicht gestaltet ist.

Quellen

  • UAW Senat 222.13, Antrag von Prof. Karl Fellinger an das Rektorat, 13.10.1950.
  • UAW Senat 222.13, Protokollauszug der Sitzung vom 21.10.1950 des akademischen Senats.
  • UAW Senat 222.13, Schreiben des Rektors Johannes Gabriel an den Dekan Prof. Karl Fellinger, 26.10.1950.
  • UAW Senat 222.13, Schreiben des Obmanns der artistischen Kommission, Richard Meister, an das Rektorat, 15.12.1950.
  • UAW Senat 222.13, Schreiben des Rektors an den Obmann der artistischen Kommission, 15.2.1951.
  • UAW Senat 222.13, Entwurf für Einladungskarte zur Enthüllungsfeier.
  • UAW Senat 222.13, Einladungskarte zur Enthüllungsfeier.
  • UAW Senat 222.13, Programm der Enthüllungsfeier.
  • UAW Senat 222.13, Einladungsliste.
  • UAW Senat 222.13, Entschuldigungschreiben für die Abwesenheit bei der Feier von Uni.-Prof. Dr. R. Thiel (Direktor der Universitäts-Augenklinik in Frankfurt am Main), 12.6.1951.
  • UAW Senat 222.13, Einladungsentwurfsschreiben für das Bundesministerium für Unterricht und für soziale Verwaltung, 12.6.1951.
  • UAW Senat 222.13, Entschuldigungschreiben für die Abwesenheit bei der Feier von Dr. Gabriel-Pierre Sourdille (Paris), 13.6.1951.
  • UAW Senat 222.13, Entschuldigungschreiben für die Abwesenheit bei der Feier von den Bundesminister für Unterricht, 18.6.1951.
  • UAW Senat 222.13, Aufforderung an die Universität-Quästur die Rechnung für den Kranz der Enthüllungsfeier auszuzahlen.

Einzelnachweise

  1. Maisel 2007, S. 10.
  2. UAW, Senat 222.13, Antrag von Prof. Karl Fellinger, 13.10.1950.
  3. UAW, Senat 222.13, Protokollauszug des akademischen Senats, 21.10.1950.
  4. UAW, Senat 222.13, der Rektor Johannes Gabriel an die artistische Komission, 15.2.1951.
  5. UAW, Senat 222.13,Schreiben von Richard Meister, Obmann der artistischen Kommission an den Dekan Prof. Fellinger, 15.12.1950.

Literatur

  • Maisel 2007: Maisel, Thomas: Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 94.

Weblinks


Julia Kögl