Denkmal Christian Doppler

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Denkmal für Christian Doppler, Büste.
Lage des Denkmals, Nr. 111, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.
Christian Doppler Denkmal im Arkadenhof

Das Denkmal für den Physiker Christian Doppler (1803-1853) wurde von dem Bildhauer Georg Leisek (1869-1936) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und am 6. November 1901 enthüllt.

Beschreibung

Das Denkmal befindet sich zwischen den Denkmälern für den Neurologen und Psychiater Theodor Meynert und dem für den Physiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger. Der Physiker wird im Denkmal in Form einer Büste repräsentiert, welche sich auf einem sich nach obenhin verjüngendem Sockelpfeiler befindet. Auf dem Sockelschaft befinden sich der Name und die Lebensdaten, sowie sein Wirken an der Universität Wien mit den Jahresangaben in Form von dunklen Serifen-Lettern. Am unteren Ende wurde die Inschrift "Das Doppler'sche Princip sichert dem Namen seines Entdeckers Unvergänglichkeit" angebracht. In ca. der Mitte des Sockelschafts befindet sich eine Sternbilddarstellung, bestehend aus zwei Sternsymbolen mit acht Zacken und drei Sternsymbolen mit jeweils sechs Zacken in diagonaler Anordnung (eines dürfte angesichts der sichtbaren Fehlstelle bereits fehlen). Auf der rechten Seite ist die Signatur des Bildhauers zu finden. Doppler ist bis knapp zur Mitte der Brust dargestellt und wendet seinen Kopf leicht vom Betrachter aus nach rechts. Sein Blick schweift entrückt in die Ferne. Er ist seiner Zeit entsprechend gekleidet und trägt einen Gehrock mit Weste. Darunter ein Hemd mit hohem Kragen und gebundener Krawattenschleife. Bedenkt man, das Doppler im Jahr 1853 nur 50- jährig verstarb, wirkt seine Darstellung im Denkmal wesentlich älter.

Notizen zur dargestellten Person

Christian Doppler (*29. November 1803 in Salzburg; † 17. März 1853 in Venedig) war ein österreichischer Mathematiker und Physiker. Bekannt ist Doppler durch den nach ihm benannten Doppler-Effekt.

Entstehungsgeschichte

Die Errichtung dieses Denkmales wurde vom philosophischen Professoren-Collegium beantragt und in der Senatssitzung vom 10. März 1899 befürwortet. Das Unterrichtsministerium genehmigte mit Erlass vom 29. November 1899, Z. 7179 die Errichtung desselben auf Staatskosten und beauftragte den Bildhauer Georg Leisek in Wien mit der Herstellung. Die Inschrift wurde mit Ministerial-Erlass vom 16. Juni und 25. Juli 1900 Zl. 16460 und 20985 bestimmt. Als Aufstellungsplatz wurde jene Stelle im rechtsseitigen Arkadenhof bestimmt, an welchem sich zu der Zeit das Endlicher-Denkmal befand.

In einer Sitzung wurde beschlossen, dass sich der Bildhauer Georg Leisek mit Herrn Prof. König bezüglich des Sockels in Verbindung setzen muss und den definitiven Entwurf des Sockels samt Inschrift und Sternbild der Kommission vorlegen muss. Bezüglich des Sternbildes sollte sich der Bildhauer mit dem Direktor der Univ. Sternwarte in Verbindung setzen. [1]

Die Feier für das Doppler-Denkmal war ursprünglich für das Sommersemester beabsichtig, jedoch war das Denkmal zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig. [2]

Am Mittwoch, 6. November 1901, fand die Aufstellung der Denkmäler der Universitätsprofessoren Dr. Josef Petzval und Dr. Christian Doppler statt. Der akademische Senat des Vorjahres hatte bestimmt, dass die Feierlichkeiten anlässlich der Aufstellung der Denkmäler von Doppler und Petzval mit Rücksicht auf die Verwandtschaft der von denselben vertretenen Disziplinen gemeinsam vorgenommen wird, zumal beide Denkmäler gleichzeitig fertiggestellt wurden. Zuerst sprach Professor Gegenbauer die Festrede für Petzval, danch der Universitätsprofessor Dr. Egon Ritter von Oppolzer jene für Doppler.[3]

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Aus einem Protokoll vom 23. September 1903 geht hervor, dass der Bildhauer Georg Leisek einen Gipsabguss anfertigen lassen will. In Salzburg, dem Geburtsort Dopplers, hatte sich ein Komitee gebildet, das anlässlich des 100. Geburtstages eine Dopplerfeier begehen wollte. Der Obmann des Komitees ersuchte den Bildhauer um einen Gipsabguss, damit dieser im Museum zu Salzburg aufgestellt werden könnte.[4]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Christian Doppler, Fotografie

Das Denkmal für Christian Doppler kann mit einer schwarz-weiß-Fotografie verglichen werden. Auf den ersten Blick ist die Ähnlichkeit der Büste mit der Fotografie zu erkennen. Bei näherer Betrachtung werden jedoch einige Unterschiede sichtbar. So weist das Foto den Physiker wesentlich jünger aus als die Büste. Sein Gesicht wirkt auf dem Denkmal schmaler und länger, seine Gesichtszüge kantiger. Auffallend ist, dass die Wahl der Bekleidung Dopplers beinahe gänzlich mit der auf der Fotografie übereinstimmt: Gehrock mit Weste, hochkragiges Hemd mit Querbinder. Dies könnte darauf hinweisen, dass der Bildhauer Leisek das Foto als Inspirationsquelle benutzt hat. Die Tatsache, dass Dopplers Denkmal erst beinahe 50 Jahre nach seinem Tod aufgestellt wurde, würde dahingehende Vermutungen unterstützen. Im Allgemeinen sind Dopplers individuelle Merkmale und Gesichtszüge trotz der erwähnten kleinen Veränderungen für das Gesamtkonzept in der Darstellung im Denkmal gut übernommen worden.

Quellen

UAW Senat S 93.19

Rezeption in der Presse

  • Neues Wiener Journal, 7.11.1901, Nr. 2887, S. 5 [1]
  • Neue Freie Presse, 7.11.1901, Nr. 13364, S. 5 [2]

Literatur

Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität, Wien 2007, S. 185f.

Einzelnachweise

  1. UAW Senat S 93.19, Z. 2402 ex 1899/1900
  2. UAW Senat S 93.19, Zl. 3014 ex 1901/2
  3. UAW Senat S 93.19, Zl. 205 ex 1901/2
  4. UAW Senat S 93.19, Z. 2402 ex 1903/1904

Darstellungen

Leo Czernin