Denkmal Anton von Eiselsberg

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Denkmal Anton von Eiselsberg
Lage des Denkmals, Nr. 132, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.
Denkmal Inschrift
Unterschrift der Bildhauerin Ilse Pompe
Sonderbriefmarke Anton von Eiselsberg, originale Zeichnung von Robert Fuchs

Das Denkmal für den Mediziner Anton von Eiselsberg (1860-1939) wurde von der Künstlerin Ilse Pompe (1904-1986) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und am 19. Juni 1950 enthüllt.

Beschreibung

Bei diesem Denkmal handelt es sich um ein hochrechteckiges Wandrelief des Chirurgen Eiselsberg. Begrenzt ist es durch einen schlichten, schmalen Rahmen. Eiselsberg ist als Halbfigur dargestellt und ist vom Betrachter aus gesehen, nach rechts zugewandt. Er trägt einen Kittel und wird somit in Ausübung seiner chirurgischen Tätigkeit gezeigt. Das unterstreicht auch der Gestus seiner Hände. Seine linke Hand ist halb geöffnet, die Finger sind leicht angewinkelt, nach oben zeigend dargestellt und die Rechte führt er am Körper. Die Bildhauerin hat hier sehr ins Detail gearbeitet, es lassen sich gut Adern und Linien der Hände erkennen. Dieser Gestus wirkt, als hätte der Chirurg den Vorgang des Hände Desinfizierens gerade abgeschlossen. Sein Gesicht wirkt konzentriert und streng, was gut an den schön verarbeiteten Falten an dem Auge, sowie an der Nase zu sehen ist. Seine Haare scheinen anständig zurecht gemacht, sowie sein Ober – und Unterlippenbart. Unterhalb des geehrten findet sich ein herausgearbeiteter rechteckiger Block mit einer Gravur. „Anton Freiherr von Eiselsberg 31.VII.1860 – 25.XI.1939“ steht in goldenen Lettern geschieben. Rechts über dem Block mit der Inschrift ist die Signatur der Künstlerin „IP.“ zu sehen.

Notizen zur dargestellten Person

Bei der porträtierten Person handelt es sich um den Chirurgen Anton von Eiselsberg, der bekannt für seine Methoden der Gehirn- und Rückenmarksoperation und die Magen- und Darmchirurgie war. Er gilt als Begründer der Wiener Chirurgenschule und als Schüler von Robert Koch hatte er großen Einfluss auf die aseptische Methode in der Chirurgie. Er zählt zu den Begründern der Neurochirurgie und gründete 1919 mit dem Chirurgen Julius Hochenegg die österreichische Krebsgesellschaft.[1]

Entstehungsgeschichte

Am 25. Jänner 1950, bei einer Sitzung des Professorenkollegiums, kam der Vorschlag von Prof. Dr. Leopold Schönbauer und Prof. Dr. Wolfgang Denk bezüglich einer Büste oder eines Wandreliefs für den verstorbenen Prof. Dr. Anton von Eiselsberg.[2] Diesem Antrag wurde bei der Senatssitzung am 4. März 1950 zugestimmt.[3] Bei der darauffolgenden Sitzung des akademischen Senats wurde die Position des Denkmals bekannt gegeben. Das Relief soll auf den vorletzten Pfeiler des rechten Arkadentraktes, gegenüber von dem Relief des Prof. Albert, angebracht werden. Die beauftragte Bildhauerin Ilse Pompe war jedoch nicht zufrieden mit dem vorgeschlagenen Aufstellungsort. Ihrer Meinung nach soll das Relief in die Arkaden hineinschauen, sowie von hinten beleuchtet werden. Zusätzlich hätten die gegenüberliegenden Reliefs identische Haltung, Hände und Kopfhaltung. Pompe schlägt die Position unter dem vierten Bogen auf der rechten Seite, mit Blick in den Arkadenhof, vor. Darauf wurde dem neuen Aufstellungsort vom Senat zugestimmt. Am 19. Juni 1950 fand die Gedenkfeier und die Enthüllung des Eiselsberg Denkmals statt. Prof. Schönbauer bemühte sich ehemalige Schüler Eiselsberg bezüglich der Festrede zu finden, doch bekam er nur Absagen und hielt die Rede schlussendlich selbst.[4]

Kunsthistorischer Vergleich und Analyse

Denkmal Franz Fuchs im Arkadenhof von Josef Müllner, 1921

Bezüglich dieser Analyse diente eine Sonderbriefmarke, die zu Ehren seines 100. Geburtstages gedruckt wurde, als Vergleichsobjekt.1 Auf einem eierschalenfarbenen Hintergrund ist das frontale Kopfporträt Anton von Eiselsberg zu erkennen, welches vom Künstler Robert Fuchs stammt. Der Chirurg blickt den Betrachter mit strenger Miene an. Die Augenbrauen, die seinen ernsten Blick verstärken, sind leicht nach oben gezogen, wodurch sich Falten auf der Stirn abzeichnen. Die Falten unter den Augen lassen ihn fast etwas müde wirken. Seine beginnende Halbglatze deutet zusätzlich auf ein höheres Alter hin. Es lässt sich ein leichter Bart erkennen, der um seinen geschlossenen Mund wächst. Unter dem Porträt sieht man eine Unterschrift Anton von Eiselsbergs in Faksimile wiedergegeben, sowie das Geburts- und Sterbejahr. Links neben der Unterschrift ist der Preis der Sonderbriefmarke angegeben, der mit 1,50 Schilling angesetzt war. Über dem Kopf des Porträtierten steht in Großbuchstaben „Republik“ und unter der Zeile mit der Unterschrift befindet sich in gleicher Größe „Österreich“. Nicht mehr in dem gefärbten Hintergrund, ganz unten links, befindet sich der Name des Malers „R. Fuchs“ und rechts davon der Name „G. Wimmer“. Im Vergleich zu dem Denkmal Eiselsberg wirkt er auf der Briefmarke wesentlich älter. Der Porträtierte im Relief scheint weniger Falten zu haben und auch sein Haarwuchs sieht noch voller aus. Trotz der unterschiedlich verwendeten Medien, lässt sich in beiden Fällen eine Ähnlichkeit mit der Person Anton von Eiselsberg ausmachen, wobei es beim Wandrelief genauerem Betrachten bedarf. Ein kurzer Vergleich mit dem sich ebenfalls im Arkadenhof befindlichen Denkmalrelief für Franz Fuchs von Josef Müllner aus dem Jahre 1921 ist insofern interessant, als dass Ilse Pompe langjährige Schülerin des ersteren war. Auch bei dem dreißig Jahre später entstandenen Relief von Eiselsberg ist der Einfluss, Müllners auf Pompe hatte nicht zu leugnen. Deutlich wird er in der schlicht gestalteten Verarbeitung und der Bevorzugung klarer Linien. Würde man es nicht besser wissen, wäre man geneigt zu behaupten Müllners Relief entspringe der Zeit des Klassizismus. Weder Schrift noch Form lassen den zu der Zeit modernen Jugendstil erkennen. Selbstverständlich ist die Darstellung Eiselsbergs im "Arztkittel" keineswegs klassisch, selten wird man eine klassizistische Reliefdarstellung als Hüftprofil entdecken, aber Pompes Färbung durch ihre Schule bei Müllner ist gut zu erkennen.

Ereignisse seit der Aufstellung im Arkadenhof

Es sind keine Ereignisse seit der Aufstellung des Denkmals bekannt.

Einzelnachweise

  1. Maisel 2007, S.96.
  2. UAW Senat 222.11, 25.1.1950.
  3. UAW Senat 222.11, 4.3. 1950.
  4. UAW Senat 222.11, 19.6.1950.

Quellen

  • UAW Senat S 222.11.
  • Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007

Weblinks

http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Briefmarken/1960/Anton_Eiselsberg

Redigiert: Leo Czernin