Denkmal Adolf Merkl

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Das Relief für Adolf Merkl im Arkadenhof der Universität Wien von Ferdinand Welz, 1990
Abb. 2: Lage des Denkmals, Nr. 23, Plan des Arkadenhofes der Universität Wien, Maisel 2007.

Das Denkmal für den Juristen Adolf Merkl (1890-1970) wurde von dem Bildhauer und Medailleur Ferdinand Welz (1915-2008) für den Arkadenhof der Universität Wien geschaffen und 1990 enthüllt.

Beschreibung

Es handelt sich um eine hochrechteckige weiße Steintafel in der Größe von 100 x 70 cm, die innerhalb einer schwarzen gravierten Umrahmung im oberen Teil die bildliche Darstellung und im unteren Teil eine Inschrift trägt. Oben befindet sich ein Bronzerelief mit der Profilansicht des Kopfes des Dargestellten in einer kreisrunden Form wie einer Medaille mit einem Durchmesser von 45 cm. Der Rand der Plakette ist etwas nach vorne gewölt und ragt leicht über den Untergrund der Steintafel. Das Porträt ragt nochmals leicht über diesen Rand vor. In der unteren Hälfte der Tafel befindet sich die schwarze, in den Stein gearbeitete Inschrift: "ADOLF J. MERKL / 1890 - 1970 / PROFESSOR FÜR / ÖFFENTLICHES / RECHT". Rechts unter dem Halsansatz ist das Werk mit "1990 WELZ" signiert.

Notizen zur dargestellten Person

Adolf Merkl war ein bedeutender österreichischer Jurist, der sich vor allem mit verfassungsrechtlichen Fragen befasste und den größten Teil des 20. Jahrhunderts, von der Gründung der Republik Österreich bis in die Zweite Republik, wichtige Impulse für die österreichische Gesetzgebung lieferte.

Entstehungsgeschichte

Am 5.5.1989 stellten mehrere Mitglieder des Instituts für Staats- und Verwaltungsrecht an die juridische Fakultät den Antrag auf Anbringung eines Merkl-Denkmales im Arkadenhof. In diesen Brief werden die Verdienste Adolf Merkls aufgezählt. Als Anlass für die Denkmalsetzung wird der 100. Geburtstag des Juristen genannt. Am 26.6.1989 stellte die rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien den oben genannten Antrag an den akademischen Senat. Das Hans-Kelsen-Institut, vertreten durch dessen damaligen Präsidenten Bundeskanzler Franz Vranitzky schrieb am 16.10. 1989 an den Rektor, dass die Anbringung vom Hans-Kelsen-Institut begrüßt würde. (Dass dieses Initiator des Denkmals war, wie Maisel schreibt, geht aus den Akten nicht hervor - das Institut für Staats- und Verwaltungsrecht scheint Initiator gewesen zu sein.) Am 19.10.1989 beschloss der akademische Senat die Aufstellung des Denkmals. Auf ein Schreiben des Hans-Kelsen-Instituts vom 6.2.1990 antwortete der Minister für Wissenschaft und Forschung, Erhard Busek, am 5.3.1990 mit der Mitteilung, dass das Ministerium für „die Errichtung dieser Büste“ 100.000 Schilling (knapp 7.300 Euro) bereitstellen würde. Ein weiteres Schreiben des Ministers vom 14.5. 1990 bekräftigte, dass der oben genannte Betrag auch für die Anbringung eines Reliefs zur Verfügung stehen würde. Daraufhin beschloss der akademische Senat auf Antrag der Kunstkommission, das Merkl-Denkmal als Bronzemedaillion auf einer Steintafel anfertigen beziehungsweise aufstellen zu lassen.

Die Auftragsvergabe erfolgte durch die Hans-Kelsen-Stiftung. Die Enthüllung des Denkmals war für Herbst 1990 vorgesehen, ein genauer Termin geht aus den Unterlagen des Archivs nicht hervor.

Kunsthistorischer Vergleich

Ferdinand Welz, der an der Akademie der Bildenden Künste in Wien eine Ausbildung zum Bildhauer absolvierte, wurde vorwiegend durch seine Medaillen bekannt, wenngleich er als Medailleur Autodidakt war.[1] Dennoch leitete er ab 1955 die Meisterschule für Medailleure an der Akademie. Das Denkmal für Adolf Merkl entspricht somit dem Hauptarbeitsgebiet von Welz.

Das in strengem Profil ausgeführte Porträt zeigt den Juristen in späteren Jahren, lediglich Kopf und Halsansatz in einer den Kopf knapp umschließenden runden Metallplatte, einer Medaillenform. Zum Unterschied von anderen Porträtreliefs, wie zum Beispiel jenem von Karl von Czyhlarz, der ohne erkennbare Kleidung dargestellt ist, wird hier ein Hemd- oder Sakko-Kragen angedeutet, also die typische Kleidung eines Beamten.

Ereignisse nach der Aufstellung im Arkadenhof

Das Denkmal befindet sich an dem ursprünglich angebrachten Platz, Meldungen über Beschädigungen oder sonstige Ereignisse sind nicht bekannt.

Rezeption in der Presse

Es sind keine Zeitungsmeldungen bekannt.

Weblinks

http://scopeq.cc.univie.ac.at/Query/detail.aspx?ID=68587

Quellen

  • UAW: UAW Senat S 222.67 (frühere Signatur: GZ 141 aus 1988/89)

UAW = Universitätsarchiv Wien

  • UAAbKW: UAAbKW, Signatur 8: Nachruf Ferdinand Welz

UAAbKW = Universitätsarchiv der Akademie der Bildenden Künste Wien

Einzelnachweise

  1. UAAbKW, Signatur 8.

Literatur

  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007, Nr. 23.

David Berger, Gabriele Böhm-Nevole