Carl Braun von Fernwald

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Carl Rudolf v. Braun-Fernwald, J. Löwy, o. J., Lichtdruck, 28,5 cm x 20,5 cm.

Carl Braun von Fernwald (* am 22.3.1823 in Zistersdorf, Niederösterreich, gestorben am 28.3.1891 in Wien) war ein österreichischer Gynäkologe. Er setzte sich dafür ein, dass die Gynäkologie in den klinischen Bereich integriert wurde. Das Denkmal Carl Braun von Fernwalds im Arkadenhof der Universität Wien befindet sich an Platz Nummer 114.[1]

Leben

Braun von Fernwald wurde als Sohn des Arztes Carl August Braun geboren. Nach dem Besuch der Gymnasien in Straßnitz und Kikolsburg, studierte Braun von Fernwald von 1841-1846 Medizin an der Universität Wien, wo er 1847 zum Dr. Med. promoviert wurde.[2] Im selben Jahr arbeitete er als Assistenzarzt unter Franz Schuh im Allgemeinen Krankenhaus, anschließend war er als Ignaz Philipp Semmelweis' Nachfolger von 1849 bis 1853 Assistent bei Johann Klein an der 1. „Geburtshilflichen“ Universitätsklinik in Wien.

Er habilitierte 1853 zum Professor der Geburtshilfe an der Hebammen-Lehranstalt in Trient, Südtirol, wo er auch zum Vizedirektor ernannt wurde. Drei Jahre später nahm er Kleins Posten des Ordinarius und Vorstandes der 1. Geburtshilflichen Universitätsklinik ein, welchen er bis 1891 inne hatte.

Braun von Fernwald erkrankte am 28.03.1891 an einer Bronchitis in Wien und wurde auf dem Friedhof in Dornbach im 17. Wiener Gemeindebezirk begraben.

Schaffen

Braun von Fernwald setzte 1858 durch, dass die Gynäkologie in den klinischen Bereich integriert wurde. Auf sein Betreiben wurde 1872 eine 2. Geburtshilfliche gynäkologische Universitätsklinik in Wien gegründet.

Er verbesserte vor allem die operative Technik im gynäkologischen Bereich durch die Entwicklung zahlreicher neuer Instrumente und Methoden. Durch die Einhaltung hygienischer Mittel, Ventilations- und Heizungseinrichtungen, als auch verbesserter Einrichtungen der Krankensäle, gelang es ihm die Sterblichkeit der Wöchnerinnen auf 1 % herabzusenken.[3]

Auch die Wiener Gebärklinik wurde unter seiner Leitung in eine zeitgemäße Klinik umgebaut.[4]

In den Studienjahren 1866/67 und 1870/71 war Braun von Fernwald Dekan der medizinischen Fakultät und 1868/69 Rektor der Universität Wien. 1872 wurde er in den Ritterstand erhoben und 1877 zum Hofrat ernannt. Weiters besaß er das Compthurkreuz des sächsisch- ernestinischen Haus-Ordens, des bairischen Michael-Ordens, des belgischen Leopold-Ordens, des sicilianischen Ordens Franz I., als auch des päpstlichen Pins-Ordens.[5]

Seit ihrer Gründung 1887, war Braun Präsident der Gynäkologischen Gesellschaft. Dieses Ehrenamt vertrat er bis zu seinem Tod.[6]

Braun wurde mit einem Denkmal von Theodor Charlemont, welches 1894 enthüllt wurde, im Arkadenhof der Universität Wien verewigt. Weiters ist sein Porträt in Porträtmedaillons der Frauenklinik des AKH Wiens, sowie in der ehemaligen Poliklinik im neunten Wiener Gemeindebezirk zu sehen. 1877 wurde nach ihm im 17. Wiener Gemeindebezirk die Braungasse benannt.[7]

Schriften (Auswahl)

Braun von Fernwald veröffentlichte außerdem Artikel zu gynäkologischen Themengebieten in der Wiener medizinischen Wochenschrift, als auch zahlreiche Arbeiten in medizinischen Journalen. Er war Mitherausgeber des Archivs für Gynäkologie.

  • Klinik der Geburtshilfe und Gynäkologie (Monographien, gemeinsam mit Johann Baptist Chiari und Joseph Späth), Erlangen 1855.
  • Lehrbuch der Geburtshilfe mit Berücksichtigung der Puerperalprocesse und der Operationstechnik, Wien 1857.
  • Über Luftwechsel und Puerperalkrankheiten, in: Wiener medizinischer Wochenschrift, 14, 1864.
  • Lehrbuch der Gynäkologie, Wien 1881.
  • Über zwölf Fälle von Kaiserschnitt und Hystereclomie bei engem Becken, in: Wiener medizinischer Wochenschrift, Wien 1883.

Literatur

  • Czeike 1992: Felix Czeike (Hg.), Historisches Lexikon Wien, 1, Wien 1992, S. 574.
  • Eisenberg 1893: Ludwig Eisenberg, Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon, Wien, 1893.
  • Hirsch 1929- 1935: August Hirsch (Hg.), Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker, Berlin 1029-1935.
  • Meister 1934: Richard Meister, Ruhmeshalle der Wiener Universität. Geschichte der Wiener Universität, Donauwörth/Wien/Basel 1934.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 87.
  • ÖBL 1957: Braun-Fernwald Karl von, Österreichisches Biographisches Lexikon, 1, Graz/Böhlau, 1957, S. 109.
  • Pagel 1901: Julius Leopold Pagel (Hg.), Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des 19. Jahrhunderts, Berlin/Wien, 1901.
  • Schönbauer 1955: Leopold Schönbauer, Braun von Fernwald, Carl Rudolf Ritter, in: Neue Deutsche Biographie, 2, Berlin 1955, S. 558.
  • Winckel 1903: Franz von Winckel, Braun Karl, in: Allgemeine Deutsche Biographie, 47, Leipzig 1903, S. 196- 198.

Einzelnachweise

  1. Maisel 2007, S. 87.
  2. Winckel 1903: Franz von Winckel, Braun Karl, in: Allgemeine Deutsche Biographie, 47, Leipzig 1903, S. 196- 198.
  3. Hirsch 1929- 1935: August Hirsch (Hg.), Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker, Berlin 1029-1935.
  4. Maisel 2007, S. 87.
  5. Eisenberg 1893: Ludwig Eisenberg, Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon, Wien,1893.
  6. Winckel 1903: Franz von Winckel, Braun Karl, in: Allgemeine Deutsche Biographie, 47, Leipzig 1903, S. 196-198.
  7. http://www.wien.gv.at/strassenlexikon/internet/

Weblinks

  • Eintrag zu Fernwald im Austriaforum [1]
  • Eintrag zu Fernwald unter Neue Deutsche Biographie online [2]
  • Eintrag zu Fernwald auf Wikipedia [3]
  • Artikel in der NFP vom 28. März 1891 über den Tod Fernwalds [4]
  • Artikel über Erhebung in den Ritterstand Fernwalds in den Innsbrucker Nachrichten, 13. Dezember 1872 [5]

Darstellungen

Autor: ?, Verena Sulzbachner