Anton Schmidgruber

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Anton Schmidgruber, ©ÖNB.

Anton Schmidgruber (* 25. 3. 1837 in Wien; † 18. 4. 1909 ebenfalls in Wien) war ein Wiener Bildhauer der Ringstraßenära, der zahlreiche Skulpturen und Plastiken für die Bauten der Ringstraße geschaffen hat. Trotz seiner Leistungen hat er allerdings nie viel Ruhm genossen und blieb stets im Hintergrund hinter anderen Bildhauern seiner Zeit.

Leben

Als junger Mann absolvierte er das Schottengynasium bevor er im Zeitraum von 1850 bis 1864 er an der Akademie für bildende Künste bei den Lehrenden Karl Radnitzky und Franz Bauer studiert. Sein Studium ist durch einige Unterbrechnungen geprägt. Er präsentiert aber 1861 unter anderem Porträtarbeiten. Er wird durch Staatstipendien gefördert, die es ihm ermöglichen seine Ausbildung in Dresden fortzuführen und zu vertiefen. Dort lernt er bei Ernst Julius Hähnel. Ab den Jahre 1866 verdient er sein Geld als Bauplastiker und arbeitet bei den damaligen Monumentalbauten Wiens mit. 1868 verbringt er einige Zeit in Rom und 1869 wird er Mitglied der Genossenschaft für bildende Künstler (Künstlerhaus). Auch wenn Schmidgruber bei den Bildhauern seiner Zeit in den Hintergrund tritt, verkörpern seine Werke den damaligen Stil der Ringstraßenära. Zugleich repräsentiert er mit seiner der neobaroken Strömung eher gemäßigt folgenden Stilsprache eine charakteristisch, von Hähnel nicht unwesentlich geprägte Spielart der Wiener Plastik.[1]

Anton Schmidgruber liegt auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben (Gruppe 29, Reihe 1, Nr. 26).

Schaffen

Während seines Studiums brachte Anton Schmidgruber schon einige Arbeiten hervor, bevor er als Bauplastiker maßgeblich in der Ringstraßenära tätig war. Ab 1966 fertigte er zahlreiche Statuen und Büsten für die Monumentalbauten der ringstraße in Wiens. So entwarf er Bauplastiken unter anderem für die Votivkirche, das Hofmuseum, das Parlament, das Burgtheater, das Rathaus und die Universität. Des weiteren schafft er zwei Kolossalstatuen für die Weltausstellung 1873 in Wien. 1882 fertigt er für das Wiener Künstlerhaus eine Statue von Dürer und eine Maria mit Kind an. 1883 schafft er dieStiergruppen, die auf dem Tor des St. Marxer Zentralviemarkts drohnen. Für die Chemische Gesellschaft fertigt er 1886 das Denkmal Josef Stefan und 1887 das Denkmal Josef Loschmidt, die beide im Arkadenhof der Universität Wien angebracht sind.[2]

Werke (Auswahl)

  • Statue Markgraf Ludwig von Baden-Baden, 1872, Feldherrenhalle des Heeresgeschichtliches Museum, Wien.
  • Statue Kaiser Maximilian I., Akademisches Gymnasium, Wien.
  • Statue Kaiserin Maria Theresia, Akademisches Gymnasium, Wien.
  • Zwei Kolossalgruppen Stiere, Wiener Zentralviehmarkt, Wien
  • Statue Albrecht Dürer, Künstlerhaus Wien.
  • Vier Prophetenstatuen, Votivkirche, Wien.
  • Statue Albrecht Dürer, 1871/80, Kunsthistorisches Museum, Wien.
  • Statue Vasco da Gama“ , 1871/80, Naturhistorisches Museum, Wien.
  • Plastik Josef Stefan, 1886, Arkadenhof der Universität, Wien.
  • Plastik Josef Loschmidt, 1887, Arkadenhof der Universität, Wien.
  • Statue Christoph Kolumbus, 1871/80, Naturhistorisches Museum, Wien.
  • Zwei Tritonen- und Najadenbrunnen, 1887/90, Maria-Theresien-Platz, Wien.

Einzelnachweise

  1. ÖBL 1994
  2. Czeike 2004

Quellen

  • Czeike 2004: Felix Czeike, Historisches Lexikon Wien, Band 3, Wien 2004.
  • ÖBL 1994: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Band 10, hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, S. 318/319, Wien u. a. 1994.

Darstellungen

Maximilian Westphal, Sophie Scheffner, Constanza Trofaier