Anton Bruckner

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Anton Bruckner, 1896. Lithografie von R. Fenzl

Anton Bruckner (* 4. September 1824 in Ansfelden, Oberösterreich; † 11. Oktober 1896 in Wien) war ein bedeutender Komponist der Romantik und gilt als einer der größten Symphoniker Österreichs.

Leben

Der Komponist Anton Bruckner war Sohn eines Dorflehrers und wirkte zunächst als Schulgehilfe in Windhaag und Kronstorf a.d. Enns. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1837 beschloss die Mutter, ihn in die Pfarrschule nach St. Florian zu schicken, wo er von Propst Michael Arneth wegen seiner schönen Stimme auch als Sängerknabe aufgenommen wurde. Da Bruckner aus einer Lehrerfamilie stammte, war für ihn klar selbst diesen Beruf zu ergreifen. Die Kosten für seine Ausbildung übernahm das Stift St. Florian. Nach der Lehramtsprüfung bekam Bruckner im Jahre 1845 in St. Florian eine Anstellung als Trivialschullehrer und Musiklehrer der Sängerknaben, später dann auch als provisorischer Stiftsorganist. Später gelang es ihm in Linz, wohin er auch übersiedelte, beruflich Fuß zu fassen. Nach einem Orgelwettspiel im Dom ernannte man ihn 1855 zum provisorischen und ein Jahr später zum definitiven Dom- und Stadtpfarrorganisten von Linz. Bruckner gehörte ab 1856 dem Linzer Männergesangsverein "Liedertafel Frohsinn" als Mitglied an und wurde 1860 zu dessen Chormeister gekürt. Im Jahre 1868 wurde ihm aber in der Nachfolge Simon Sechters die Professor für Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgelspiel am Konservatorium der Gesellschaft für Musikfreunde in Wien angeboten. Zunächst zögerte Bruckner aus finanziellen Gründen ein wenig, das Angebot anzunehmen. Erst als das finanzielle Problem gelöst und ihm die Reservierung der Domorganistenstelle in Linz für einige Jahre zugesichert war, fasste er den Entschluss, nach Wien zu übersiedeln und die Professur am Konservatorium anzutreten.[1] Von 1875 bis 1896 war er Lektor für Harmonielehre und Kontrapunkte an der Universität Wien .[2] 1896 starb Anton Bruckner im Alter von zweiundsiebzig Jahren in Wien und wurde in der Stiftskirche in St. Florian beigesetzt.

Für die Musik Richard Wagners ließ sich Bruckner so begeistern, dass er 1865 zur Uraufführung von Tristan und Isolde nach München fuhr, wo sich ihm die Gelegenheit bot, den großen Meister auch persönlich kennen zulernen. [3] Anscheinend war der Einfluss Wagners in Bruckners Werken sehr groß. Bruckner wurde laut Antonicek für Wagner vereinnahmt und zum Gegenpol von Johannes Brahms stilisiert. [4] Von Kitzlers Nachfolger Ignaz Dorn, welcher der musikalischen Moderne sehr aufgeschlossen gegenüberstand, erhielt Bruckner die entscheidenden Anstöße zum eigenständigen Komponieren. Seine Werke haben ihm den Namen "Musikant Gottes" eingetragen. Er war Komponist von neun Symphonien sowie mehrerer geistlicher und weltlicher Werke.[5]

Schaffen

Die vor 1863 entstandenen Werke bezeichnet man auch als Frühwerke. Vom hohen künstlerischen Niveau der Spätwerke sind sie zwar noch weit entfernt, aber in ihnen steckt bereits der Keim dafür. Die Wende in Bruckners musikalischem Schaffen vollzog sich im Jahre 1863. Nun setzte die eigenständige Kompositionstätigkeit ein, auf die er seine ganze Schaffenskraft richtete, wofür die neun Symphonien der beste Beweis sind. Die Nullte Symphonie, die mit großer Wahrscheinlichkeit 1869 vollendet wurde, hat ihren Namen von der Annullierung, die Bruckner selbst vornahm, weil er sie nicht unter die neun Symphonien reihen wollte. Die letzte der neun Symphonien Bruckners blieb unvollendet. Die Symphonien sind meist mächtigen und einflussreichen Persönlichkeiten oder Institutionen gewidmet wie dem Kaiser von Österreich, dem Bayernkönig Ludwig II., der Wiener Universität oder dem Komponisten Richard Wagner. In der Zeit zwischen 1842 und 1875 komponierte Bruckner Messen und Requiems, von denen die Missa sollemnis in b-Moll wohl allgemein am bekanntesten ist. Unter den zahlreichen Werken der geistlichen und weltlichen Chormusik ragt das Te Deum laudamus aus dem Jahre 1881 hervor. Als weitere Kompositionen Bruckners seien noch die Menuette, Märsche, Lieder und Psalmen erwähnt.[6]

Ehrungen

Schriften (Auswahl)

  • Bruckner 1910: Anton Bruckner, Fünfte Symphonie. Für Grosses Orcheser. Wien 1910.
  • Bruckner 1970: Anton Bruckner, Orgelwerke, Wien 1970
  • Bruckner 1998: Anton Bruckner, IX. Symphonie d-Moll - zwei nachgelassene Trios zum Scherzo mit Viola-Solo, Wien 1998.
  • Bruckner et al. 2002: Anton Bruckner et al., IV. Symphonie, Wien 2002.

Literatur

  • Abendroth 1940: Walter Abendroth, Die Symphonien Anton Bruckners, Berlin 1940.
  • Antonicek 1996: Theophil Antonicek, Anton Bruckner. Lektor für Harmonielehre und Kontrapunkt an der Universität Wien 1875 - 1896, Wien 1996.
  • Auer 1942: Max Auer, Anton Bruckner. Sein Leben u. Werk. Leipzig 1942.
  • Bachmann 1938: Luise Bachmann, Bruckner. der Roman der Sinfonie, Paderborn 1938.
  • Beck 2001: Wolfgang Johannes Bekh, Biographie eines Unzeitgemäßen, Bergisch Gladbach 2001.
  • Bock 2012: Michael Linus Bock, Richard Wagner und Anton Bruckner. ihre Beziehung anhand der überlieferten Dokumente, Hamburg 2012.
  • Fischer 1974: Hans Conrad Fischer, Anton Bruckner. Sein Leben, Salzburg 1974.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität, Wien 2007.
  • Österreichisches biographisches Lexikon, Band 1, S. 150-151

Einzelnachweise

  1. Homepage antonbruckner.at - abgerufen am 14. Mai 2014
  2. Maisel 2007, S. 43
  3. Homepage antonbruckner.at - abgerufen am 14. Mai 2014
  4. Antonicek 1996, S.23
  5. Maisel 2007, S. 43
  6. Homepage antonbruckner.at - abgerufen am 14. Mai 2014
  7. Maisel 2007, S. 43
  8. Maisel 2007, S. 43
  9. Austria-Forum

Weblinks

Darstellungen


Alice Hundsdorfer, Katharina Anzböck