Alois Düll

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alois Franz Xaver Düll, (*28. Juni 1843 in Wien; † 12. März 1900 in Wien) war ein österreichischer Bildhauer.

Leben

Alois Düll studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Franz Bauer und Carl Kundmann sowie an der Akademie in Dresden bei Ernst Hähnel. Er verbrachte im Anschluss daran einige Zeit in Deutschland und Italien. Daraufhin arbeitete er als Realsschullehrer auf der Wieden in Wien.[1] Von 1873-1879 war er Assistent der allgemeinen Bildhauerschule bei Carl Kundmann. Als sich 1876 Kundmann provisorisch von der Leitung der Bildhauerklasse der Akademie der bildenden Künste entheben ließ, trat Düll seine Nachfolge als supplierender Professor an.[2] Alois Düll verstarb am 12. März 1900 in Wien. Seine letzte Ruhe fand Alois Düll auf dem Zentralfriedhof in Wien.[3]

Schaffen

Er gilt als einer der Künstler der Ringstraße. Dort schuf er eine Reihe von Fassadenfiguren, wie an der Fassade des Naturhistorischen Museums, am Rathaus, am Parlament, oder auch an der Börse, um nur ein paar zu nennen. Auch zu den Denkmälern im Arkadenhof der Universität Wien trug er mit dem Denkmal Josef von Sonnenfels bei, dessen Büste er allerdings nicht selbst entworfen hatte, sondern sie nach einer Büste des Josef von Sonnenfels von Franz Anton Zauner aus dem Jahr 1787 gestaltete. Ein sehr prominentes Beispiel seines Schaffens zeigt sich auf der Parlamentsrampe in Wien mit der Sitzfigur des griechischen Geschichtsschreibers Polybios. Diese Statue wurde sehr monumental gestaltet, wirkt blockhaft und weist in der Ausarbeitung der Hände und der Finger keine besonders naturalistische und detaillierte Wiedergabe auf. Bei den sechs Zwickeln der Fassade des Naturhistorischen Museums, welche Düll mit Darstellungen der sechs Schöpfungstage versah, zeigt sich die Orientierung des Künstlers an Michelangelo und Raffael. Damit, so Walter Krause, möchte Alois Düll den monumentalen Charakter seiner Arbeiten rechtfertigen.[4] Im Obergeschoss wurden zu den Seiten Statuen in Rundbogennischen eingestellt. Die Figuren Noah und Moses entstammen der Hand Dülls. Auch hier zeigt sich eine starke Orientierung an der Renaissance bei der gestalterischen Ausformulierung der Arme, der umhüllenden Draperie und des Bartes, den beide Statuen gemeinsam haben.

Werke (Auswahl)

  • Denkmal Josef von Sonnenfels, Arkadenhof der Universität Wien, 1891
  • Lysippos und Apollo, Kunsthistorisches Museum Wien
  • Noah und Moses, Naturhistorisches Museum Wien
  • Polybois, Parlament Wien, Pralamentsrampe, 1899
  • Cunctator, Parlament Wien
  • Pallas Athene, Demeter, Diana, Parlament Wien, Stiegenhaus
  • Kunst und Wissenschaft, 1878
  • Allegorien Josefstadt und Landstraße
  • Allegorischen Figuren (Dogma, Apologetik, Pastoral, Moral), Universität Wien
  • Zeus und Neptun, Börse Wien
  • Reliefs, Zwickelfiguren zwischen dem Bogen der Tore, Akademie der bildenden Künste, Wien
  • 2 Kentauren und 48 Zwickelfiguren, Burgtheater, Wien
  • Glaube und Liebe, Sühnhaus
  • Christus, Votivkirche Wien, Heiliges Grab

Literatur

  • Haßlwander 1900: Friedrich von Haßlwander, Alois Düll, in: Jahresbericht der K.K. Staats-Oberrealschule im IV. Bezirk, Bd. 45.1899/1900, S. 10 - 11.
  • Krause 1980: Walter Krause, Die Plastik der Wiener Ringstrasse: von der Spätromantik bis zur Wende um 1900, Wien 1980.
  • Maisel 2007: Thomas Maisel, Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien, Wien 2007.
  • Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1969, S. 202.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ÖBL 1969, S. 202.
  2. Krause 1980, S. 66
  3. ÖBL 1969, S. 202.
  4. Krause 1980, S. 84.

Darstellungen


Verena S. Göbel, Sarah Lange, Constanza Trofaier