Alfred Hofmann

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Alfred Hofmann, Pastell von Theodor Klotz-Dürrenbach, 1953, ©ÖNB.

Alfred Hofmann (* 28.November 1879 in Wien, † 1.August.1958 ebenda) war Bildhauer, Medailleur, Gemmenschneider und Holzschnitzer.

Leben und Schaffen

Alfred Hofmann besuchte in den Jahren 1894-1895 an der Kunstgewerbeschule in Wien den Zeichen- und Modellierkursus von Anton Brenek. Anschließend studierte er von 1895-1904 Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien u.a. bei Kaspar von Zumbusch und Edmund Hellmer.

Im Jahr 1901 debütierte Hofmann in der 10. Ausstellung der Wiener Secession mit zwei überlebensgroßen Portraitfiguren, in den nächsten Jahren sollten zahlreiche weitere Beteiligungen an Secessions-Ausstellungen folgen. Ab 1905 war Hofmann Mitglied der Vereinigung österreichischer Bildhauer Raphael Donner. 1905-1906 unternahm er eine Studienreise nach Mittel- und Unteritalien, die ihn nach Florenz, Rom und Neapel führte. 1906 wurde Hofmann ordentliches Mitglied der Secession, im selben Jahr erhielt er den gut dotierten Reichel-Künstlerpreis für seine Plastik "Die Blüte". 1924 wurde der Künstler mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet, 1938 war er bei der Biennale in Venedig vertreten, 1939 wurde Hofmann Künstlerhaus-Mitglied, 1943 erhielt er den Raphael-Donner-Preis der Stadt Wien für Bildhauerei.

Hofmann hat ein umfangreiches künstlerisches Werk hinterlassen, das seine außerordentliche Vielseitigkeit zeigt. Er schuf Plastiken aus unterschiedlichsten Materialien, Medaillen, Steinschnitte sowie Holzschnitzereien. Der Kunsthistoriker Hans Ankwicz-Kleehoven charakterisiert das künstlerische Schaffen von Rudolf Schmidt in seinem Beitrag bei Thieme/Becker 1999 wie folgt: "Alfred Hofmann war mehr Form- als Ausdruckskünstler, wobei seine bildnerische Sprache äußerst gewählt, gedankenreich und voll echter schlichter Empfindung ist".[1]

Werke (Auswahl)

  • Edmund Hellmer, Portraithalbfigur, 1905
  • Die Blüte, , Marmorplastik, 1906
  • William Unger, Büste, 1906
  • Die Jugend, Bronzefigur, 1907
  • Turandot, Büste, 1. Fassung, 1909 (Abb. 1)
  • Zwei Medaillen für die Jagdausstellung, 1910
  • Medaille für die internationale Postwertzeichenausstellung, 1911
  • Medaille für die internationale Geflügel- und Kaninchen-Ausstellung, 1911
  • Oswald Roux, Büste, 1911
  • Turandot, Büste, Fassung aus bemaltem Lindenholz, 1912
  • Sitzendes Mädchen, Zinnrelief, 1912 (Abb. 2)
  • Heiliges Grab in St. Peter in der Au, Holzschnitzerei, 1912
  • Erinnerungsmünze zum 40. Gründungsjubiläum der Wiener Hochschule für Bodenkultur, 1913
  • Mehrere geschnittene Steine (Kameen), 1920
  • Turandot, Büste, Fassung in Marmor, 1922
  • Anton Hänisch, Portraitstatuette aus Terrakotta, 1923
  • Pelikanbrunnen, Wohnhausanlage Widholzhof, Wien-Simmering, 1926 (Abb. 3)
  • Denkmal für Karl von Czyhlarz, Arkadenhof der Universität Wien, 1927 (Abb. 4)
  • Denkmal für Carl Menger, Arkadenhof der Universität Wien, 1929 (Abb. 5)
  • Junger Krieger, Tierärztliche Hochschule in Wien-Landstraße, 1926
  • Kolossalfigur eines Athleten, Justizpalast in Wien-Innere Stadt, 1931
  • Spielende Bären, vor dem Kindergarten Fultonstraße in Wien-Floridsdorf, 1931
  • Knabengruppe, Mauerbachstraße 38, Wien-Penzing, 1949
  • Kind und Bär, Hugogasse 20, Wien-Simmering, 1957

Literatur

Einzelnachweis

  1. Thieme/Becker 1999, S. 249

Darstellungen


Herbert Kreiser, Theresa Rosner