Albrecht Schrauf

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Albrecht Schrauf, Stich von Franz Wielsch

Albrecht Schrauf (* 14. Dezember 1837 in Wien; † 29. November 1897 in Wien) war ein österreichischer Mineraloge. Im Arkadenhof der Universität Wien befindet sich das von dem Bildhauer Franz Seifert geschaffene Denkmal für Albrecht Schrauf.

Leben

Albrecht Schrauf besuchte das Gymnasium in Wiener Neustadt und Krems an der Donau. Er trat 1853 als Novize in den Piaristenorden ein, den er nach der Matura 1856 wieder verließ.[1] Von 1856 bis 1862 studierte er Physik, Mathematik, Botanik und Mineralogie an der Universität Wien. Bereits 1860 veröffentlicht er im Alter von 23 Jahren seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten, darunter "Über die Krystallformen des Kieselzinkerzes".[2] An der Universität Tübingen promovierte er zum Mag. artium liberalium und zum Dr. phil.[3] Bereits 1863 habilitierte er sich an der Universität Wien für physikalische Mineralogie. Im Jahr 1867 wurde er zweiter, im Jahr darauf erster Kustos am Mineralienkabinett. 1874 wurde er sowohl ordentlicher Universitätsprofessor als auch Leiter des Mineralogischen Museums an der Universität Wien. Im Jahr 1887/1888 war er auch Dekan an der Fakultät. 1896 erblindete er bei einem Unfall auf einem Auge. Auch auf dem zweiten Auge verlor Schrauf im folgenden Jahr rasch die Sehkraft. In der Folge wurde er sehr kontaktscheu und vereinsamte bis er schließlich am 29. November 1897 in Wien verstarb.[4]

Schaffen

Albrecht Schrauf widmete sich früh der Kristallographie, führte schon in seiner ersten Abhandlung die in England entwickelte Flächenbezeichnung sowie die sog. Miller-Neumannsche Methode der Kristallberechnung ein und demonstrierte in seinem Lehrbuch der physikalischen Mineralogie die Methoden zur Formbestimmung und zur Berechnung der Kristalle. 1863/64 unternahm er Studienreisen nach Deutschland, wo er mit der Katalogisierung der bedeutenden Mineralien- und Kristallsammlung Erzherzogs Stephans auf der hessischen Schaumburg begann. Diese konnte infolge des vorzeitigen Todes des Auftraggebers jedoch nicht vollendet werden. Aus finanziellen Gründen sowie Mangel an entsprechenden Mitarbeitern musste er auch seinen Atlas als Torso hinterlassen, für deren publizierte Teile er fast alle Kristallbilder neu konstruiert hatte. Später befaßte er sich besonders mit dem chemischen Aufbau der Minerale sowie mit Fragen nach deren gesetzmäßigem Nebeneinander in genetischer Hinsicht.Auch ein hervorragender Lehrer, gestaltete er sein Institut aus und vermehrte die Lernbehelfe sowie die Sammlung des Museums.[5]

Werke

  • Über die Krystallformen des Kieselzinkerzes, 1860
  • Katalog der Bibliothek des k. k. Hofmineralienkabinets in Wien, 1864
  • Lehrbuch der physikalischen Mineralogie, 2 Bände, 1866–68
  • Physikalische Studien, 1867
  • Handbuch der Edelsteinkunde, 1869
  • Mineralogische Beobachtungen 1–6, 1870–73, 1877
  • Atlas der Krystall-Formen des Mineralreiches 1, 1877

Ehrungen

  • Zu Ehren von Schrauf wurde das komplexe Calcium-Magnesium-Uranyl-Carbonat-Fluorid-Hydrat Albrechtschraufit und ein bernsteinähnliches, fossiles Harz Schraufit benannt.
  • Goldene Medaille pro litteris et artibus, 1867
  • korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, 1884
  • wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, 1893
  • Mitglied der Leopoldinisch-Karolinischen Akademie der Naturforscher in Halle, 1888
  • Ehrenmitglied der Russischen Mineralogischen Gesellschaft, 1890
  • Ehrenmitglied der Französischen Mineralogischen Gesellschaft., 1894
  • korrespondierendes Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin, 1895
  • korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Turin, 1897

Einzelnachweise

  1. Heritsch 1999, S. 181
  2. Albrecht Schrauf auf Austria-Forum Abgerufen 14. Mai 2014
  3. Franz PERTLIK. Die Dissertanten von Albrecht Schrauf. - Biographische Skizzen über Gottfried Starkl, Gerhard Seyfriedsberger,Philipp Heberdey, Adolf Stengel und Carl Hlawatsch. Abgerufen am 14. Mai 2014.
  4. Heritsch 1999, S. 181
  5. Heritsch 1999, S. 181

Quellen

  • Heritsch 1999: Haymo Heritsch, Schrauf Albrecht, Mineraloge. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 11. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1999.

Weblinks

Darstellungen


Samantha Foki, Katharina Anzböck