Adolf Exner

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Abb. 1: Adolf Exner

Adolf Exner (* 5. Februar 1841 in Prag; † 10. September 1894 in Kufstein) war ein österreichischer Jurist. Sein Denkmal von Hans Bitterlich wurde 1896 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Leben

Abb. 2: Stammbaum der Familie Exner
Abb. 3: Denkmal Adolf Exner im Arkadenhof der Universität Wien

Adolf Exner entstammte einer der bedeutendsten Akademikerfamilien der Habsburger-Monarchie. Er war der älteste Sohn des Philosophen und Schulreformators Franz Exner und dessen Gattin Charlotte Dusensy. Seine Geschwister waren der Mathematiker und Physiker Karl Exner, der Physiologe Siegmund Exner Ritter von Ewarten, der Physiker Franz Serafin Exner sowie Marie Frisch (Abb. 2).

Er besuchte das Wiener Theresianum und begann danach sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien unter anderem bei Josef Unger, Carl Ludwig Arndts von Arnesberg und Julius Glaser. Weitere Fortbildungsstipendien absolvierte er in Leipzig, Heidelberg und Berlin. 1866 wurde er durch Josef Unger zur Habilitation für römisches Recht in Wien veranlasst.[1]

1868 bis 1872 war er als ordentlicher Professors für römisches Recht an der Universität Zürich tätig. Während seines Aufenthaltes in der Schweiz entstand eine enge Freundschaft zwischen Exner, seiner Schwester Marie und dem Dichter Gottfried Keller. Er pflegte des weiteren Kontakte zu dem Archäologen Otto Benndorf, dem Architekten Gottfried Semper sowie zu den Historikern Max Büdinger und Alfred Erwin Boretius. Ab 1871 erfolgten Berufungen an die Universitäten Innsbruck, Würzburg und Kiel, die er jedoch ablehnte. Stattdessen trat er die Nachfolge von Rudolf von Ihering in Wien an, wo er ab 1872 als ordentlicher Professor lehrte.

Im Jahre 1878 heiratete er die Bankierstochter Constanze Grohmann mit der er die drei Kinder Nora, Franz und Gertrud hatte.

1883/84 war er Dekan und 1891/92 Rektor der Universität Wien. Eine spätere Berufung nach Leipzig lehnte er ab.

Exner war von 1889 bis zu seinem Tod Vorstand der artistischen Kommission an der Universität Wien, er war weiters Vizepräsident der Juristischen Gesellschaft und wurde 1892 zum Mitglied des Reichsgerichtes und 1894 zum Mitglied des Herrenhauses ernannt.[2]

Er starb überaschend an den Folgen eines Schlaganfalls, sein Ehrengrab befindet sich auf dem Dornbacher Friedhof in Wien (Gruppe 9, Nr. 32A).

Nach seinem Tod ehrte ihn die Universität Wien, genau wie bereits seinen Vater mit der Aufstellung eines Denkmals im Arkadenhof der Universität Wien.

Schaffen

Exner hatte eine ausgezeichnete Lehrbegabung, die bereits in Zürich zu einer Vervielfachung der Zuhörer geführt haben soll.[3] Unter anderem war er auch als Lehrer des Kronprinzen Rudolfs tätig.[4] Er verfasste mehrere Monographien und trug zur Klärung des Begriffes der höheren Gewalt bei. In seiner Rektoratsrede von 1891 zum Thema „Über politische Bildung“ trat er der Überschätzung der naturwissenschaftlichen Denkformen entgegen, die zu dieser Zeit vorherrschend waren.

Genau wie sein Vater setzte sich Adolf Exner für das "Blühen und Gedeihen" der österreichischen Universitäten, sowie für "den innigen Zusammenhang" und die Wechselwirkung mit den reichsdeutschen Schwesteranstalten ein. Ein hervorstechendes Kennzeichen seiner Arbeit war die Tatsache, dass er nur selbsterarbeitete Werke publizierte. Zudem war er ein geschätzter Gutachter zu Fragen des aktuellen Rechtes.[5] Besondere Verdienste erwarb er sich bei der Ausformung des Urhebergesetzes.[6]

Schriften

(in Auswahl):

  • Die Lehre vom Rechtserwerb durch Tradition nach österreichischem und gemeinem Recht, Habilitation, Wien 1867.
  • Das Institut der Pfandrechtspränotation in Österreich. Ein Beitrag zu dessen Kritik und Reform, 1868.
  • Die praktischen Aufgaben der romanistischen Wissenschaft in Staaten mit codifizirtem Privatrecht, Zürich 1869.
  • Das Publicitätsprinzip. Studien zum österreichischen Hypothekenrecht, 1870.
  • Kritik des Pfandrechtsbegriffes nach römischem Recht, Leipzig 1873.
  • Ein Aufsatz über die Reform des Hypothekenrechtes in Oesterreich, 1873.
  • Fakultative Legalisirung der Tabularurkunden, 1873.
  • Das österreichische Hypothekenrecht, 2 Bände, 1876 und 1881.
  • Die Simultanhypotheken des heutigen österreichischen Rechtes, 1877.
  • Zur Stelle über die manus ijextio in der Lex Coloniae Juliae Genetrivae, 1878.
  • Juristentagsgutachten über das constitutum possessorium, 1880.
  • Zur Nordbahnfrage, Ein Gutachten, 1886.
  • Grundriß zu Vorlesungen über Geschichte und Institutionen des römischen Rechts, Wien 1882.
  • Die imaginäre Gewalt im altrömischen Besitzstörungsverfahren, Weimar 1887.
  • Der Begriff der Höheren Gewalt (vis major) im römischen und heutigen Verkehrsrecht, Wien, 1883.
  • Über politische Bildung (Rektoratsrede), Wien 1891.
  • Die Qittung, ein Fragment, o. Jz.
  • sowie zahlreiche Aufsätze in juristischen Fachzeitschriften.

Quellen

Anlässlich des Ablebens von Adolf Exner erschienen zahlreiche Berichte in der Presse, (Auswahl):

  • Freie Presse 1894: Professor Dr. Adolph Exner, in: Neue Freie Presse, Nr. 10794, 11.September 1894, S. 5. Digitalisiert [1]
  • Juristische Blätter 1894: Adolph Exner gestorben, in: Juristische Blätter 37, 1894, S. 437.
  • Wiener Zeitung 1894: Professor Dr. Adolph Exner gestorben, in: Wiener Zeitung, Nr. 208, 11. September 1894, S. 4. Digitalisiert [2]

Literatur

  • ÖBL 1957: Exner Adolf, in: Österreichiches Biographisches Lexikon 1815-1950, Band 1, Wien 1957, S. 274. Digitalisiert [3]
  • ADB 1904: Ivo Pfaff, Adolf Exner, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 48, Leipzig 1904, S. 456–459. Digitalisiert [4]
  • Hoyer 1987: Hans Hoyer, Adolf Exner 1841-1894, in: Wilhelm Brauneder (Hg.), Juristen in Österreich 1200-1980, Wien 1987, S. 205 - 208, S. 317 - 318.

Einzelnachweise

  1. Hoyer 1987, S. 206.
  2. Hoyer 1987, S. 207.
  3. Hoyer 1987, S. 207.
  4. Wiener Zeitung 1894, S. 4.
  5. Hoyer 1987, S. 206.
  6. Hoyer 1987, S. 207.

Weblinks

Darstellungen


Geschwandtner Sarah, Kristina Kogler, Gabriele Böhm-Nevole