Adalbert Eduard Saff

Aus Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien
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Adalbert Eduard Šaff, Tafel mit Relief an seinem Geburtshaus in Polička

Adalbert (Vojtech) Eduard Šaff (auch Schaff), (* 1865 Polička, Böhmen – † 26.März 1923 Brünn, Böhmen) war ein tschechischer Bildhauer und Medailleur. Eines seiner Werke ist das Denkmal Johann Heinrich Dumreicher von Österreich.

Leben

Adalbert Šaff studierte 1880 bis 1882 an der Kunstgewerbeschule in Wien (heute Universität für Angewandte Kunst) bei Kühne, sowie 1881 bis 1892 an der Akademie der bildenden Künste bei Edmund Hellmer und 1885 bis 1892 in der Meisterklasse bei Carl Kundmann. Danach folgten Studienaufenthalte in Rom (1893 bis 1895) und Paris (1895 bis 1896), wo er sich unter anderem im Atelier von Auguste Rodin aufhielt. Danach arbeitete er bis 1919 in Wien und anschließend in Brünn. 1921 und 1922 war er an der dortigen Technischen Hochschule tätig. [1]

Seinen Nachlass vermachte er dem Museum in seinem Geburtsort Polička, die Straße neben dem Museum ist nach ihm benannt (Šaffova).

Schaffen

Šaff war ein routinierter Modelleur im zeitgemäßen historisierenden Realismus. Seine Darstellungen sind naturalistisch, und oft mit stark dekorativem Charakter. Er war ein anerkannter Porträtist und zeichnete sich auch durch vielfigurige Kompositionen aus.[2]

In Wien schuf er neben dem Denkmal für Johann Heinrich Dumreicher auch den Grabstein für Eduard Albert am Wiener Zentralfriedhof. Einen Grabstein mit seitlichen Wandauslegern mit Anläufen, Steinvasen und einer bekrönenden Eule.[3]

Werke

  • Allegorien von Erde und Luft auf der Attika des Nationalmuseums Prag, 1887.
  • Reliefs von böhmischen Sagen: Weiberkrieg und Männersieg, Museum Pilsen.
  • Der Bethlehemitische Kindermord, 1892.
  • Statue Santa Anatolia, Sant‘ Anatolia, 1894, [1]
  • Grabstein für Eduard Albert, Zentralfriedhof Wien, 1900.
  • Relief von Johann Heinrich Dumreicher im Arkadenhof der Universität Wien, 1901.
  • Grabmal Familie H. Kramář in Hochstadt an der Iser, 1909.
  • Zahlreiche Büsten und Medaillons von Politikern und Schriftstellern, u.a. František Ladislav Rieger, K. Kramář, Josef S. Machar.
  • Relief von Johann Dumreicher von Österreicher in der ehemaligen Poliklinik, Wien.
  • Relief Gregor Mendel, 1922, [2]

Literatur

  • Dehio 1996: Wolfgang Czerny u.a. (Bearb.), Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Wien X.-XIX. und XXI.-XXIII. Bezirk, Wien 1996.
  • Obermayer-Marnach 1952: Eva Obermayer-Marnach (Red.), Österreichisches biographisches Lexikon 1815 – 1950, Wien 1952, S 376-377.
  • Thieme 1990: Ulrich Thieme (Hg.), Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler. Von der Antike bis zur Gegenwart, 29, Nachdruck, Leipzig 1990, S 308.

Einzelnachweise

  1. Thieme 1990, S. 308.
  2. Obermayer-Marnach 1952, S. 376.
  3. Dehio 1996, S. 95.

Weblinks

  • Mitglieder Künstlerhaus: [3]
  • Statue Sant Anatolia: [4]
  • Relief Gregor Mendel: [5]

Darstellungen


Gabriele Böhm-Nevole, SoSe 2013

Redigiert: Elena Koren SoSe 2014